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President Donald Trump attends an event on healthcare prices in the Roosevelt Room of the White House, Friday, Nov. 15, 2019, in Washington. (AP Photo/ Evan Vucci)
Donald Trump

Donald Trump zeigt sich besonders angriffslustig. Bild: AP

Alles, was du zu Trumps neuesten Twitter-Attacken auf Zeugen wissen musst

US-Präsident Trump setzt im Amtsenthebungsverfahren weiter auf persönliche Attacken gegen Zeugen. Die Demokraten könnten das gegen ihn verwenden.



Angriff ist die beste Verteidigung: Auf den zunehmenden Druck in den Impeachment-Ermittlungen hat US-Präsident Donald Trump mit der Diskreditierung von Zeugen reagiert. Doch damit zog er gleich weitere Kritik auf sich.

Welche Twitter-Attacken?

Jennifer Williams, a special adviser to Vice President Mike Pence for Europe and Russia who is a career Foreign Service officer, arrives for a closed-door interview in the impeachment inquiry on President Donald Trump's efforts to press Ukraine to investigate his political rival, Joe Biden, at the Capitol in Washington, Thursday, Nov. 7, 2019. (AP Photo/J. Scott Applewhite)
Jennifer Williams

Jennifer Williams' Aussage missfiel Trump offensichtlich. Bild: AP

Trump äusserte sich auf Twitter abschätzig über eine weitere Zeugin in den Impeachment-Ermittlungen. Jennifer Williams, «wer auch immer das ist», solle beide Mitschriften seiner Ukraine-Telefonate und die Stellungnahmen aus Kiew anschauen, schrieb Trump am Sonntag in einem Tweet. Dann solle sie sich mit «den anderen Trump-Gegnern» treffen, die er nicht kenne und von denen er zum Grossteil noch nie gehört habe, um eine «bessere Attacke auf den Präsidenten» auszuarbeiten, spottete er.

Williams ist Mitarbeiterin von US-Vizepräsident Mike Pence. Sie hatte am 7. November hinter verschlossenen Türen vor dem Kongress zu der Ukraine-Affäre ausgesagt. Der Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses veröffentlichte die Mitschrift ihrer Befragung am Samstagabend. Am kommenden Dienstag soll Williams erneut im Kongress befragt werden – diesmal öffentlich.

Sie hatte bei jenem Telefonat zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am 25. Juli mitgehört, das im Mittelpunkt der Ukraine-Affäre steht, und Trumps Forderungen darin als «unangemessen» kritisiert.

Williams' Aussage missfiel Trump offenbar. Mit seinem Tweet stellte er ihre Glaubwürdigkeit in Frage und warf ihr Parteilichkeit vor.

FILE - In this Oct. 11, 2019, file photo, former U.S. ambassador to Ukraine Marie Yovanovitch, arrives on Capitol Hill in Washington. The House will hear from a singular witness Friday in the Trump impeachment hearings, Yovanovitch, who was targeted by the president’s allies in a “smear” campaign now central to the inquiry. (AP Photo/J. Scott Applewhite, File)
Marie Yovanovitch

Auch Marie Yovanovitch wurde Ziel von Trumps Attacken auf Twitter. Bild: AP

Am Freitag hatte Trump bereits eine andere Zeugin in den Impeachment-Ermittlungen per Tweet attackiert: die Ex-US-Botschafterin in der Ukraine, Marie Yovanovitch. Während ihrer laufenden Anhörung griff der Präsident sie per Tweet an und schrieb, überall, wo Yovanovitch hingegangen sei, habe sich die Lage verschlechtert. Yovanovitch wurde bei ihrer Befragung auf den Tweet angesprochen. Sie nannte diesen «einschüchternd». Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus, der Demokrat Adam Schiff, sprach von «Einschüchterung von Zeugen in Echtzeit». Bereits zuvor hatte Yovanovitch ausgesagt, sie habe sich von vorherigen Aussagen Trumps bedroht gefühlt.

Welche Infos hat Williams?

Williams nannte Trumps Forderung nach solch spezifischen Ermittlungen in dem Telefonat mit Selenskyj «ungewöhnlich» und «unangemessen». Sie sagte: «Für mich gab das Aufschluss zu möglichen anderen Motiven hinter der Zurückhaltung der Militärhilfe.» Es habe den Anschein gehabt, als gehe es mehr um die «persönliche politische Agenda» des Präsidenten als um aussenpolitische Ziele der USA.

Wie reagieren die Demokraten auf die Attacken?

Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, kritisierte Trumps Attacke auf die Ex-Botschafterin ebenfalls scharf. «Er hat einen Fehler gemacht», sagte sie in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem Sender CBS. «Das war völlig falsch und unangemessen.» Selbst die leidenschaftlichsten Unterstützer Trumps müssten zugeben, dass der Präsident falsch gehandelt habe.

Und die Republikaner?

Republikanische Abgeordnete taten sich tatsächlich schwer, ihren Parteikollegen Trump zu verteidigen, und distanzierten sich zum Teil von dessen Twitter-Attacke auf Yovanovitch. Selbst konservative Kommentatoren, die üblicherweise eifrige Verteidiger des Präsidenten sind, zweifelten dessen Strategie der Gegen-Attacke öffentlich an.

Was sagt Trump?

Trump dagegen wies die Einschüchterungsvorwürfe zurück und verwies auf sein Recht auf freie Meinungsäusserung. Dass er seine Attacke auf Yovanovitch nicht für einen Fehler hält, zeigt die Tatsache, dass er mit seinem Spott über Williams nachlegte. In dieser Woche stehen im Kongress am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag gleich acht öffentliche Anhörungen an. Williams ist eine der Zeuginnen. (mim/sda/dpa)

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