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USA untersuchen gefälschtes Video von Ministeriumssprecher

USA untersuchen gefälschtes Video von Ministeriumssprecher

05.06.2024, 22:3605.06.2024, 22:36

Nach dem Auftauchen eines gefälschten Videos von US-Aussenministeriumssprecher Matthew Miller in den sozialen Medien untersucht die amerikanische Regierung die Herkunft des Clips. «Ich möchte alle warnen: Wenn Sie ein Video von mir auf dem Podium sehen und sich die Farbe meines Hemdes und meiner Krawatte von dem Moment an, in dem mir eine Frage gestellt wird, bis zu dem Moment, in dem ich antworte, ändert, ist das wahrscheinlich ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Video nicht echt ist», sagte Miller am Mittwoch auf Nachfrage einer Journalistin.

Die «New York Times» hatte vergangene Woche über den rund 50 Sekunden langen Clip berichtet. Auf dem deutlich manipulierten Video ist zu sehen und zu hören, wie Miller offenbar suggeriert, dass die russische Stadt Belgorod ein legitimes Ziel ukrainischer Angriffe ist. Zuvor hatte die US-Regierung der Ukraine zwar tatsächlich die Erlaubnis erteilt, amerikanische Waffen in begrenztem Umfang gegen Ziele auf russischem Gebiet einzusetzen. Die Aussagen des gefälschten Sprechers gehen jedoch darüber hinaus und sind zudem inhaltlich in weiten Teilen falsch.

Ob es sich einfach nur um ein zusammengeschnittenes Video handelt oder ob auch Künstliche Intelligenz (KI) im Spiel war, sei bislang ebenso unklar wie die Antwort auf die Frage, woher der Clip stamme, sagte Miller am Mittwoch. Man habe aber in der Vergangenheit gesehen, wie die russische Regierung versucht habe, mit Desinformationen sowohl die eigene Bevölkerung als auch Menschen in anderen Ländern zu täuschen.

Auf die Frage, ob die amerikanische Regierung mit Blick auf die US-Präsidentenwahl im November einen Anstieg solcher manipulierten Videos erwarte, sagte Miller, man sei «extrem besorgt». Das beste Gegenmittel sei es, als Regierung zuverlässige Informationen zu verbreiten und Falschinformationen schnell zu adressieren. Der Ministeriumssprecher witzelte aber auch: «Mir ist gerade eingefallen, dass ich viele Zoom-Meetings vermeiden könnte, wenn ich eine KI-Version von mir selbst hätte.» (hkl/sda/dpa)

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