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Ermittlungen gegen US-Fed-Chef Jerome Powell eingestellt

Federal Reserve Board Chairman Jerome Powell leaves after the G20 meeting at the IMF headquarters in Washington, Thursday, April 16, 2026. (AP Photo/Jose Luis Magana)
Jerome Powell
Die Ermittlungen gegen Jerome Powell wurden eingestellt.Bild: keystone

US-Justizministerium stellt Ermittlungen gegen Fed-Chef Powell ein

Die US-Bezirksstaatsanwältin Jeanine Pirro hat auf X verkündet, dass die Ermittlungen gegen Jerome Powell eingestellt würden. Das könnte Kevin Warsh den Weg zur Nachfolge ebnen.
24.04.2026, 17:0324.04.2026, 17:50

Powells Amtszeit dauert nur noch bis im Mai. Schon lange ist er aber US-Präsident Donald Trump ein Dorn im Auge. Er will ihn längst loswerden. Deshalb hat er im Januar die Justiz auf den Fed-Chef angesetzt. Dabei ging es um die Finanzierung der Renovierung des Fed-Hauptsitzes in Washington. Die Kosten sollen ausgeufert sein, so der Vorwurf.

Gleichzeitig hatte Trump Kevin Warsh als Nachfolger nominiert. Der neue Fed-Chef muss aber vom Senat bestätigt werden und wegen der laufenden Ermittlungen gegen Powell hatten sich einige republikanische Senatoren geweigert, Warshs Nominierung zu akzeptieren. Powell hatte angekündigt, dass er womöglich übergangsweise weiterhin die Fed weiterleiten werde, sollte bis im Mai kein Nachfolger gefunden werden.

Mit der Einstellung des Verfahrens soll nun dieses Hindernis beiseiste geräumt werden. Bezirksstaatsanwältin und ehemalige Fox-News-Moderatorin Jeanine Pirro kündigte die Einstellung auf X an.

Demnach soll der Generalinspektor die Sache wieder übernehmen. Bereits zweimal hatte dieser jedoch keine Verfehlungen festgestellt. Pirro betonte nun jedoch, erneut strafrechtliche Ermittlungen aufzunehmen, «sollten die Fakten dies rechtfertigen».

Streit um den Leitzins

Mitte Januar war Powell in einem äusserst ungewöhnlichen Schritt an die Öffentlichkeit getreten und hatte die Ermittlungen gegen ihn publik gemacht. Eine drohende Anklage ordnete er als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve ein.

«Die Drohung mit einer Anklage ist eine Folge davon, dass die Federal Reserve die Zinssätze nach bestem Wissen und Gewissen im öffentlichen Interesse festlegt und nicht den Präferenzen des Präsidenten folgt», sagte Powell.

Seit geraumer Zeit pocht Trump darauf, dass die Fed den Leitzins senkt – in den vergangenen zwei Sitzungen blieb dieser aber stabil. Trump fiel vor allem im vergangenen Jahr durch zahlreichen Beschimpfungen und Entlassungsdrohungen gegen Powell auf. (vro/sda)

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Das Hars
24.04.2026 17:27registriert August 2021
Herrlich: Trump pieselt Powell wegen (angeblich) ausufernder Renovierungskosten des FED-HQ an, vergisst dabei wohl aber, was sein „Monument“ im ehemaligen Ostflügel des Weissen Hauses kosten wird. Angeblich soll das Steuervolk ja dafür nicht aufkommen müssen, aber das halte ich für ein Gerücht. Zumal ja die Zolleskapaden das Steuervolk ohnehin schon so manchen Dollar gekostet haben dürfte. Aber eben, sind alles Verbrecher… nur Trump nicht!
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balzercomp
24.04.2026 17:16registriert Januar 2016
So kann man es auch machen. Solange die Ermittlungen laufen, wollten einige Abgeordnete den designierten Nachfolger nicht bestätigen und Powel wäre weiter im Amt geblieben. Jetzt fällt diese Begründung weg. Es bleibt nur zu hoffen, dass das DOJ nicht auf die Idee kommt die Ermittlungen nach der Ernennung von Warsh wieder zu starten.
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