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epa08767679 German Bundeswehr Army soldiers practice the crossing of the river Elbe with a Leopard 2 tank at the crossing point between Storkau (Elbe) and Hohengoehren, in Storkau (Elbe), Germany, 23 October 2020. The soldiers performed the crossing of the river Elbe on their way to the Altmark military training area for the NATO exercise ?Heidesturm? (Heide storm) for a NATO mission in Lithuania. The transfer to Lithuania is planned for early 2021. ?Heidesturm? runs from 19 October to 06 November 2020. Originally planned under participation of the Dutch army, the Dutch participation was cancelled due to a coronavirus case on the Dutch side. 250 Soldiers and 100 vehicles, amongst them, Leopard 2 tanks, Marder armored personnel carriers and the armored Boxer GTK where part of the ferry service.  EPA/CLEMENS BILAN

Deutsche Soldaten während der NATO-Übung «Heidesturm» in Litauen, Oktober 2020. Bild: keystone

Rüstungsausgaben steigen um 8,5 Prozent – an der Spitze gibt's keine Veränderung



Die weltweiten Ausgaben für Waffen und Rüstungsgüter sind im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Das internationale Friedensforschungsinstitut Sipri bezifferte den Gesamtumsatz der 25 grössten internationalen Rüstungsunternehmen 2019 auf insgesamt 361 Milliarden US-Dollar (ca. 321 Mrd. Franken). Das sind 8,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Bericht wurde am Montag in Stockholm veröffentlicht.

Der wichtigste Händler sind mit weitem Abstand die Vereinigten Staaten. Die zwölf US-Unternehmen, die in der Rangliste erfasst sind, stehen für 61 Prozent der Verkäufe weltweit. Allein die fünf grössten Rüstungsproduzenten Lockheed Martin, Boeing, Northrop Grumman, Raytheon und General Dynamics verzeichneten einen Umsatz von 166 Milliarden US-Dollar.

Auf Platz zwei im weltweiten Waffenhandel folgt China mit 16 Prozent. Die vier von Sipri gelisteten chinesischen Unternehmen steigerten ihren Umsatz binnen eines Jahres um 4,8 Prozent. Sipri-Forscher Nan Tian erklärte dies so: «Chinesische Waffenunternehmen profitieren von militärischen Modernisierungsprogrammen für die Volksbefreiungsarmee.» Verkauft werde überwiegend im eigenen Land.

epa08726693 People walk past a wall mural showing Taiwan's military pieces in Taipei, Taiwan, 07 October 2020. According to media reports, Taiwan's Defence Minister Yen Teh-fa on 07 October was quoted as saying at the parliament that Taiwan has spent nearly 900 million US dollars on scrambling jets to chase away Chinese military aircrafts which have allegedly entered Taiwan's air defence identification zone (ADIZ). Yen said Taiwan will increase Air Force budget next year, and will increase recall of reservists from once a year for one week training to twice a year for two week training, and adding live-fire shooting at military bases.  EPA/DAVID CHANG

China ist nach den USA auf dem zweiten Platz – und tragen 16 Prozent zum weltweiten Waffenhandel bei. Bild: keystone

Auf Platz drei in der globalen Rangliste findet sich Russland mit einem Anteil von 3,9 Prozent. Die Ausfuhr ins Ausland ist für russische Rüstungsproduzenten durch die Sanktionen infolge des Ukraine-Konflikts und der Besetzung der Krim-Halbinsel beschränkt. Die Einnahmen der beiden gelisteten Unternehmen gingen um insgesamt 634 Millionen US-Dollar zurück. Ein dritter russischer Produzent fiel aus den Top 25 heraus.

«Russland ist ein sehr starker Player und hat eine starke Rüstungsindustrie», sagte Lucie Béraud-Sudreau, Leiterin des Sipri-Forschungsprogramms zu Waffenhandel und Militärausgaben. Aufgrund der Wirtschaftslage habe sich die Modernisierung des Militärs jedoch verlangsamt. «Das bedeutet natürlich einen Umsatzrückgang für die russische Rüstungsindustrie, weil ihr Hauptauftraggeber, die russische Regierung, weniger ordert.»

epa08691036 A Russian tank T-72B3 fires during the Kavkaz-2020 (The Caucasus 2020) military exercises at the range Raevsky in Krasnodar region, Russia, 23 September 2020. The Caucasus 2020 strategic command and staff exercise involving Russian Armed Forces and military troops from other countries take place from 21 to 26 September at the Russian internal ranges of the Southern Military District and in the waters of the Black and Caspian seas.  EPA/MAXIM SHIPENKOV

Ein russischer Panzer während der Kavkaz-2020-Übung in Krasnodar, September 2020. Bild: keystone

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte den Anstieg der Rüstungsausgaben und forderte ein «radikales Umdenken». «Selten wird eine Fehlentwicklung so deutlich vor Augen geführt: Weltweit sind Hunderte Millionen Existenzen durch die Corona-Pandemie bedroht, Abermillionen sind infiziert und Unzählige haben keine ausreichende medizinische Versorgung», sagte Greenpeace-Abrüstungsexperte Alexander Lurz der Deutschen Presse-Agentur. Die Sipri-Zahlen zeigten, «wohin das knappe Geld nicht fliessen sollte: immer weiter in die Taschen der internationalen Waffenindustrie.»

Die sechs grössten westeuropäischen Unternehmen machten zusammen 18 Prozent aus. Schweizer Firmen rangieren nicht unter den Top 25. Das grösste deutsche Rüstungsunternehmen Rheinmetall steigerte seinen Umsatz um 4 Prozent auf 3,9 Milliarden US-Dollar.

Der Anstieg der Rüstungsausgaben sei auch ein Spiegel der Spannungen in der internationalen Politik, sagte Béraud-Sudreau. Diese Entwicklung sei bereits seit der Besetzung der Krim-Halbinsel durch Russland 2014 zu beobachten. Nach dem Einzug des inzwischen abgewählten US-Präsidenten Donald Trump ins Weisse Haus 2016 habe sie sich verstärkt. (jaw/sda/dpa)

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