International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Democratic presidential candidate former Vice President Joe Biden smiles while being introduced at a campaign event at Saint Augustine's University in Raleigh, N.C., Saturday, Feb. 29, 2020. (AP Photo/Gerry Broome)

Klarer Sieg für Joe Biden bei den Vorwahlen in South Carolina. Bild: AP

Biden klarer Sieger bei Vorwahl in South Carolina – Steyer zieht sich zurück

Joe Biden war bei den Vorwahlen der Demokraten fast schon abgeschrieben. Nun feiert er ein Comeback in South Carolina. Das Feld der Bewerber dünnt sich unterdessen aus. Mit grosser Spannung schauen nun alle auf den «Super Tuesday».



Nach drei Niederlagen im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten hat Ex-Vizepräsident Joe Biden erstmals eine Vorwahl gewonnen – und das mit einem Kantersieg. Biden erklärte sich am Samstagabend (Ortszeit) zum Sieger der wichtigen Vorwahl im Bundesstaat South Carolina. «Wir haben gerade gewonnen, und wir haben wegen euch deutlich gewonnen», sagte der 77-Jährige vor jubelnden Anhängern in South Carolinas Hauptstadt Columbia. Biden gehört zum moderaten Flügel der Demokraten.

Nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Wahlbezirke in South Carolina gewann Biden vorläufigen Angaben der Wahlkommission zufolge fast 50 Prozent der Stimmen. Sanders lag demnach bei knapp 20 Prozent. In landesweiten Umfragen führt Sanders (78) das Feld der Bewerber um die Kandidatur der Demokraten weiterhin an. Sanders hat bislang zwei Vorwahlen gewonnen. South Carolina war die vierte Vorwahl.

Vor dem «Super Tuesday»

Die Vorwahl in South Carolina war die letzte vor dem «Super Tuesday» am kommenden Dienstag. Dann wird in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten gewählt. Dabei werden mehr als ein Drittel aller Delegierten vergeben, die im Sommer den Kandidaten der Demokraten bestimmen. Dieser Kandidat wird am 3. November gegen den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump in die Wahl ziehen.

Trump selbst hat keine ernstzunehmende parteiinterne Konkurrenz. Die Republikaner haben daher ihre Vorwahlen in South Carolina und in mehreren anderen Bundesstaaten abgesagt.

Deutlich mehr schwarze Wähler

In South Carolina konnten deutlich mehr schwarze Wähler abstimmen als bei den bisherigen Vorwahlen in den Bundesstaaten Iowa, New Hampshire und Nevada. Biden baute darauf, bei dieser Wählergruppe punkten zu können. Diese Hoffnung erfüllte sich. Biden war Vizepräsident unter Trumps Vorgänger Barack Obama, dem ersten schwarzen Präsidenten in den Vereinigten Staaten. Im Fall einer Niederlage Bidens in South Carolina war über ein Ende seines Wahlkampfs spekuliert worden.

Biden bedankte sich bei den Wählern in South Carolina. «Vor wenigen Tagen haben die Presse und Experten diese Kandidatur für tot erklärt», sagte der Ex-Vizepräsident. «Wir sind sehr lebendig.» Sanders gratulierte seinem Konkurrenten zu dessen Sieg. «Heute Abend haben wir in South Carolina nicht gewonnen», sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung in Virginia Beach im Bundesstaat Virginia. «Ich will Joe Biden zu seinem Sieg heute Abend gratulieren.»

Ehemaliger Hoffnungsträger

Biden war als Hoffnungsträger moderater Demokraten ins Rennen gegangen. Er hatte die landesweiten Umfragen der Bewerber um die Kandidatur lange angeführt, bevor er an der Spitzenposition von Sanders abgelöst wurde. Bei den bisherigen Vorwahlen war Biden weit unter den Erwartungen geblieben. In Iowa war er nur auf den vierten Platz gekommen, in New Hampshire sogar nur auf Rang fünf. In Nevada lag Biden zwar auf dem zweiten Platz, aber um Längen hinter Sanders.

