Nach Buch über Trauerbewältigung – Autorin wegen Mord verurteilt
«Ein herzerwärmendes Buch, das Kindern dabei helfen soll, den Verlust eines geliebten Elternteils zu verarbeiten, geschrieben von einer liebenden Mutter, welche sich selbst mit dieser Herausforderung konfrontiert sah.» So wird das Buch der Immobilienmaklerin und Kinderbuchautorin Kouri Richins aus dem US-Bundesstaat Utah auf der Plattform Goodreads beschrieben. Rund ein Jahr nach dem Tod ihres Ehemannes 2022 wurde Richins verhaftet aufgrund des Verdachts, selbst für den Tod ihres damaligen Partners verantwortlich zu sein.
Fentanyl im Drink
Am vergangenen Montag wurde sie von einem Gericht in Summit County des besonders schweren Mordes sowie einer Reihe weiterer Delikte im Zusammenhang mit der Tat verurteilt. Die Jury sieht es als erwiesen an, dass Richins ihren damaligen Ehemann aus finanziellen Gründen mit einem Giftcocktail ermordete. Im Körper des Opfers wurde eine fünffachtödliche Dosis Fentanyl festgestellt, Richins soll das synthetische Opioid ihrem Mann in einem Drink verabreicht haben. Bereits Monate vor der Tat soll sie versucht haben, mit einem Fentanyl-Sandwich ihren Ehegatten zu vergiften, dieser wurde dabei jedoch «nur» ohnmächtig.
Geldgier als Auslöser
Gemäss dem Gericht soll Richins Schulden im Millionenbereich angehäuft haben. Vor dem Tod ihres Ehemannes schloss sie mehrere Lebensversicherungen im Gesamtwert von zwei Millionen Dollar auf ihren Mann ab, ohne dass dieser davon wusste. Auch soll sie auf die Immobilien im Wert von rund vier Millionen Dollar ihres Ehegatten und Vaters der gemeinsamen Kinder spekuliert haben. In Chats mit einer vermeintlichen Affäre fantasierte sie vor dem Mord davon, ihren Mann zu verlassen und Millionen aus der Scheidung zu erhalten.
Täterin erkundigte sich nach Luxusgefängnis
Gemäss der englischen Zeitung «Guardian» soll die Maklerin im Internet nach «was ist eine tödliche Dosis Fentanyl» gesucht haben. Eine weitere Abfrage aus Richins Suchverlauf lautet: «luxuriöse Gefängnisse für Reiche in Amerika».
Die Familie des Opfers zeigte sich nach dem Schuldspruch erleichtert, nun könnten sie vorwärts schauen und sich auf die Kinder sowie das Andenken an deren Vater konzentrieren, zitiert der «Guardian» die Schwester des Verstorbenen. Die Urteilsverkündung ist für den kommenden Mai angesetzt, Richins drohen mindestens 25 Jahre Haft bis hin zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe. (jul)
