US-Justizministerium stellt Ermittlungen gegen Fed-Chef Powell ein
Powells Amtszeit dauert nur noch bis im Mai. Schon lange ist er aber US-Präsident Donald Trump ein Dorn im Auge. Er will ihn längst loswerden. Deshalb hat er im Januar die Justiz auf den Fed-Chef angesetzt. Dabei ging es um die Finanzierung der Renovierung des Fed-Hauptsitzes in Washington. Die Kosten sollen ausgeufert sein, so der Vorwurf.
Gleichzeitig hatte Trump Kevin Warsh als Nachfolger nominiert. Der neue Fed-Chef muss aber vom Senat bestätigt werden und wegen der laufenden Ermittlungen gegen Powell hatten sich einige republikanische Senatoren geweigert, Warshs Nominierung zu akzeptieren. Powell hatte angekündigt, dass er womöglich übergangsweise weiterhin die Fed weiterleiten werde, sollte bis im Mai kein Nachfolger gefunden werden.
Mit der Einstellung des Verfahrens soll nun dieses Hindernis beiseiste geräumt werden. Bezirksstaatsanwältin und ehemalige Fox-News-Moderatorin Jeanine Pirro kündigte die Einstellung auf X an.
This morning the Inspector General for the Federal Reserve has been asked to scrutinize the building costs overruns – in the billions of dollars – that have been borne by taxpayers.
— US Attorney Pirro (@USAttyPirro) April 24, 2026
The IG has the authority to hold the Federal Reserve accountable to American taxpayers. I…
Demnach soll der Generalinspektor die Sache wieder übernehmen. Bereits zweimal hatte dieser jedoch keine Verfehlungen festgestellt. Pirro betonte nun jedoch, erneut strafrechtliche Ermittlungen aufzunehmen, «sollten die Fakten dies rechtfertigen».
Streit um den Leitzins
Mitte Januar war Powell in einem äusserst ungewöhnlichen Schritt an die Öffentlichkeit getreten und hatte die Ermittlungen gegen ihn publik gemacht. Eine drohende Anklage ordnete er als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve ein.
«Die Drohung mit einer Anklage ist eine Folge davon, dass die Federal Reserve die Zinssätze nach bestem Wissen und Gewissen im öffentlichen Interesse festlegt und nicht den Präferenzen des Präsidenten folgt», sagte Powell.
Seit geraumer Zeit pocht Trump darauf, dass die Fed den Leitzins senkt – in den vergangenen zwei Sitzungen blieb dieser aber stabil. Trump fiel vor allem im vergangenen Jahr durch zahlreichen Beschimpfungen und Entlassungsdrohungen gegen Powell auf. (vro/sda)