Was machte der Rest so?

Neben Biden und Sanders sind nach der Vorwahl in South Carolina noch fünf weitere Bewerber im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten: Der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg (78), der Ex-Bürgermeister von South Bend (Indiana), Pete Buttigieg (38), die Senatorin Amy Klobuchar (59), die Senatorin Elizabeth Warren (70) und die Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard (38).

Der Milliardär und frühere Hedgefonds-Manager Tom Steyer (62) zog seine Bewerbung nach einem erneuten enttäuschenden Ergebnis in South Carolina zurück. Steyer sagte am Samstagabend: «Ich sehe keinen Weg, wie ich die Präsidentschaft gewinnen kann.» Steyer hat in den vier Vorwahlen keinen einzigen Delegierten gewonnen. In South Carolina kam er mit gut elf Prozent auf den dritten Platz. Die anderen Kandidaten blieben dort im einstelligen Bereich.

Bloomberg trat in South Carolina – wie bei den anderen bisherigen Vorwahlen – nicht an. Der Multimilliardär ist erst spät ins Rennen eingestiegen und steht erstmals am «Super Tuesday» auf den Wahlzetteln. Präsident Trump schrieb am Samstagabend auf Twitter, der Sieg des «schläfrigen» Joe Biden in South Carolina sollte das Ende des «Witzes eines Wahlkampfs» von «Mini Mike Bloomberg» sein.

Buttigieg hatte sich bei der ersten Vorwahl in Iowa Anfang Februar ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Sanders geliefert, war am Ende aber auf etwas mehr Delegierte gekommen. Bei der Vorwahl in New Hampshire konnte sich Sanders knapp gegen Buttigieg durchsetzen. In Nevada kam Buttigieg auf den dritten Platz.

Wie geht's weiter?

Die Vorwahlen ziehen sich bis Juni hin. Auf Nominierungsparteitagen küren Demokraten und Republikaner danach endgültig ihre Präsidentschaftskandidaten – die Demokraten im Juli in Milwaukee (Wisconsin), die Republikaner im August in Charlotte (North Carolina). (jaw/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Donald Trump in Indien

