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Der erste US-Astronaut, der die Erde umkreiste: John Glenn gestorben



Former U.S. Sen. John Glenn speaks during a celebration for the renaming of Port Columbus International Airport to John Glenn Columbus International Airport Tuesday, June 28, 2016, in Columbus, Ohio. Senate Bill 159, which changes the name of the airport, goes into effect in September. (AP Photo/Jay LaPrete)

Er wurde 95 Jahre alt: John Glenn. Bild: AP/FR52593 AP

Er war der erste Amerikaner, der in einem Raumschiff unseren Planeten umkreiste. Der Astronaut und spätere US-Senator sorgte damit 1962 für viele Schlagzeilen. Nun, 54 Jahre später, ist John Herschel Glenn im Alter von 95 Jahren gestorben, wie «The Columbus Dispatch» schreibt.

Auf Twitter bestätigte John Kasich, der Gouverneur von Ohio, den Tod des des Astronauten. Es sei ein «Anlass zur Trauer für uns alle». 

FILE – In this Feb. 14, 2008, file photo, Democratic presidential hopeful U.S. Sen. Hillary Rodham Clinton, D-N.Y., left, reacts as she is introduced by astronaut and former Democratic U.S. Sen. John Glenn of Ohio, right, during a campaign stop at The Ohio State University in Columbus, Ohio. Glen was among uncertified candidates that Ohio voters wrote in as their U.S. presidential picks during the Tuesday, Nov. 8, 2016, general election, instead of Republican Donald Trump, Democrat Hillary Clinton and other certified candidates. An analysis by The Associated Press found more than 20,000 uncertified write-in votes were cast in the eight of Ohio's 10 largest counties for which data is available. (AP Photo/Carolyn Kaster, File)

2008 unterstützte John Glenn die Demokratin Hillary Clinton bei der Nomination als Präsidentschaftskandidatin. Bild: Carolyn Kaster/AP/KEYSTONE

Der Astronaut habe den Amerikanern beigebracht, dass es «mit Mut und Entdeckergeist keine Grenze gibt bei den Höhen, die wir zusammen erreichen können», sagte US-Präsident Barack Obama. Glenn habe Generationen von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Astronauten begeistert.

«Der letzte von Amerikas ersten Astronauten hat uns verlassen. Aber ihr Beispiel lehrt uns, dass unsere Zukunft auf der Erde uns dazu zwingt, in neue Höhen zu streben.»

U.S. President Barack Obama awards a 2012 Presidential Medal of Freedom to astronaut and former U.S. Senator John Glenn (L) during a ceremony in the East Room of the White House in Washington, DC, U.S. on May 29, 2012. REUTERS/Kevin Lamarque/File Photo

John Glenn wurde 2012 von US-Präsident Obama geehrt. Bild: Kevin Lamarque/REUTERS

Schon vor seiner Zeit bei der US-Raumfahrtbehörde NASA war der 1921 in Cambridge, Ohio, geborene Demokrat als Testpilot tätig. So stellte er im Juli 1957 etwa einen Geschwindigkeitsrekord in der Luftfahrt auf.

Mit einer Vought F8U-1P flog er innert drei Stunden und 23 Minuten von Los Angeles nach New York. Dies war der allererste Transkontinentalflug in Überschallgeschwindigkeit.

Wutausbruch

Geboren wurde Glenn 1921 im US-Bundesstaat Ohio als Sohn eines Eisenbahnschaffners. Nach einem Mathematikstudium kam er 1942 als Kadett zu den Marinefliegern. Schon zwei Jahre später flog er im Zweiten Weltkrieg von den Marshall-Inseln aus rund 60 Kampfeinsätze im Pazifik, Jahre später während des Korea-Feldzugs noch einmal so viele. Er zählte zu den erfolgreichsten Piloten seiner Zeit, wurde dutzendfach dekoriert. Dann testete er als Versuchsflieger neue Flugzeuge und wurde so schliesslich Astronaut. Der allererste Amerikaner im Weltraum wurde Glenn allerdings nicht. Diese Ehre wurde am 5. Mai 1961 dem 1998 gestorbenen Alan Shephard zuteil, der an Bord einer Mercury-Kapsel ins All geschossen wurde und wenige Sekunden in der Schwerelosigkeit verbrachte. Glenn hatte sich der Legende nach mit einem Wutausbruch die Chance auf diese Pole-Position selbst verbaut: Das Mitglied der Presbyterianer-Kirche rief seine lebenslustigen Astronautenkollegen 1961 recht harsch dazu auf, nicht jeder Frau hinterherzurennen, weil sie damit den Ruf des gesamten Raumfahrtprogramms gefährdeten. Die verärgerten Kollegen rächten sich und stimmten dagegen, dass Glenn als erster oder zweiter Amerikaner ins All fliegt.

Die Zeit zwischen seinen Weltraumflügen nutzte er als erfolgreicher Politiker. 1974 gewann er – sicher unterstützt durch seinen Ruhm als Astronaut – die Wahl zum US-Senator. Den Posten hielt er fast ein Vierteljahrhundert. In der Politik musste der Demokrat allerdings auch harte Niederlagen einstecken. 1976 scheiterte er daran, Vize-Präsidentschaftskandidat von Jimmy Carter zu werden. 1984 nahm Glenn einen vergeblichen Anlauf, für seine Partei als Präsidentschaftskandidat ins Rennen zu gehen.

Mit 77 Jahren flog Glenn in der Raumfähre Discovery erneut ins All und umkreiste die Erde 134-mal. Damit bleibt er der älteste Mensch, der je im All war. Mit dem Flug sollte untersucht werden, wie sich die Schwerelosigkeit auf ältere Menschen auswirkt. Glenn überstand ihn problemlos und scherzte später, er habe beweisen wollen, «dass Senioren eines Tages Ferien im All machen können». (blu/sda)

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