Joe Biden verabschiedet sich von John McCain

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

16
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nunja 01.03.2020 12:47
    Highlight Highlight Obwohl es leider völlig irrelevant ist, da South Carolina seit 50 Jahren konsequent Republikanisch wählt, wird der Sieg Biden retten und ihm für SuperTuesday den für das Establishment nötigen Boost geben. Wie die Partei und alle Kandidaten (offen) gegen Bernie konspirieren ist etwas schäbig. Es ist klar, dass sie lieber weiter Trump haben als eine volksnahe Politik.
  • tagomago 01.03.2020 12:23
    Highlight Highlight Biden hat kein Geld mehr und hat in den Super-Tuesday-Staaten praktisch keine Kampagne. Ende nächste Woche wird er wohl aus dem Rennen aussteigen.
  • Füürtüfäli 01.03.2020 10:56
    Highlight Highlight Ich hoffe wirklich sehr dass Sanders sich durchsetzt. Es ist Zeit für einen Richtungswechsel auf diesem - ökologisch wie gesellschaftlich - zusehends kaputten Planeten. Biden würde uns zwar von Trumps verrückten Tweets und Wortmeldungen befreien, inhaltlich würde sich mit ihm aber rein gar nichts ändern.
  • Bruno S.1988 01.03.2020 10:28
    Highlight Highlight Endlich hat joe biden in über 30 jahren bei seiner dritten Teilnahme an der Präsidentschaftswahl die erste Vorwahl grewonnen!
    Dabei wollte er doch für den Senat antreten, oder was das etwa der "andere Biden"? 😜
  • Jo Blocher 01.03.2020 07:13
    Highlight Highlight Pinocchio Donald fürchtet sich offensichtlich vor Mini Mike Bloomberg.
    • PC Principal 01.03.2020 10:57
      Highlight Highlight Wieso erhält dieser Kommentar Downvotes? Egal ob man Bloomberg mag oder nicht, es es ist offensichtlich dass Trump ihn fürchtet.
    • Nonald Rump 01.03.2020 12:10
      Highlight Highlight Nein, das denke ich nicht.
    • rodolofo 01.03.2020 12:45
      Highlight Highlight Aber der kann sich doch locker einen Berg von Blumen kaufen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 01.03.2020 06:33
    Highlight Highlight Biden wirkt auf mich irgendwie jünger und frischer!
    Ich glaube, seine Kosmetikerinnen haben ihm etwas Orange verpasst.
    • Froggr 01.03.2020 10:56
      Highlight Highlight Orange kommt eben gut an ;-)
  • Jawolaufensiedenn 01.03.2020 06:26
    Highlight Highlight Jeder Greis ist besser als der amtierende. Der hier hat auch schon Grund zu berechtigten Zweifeln gegeben-sein Geisteszustand oder seine Bescheidenheit liessen zu wünschen. Will man so einen Möchtegern Strahlemann? Die anderen wollen kein national health System geschweige denn etwas an der Wirtschaft ändern.
    Meiner Meinung nach ist Bernie der geeignetste Kandidat. Der kann’s und hat es verdient!
    • mbr72 01.03.2020 10:35
      Highlight Highlight Das werden die alteingesessenen Macht-Demokraten nicht zulassen (bzw. deren Grossspenden-Zahler). Deshalb wird die Orange nochmals gewählt und die Demokraten sich selbst zerstören. Erbärmlich, aber sehr wahrscheinlich.
    • swisskiss 01.03.2020 12:51
      Highlight Highlight Lokutus: Das Tragische an der Wahl, dem System und besonders für die Demokratie in den USA, ist NICHT die Frage, welcher Kandidat der Demokraten der beste Präsident sein würde, sondern welcher fähig ist, Trump zu schlagen. Sanders ist für die nicht parteigebundenen Wechselwähler im konservativen bible belt und rust belt zu links und nicht wählbar. Das zeigt auch die letzte repräsentative Umfrage unter US Bürgern, die Biden mit 42% Chance Trump zu schlagen , die höhere Chance sehen, als bei Sanders mit 24%. Es wird WIEDER eine Mauschelei der Parteielite geben, um nicht Sanders zu nominiern.
    • satyros 01.03.2020 15:25
      Highlight Highlight "Der kann’s und hat es verdient!" Ich mag Bernie ja auch und hoffe, dass die US-Amerikaner dieses Mal ihre Chance packen und ihn wählen. Aber "verdienen" kann man sich das Amt des US-Präsidenten nicht. Hillary machte einen Wahlkampf, der darauf aufbaute, dass sie es sich verdient habe. Wir kennen alle das Resultat. Und Biden ist auch einer, der es jetzt mal verdient hätte, Präsident zu werden
    Weitere Antworten anzeigen

Analyse

Donald Trump wird zum Führer der internationalen Rechtsextremen

Der US-Präsident verbreitet immer öfters die Verschwörungstheorien der äussersten Rechten – und wird dafür reichlich belohnt.

Anne Applebaum ist einer renommierte Geschichtsprofessorin. Sie ist amerikanisch-polnische Doppelbürgerin und galt lange als solide Konservative. Ihr Ehemann war Aussenminister in der liberalen Regierung Polens. Sie selbst hat sich mit Büchern über die Grausamkeiten in der UdSSR unter Stalin einen Namen geschaffen.

Applebaum hat einen ausgedehnten Freundeskreis im konservativen Lager. Mit Boris Johnson etwa hat sie im Magazin «The Spectator» zusammengearbeitet. Mit Maria Schmidt, der Direktorin …

Artikel lesen
Link zum Artikel