International
USA

Trump und Rubio drohen erneut mit Nato-Austritt

«Papiertiger»: Trump droht erneut mit Nato-Austritt

01.04.2026, 13:0501.04.2026, 13:05

US-Präsident Donald Trump und sein Aussenminister Marco Rubio haben erneut den Austritt der Vereinigten Staaten aus der Nato angedroht.

epa12851180 US Secretary of State Marco Rubio (L) looks on as US President Donald J. Trump delivers remarks during a Cabinet meeting in the Cabinet Room of the White House in Washington, DC, USA, 26 M ...
Donald Trump und Marco Rubio drohen mit dem Nato-Austritt.Bild: keystone

Trump bezeichnete die Allianz im Gespräch der britischen Zeitung «The Telegraph» als «Papiertiger». Es stehe kaum noch zur Debatte, dass die Mitgliedschaft der USA nach dem Ende des Iran-Krieges überdacht werden müsse.

Rubio hatte sich zuvor in einem Interview des Senders Fox News ähnlich geäussert. «Ich denke also, dass es leider keinen Zweifel gibt, dass wir nach Abschluss dieses Konflikts diese Beziehung neu bewerten müssen», sagte der US-Aussenminister dem Transkript seines Ministeriums zufolge. «Wir werden den Wert der Nato und dieses Bündnisses für unser Land neu prüfen müssen.» Letztlich sei es eine Entscheidung des Präsidenten. «Und er wird sie treffen müssen», sagte Rubio.

Scharfe Kritik an den Verbündeten

Der «Telegraph» schrieb, Trump habe im Gespräch gesagt, er sei «froh», dass Rubio diese Aussagen gemacht habe. Die US-Regierung kritisiert seit Wochen die aus ihrer Sicht mangelnde Unterstützung der Nato-Partner im Iran-Krieg. Es geht unter anderem um die Nutzung von Stützpunkten und die Hilfe in der Krise um die für die Weltwirtschaft bedeutende Strasse von Hormus.

Trump hatte sich insbesondere Spanien und Grossbritannien vorgenommen, auch Deutschland hatte der US-Präsident für die Zurückhaltung kritisiert. Die spanische Regierung hatte jüngst ihren Luftraum für alle Flugzeuge gesperrt, die mit dem Krieg gegen den Iran in Verbindung stehen. Die Briten hatten den US-Streitkräften erst mit Verzögerung die Nutzung ihrer Stützpunkte genehmigt – und auch nur für Verteidigungszwecke.

Der britische Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Nato, angesprochen auf Trumps Äusserungen, als «effektivstes Militärbündnis», das die Welt je gesehen habe. Starmer betonte, dass er bei seinen Entscheidungen stets im Interesse des Vereinigten Königreichs handele. «Ganz gleich, wie gross das Getöse ist», sagte Starmer: «Deshalb habe ich sehr klargemacht, dass dies nicht unser Krieg ist». In Fragen der Verteidigung, der Sicherheit und der wirtschaftlichen Zukunft sei eine «engere Beziehung» zu Europa nötig.

Trumps Haltung zu Deutschland

Für ähnliche Aussagen hatte Trump zuletzt den deutschen Kanzler Friedrich Merz kritisiert. «Der deutsche Kanzler – das sind alles meine Freunde – Friedrich. Der deutsche Kanzler, er sagte: »Das ist nicht unser Krieg«.», hatte Trump geäussert. Der Satz stammt ursprünglich von Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius. Merz hatte sich unlängst bei einem Besuch in Norwegen so geäussert: «Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges, und wir wollen es auch nicht werden.»

Ein wichtiger Grundpfeiler der Nato ist die gegenseitige Beistandspflicht der Verbündeten im Angriffsfall nach Artikel 5. Der von den USA und Israel begonnene Iran-Krieg ist davon nicht abgedeckt. (hkl/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
108 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
stevensplace
01.04.2026 13:19registriert März 2020
Ein verurteilter, krimineller Mafiaboss tut, was halt so ein Mafiaboss tut, wenn der Tag lang ist.

Er droht und erpresst. Gemein hin bekannt, auch als Schutzgeld-Erpressung.
Ich finde einfach, Al Capone hatte irgendwie mehr Stil.
1233
Melden
Zum Kommentar
avatar
Wusu
01.04.2026 13:20registriert Juli 2022
..das am 22. Dezember 2023 verabschiedete Gesetz zur Genehmigung der Verteidigungsausgaben für das Haushaltsjahr 2024 verbietet dem Präsidenten einen einseitigen Austritt aus der NATO ohne Zustimmung einer Zweidrittelmehrheit im Senat oder eines Kongressbeschlusses… 🤷‍♀️
1010
Melden
Zum Kommentar
avatar
Milhouse
01.04.2026 13:19registriert Oktober 2017
"...dass es leider keinen Zweifel gibt, dass wir nach Abschluss dieses Konflikts diese Beziehung neu bewerten müssen."
Richtig, Donnie! Genau das müssen wir.
852
Melden
Zum Kommentar
108
Trump erschwert Briefwahl in den USA
Noch immer glaubt US-Präsident Donald Trump, dass es bei den Präsidentschaftswahlen 2020 nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Nun hat er ein Dekret unterzeichnet, das die Briefwahl erschwert. Er will damit gegen Wahlbetrug vorgehen.
Das Wahlrecht in den USA wird beschränkt. US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag ein Dekret unterzeichnet, das die Briefwahl erschwert, wie US-Medien berichten. Trump ist überzeugt: «Der Betrug bei der Briefwahl ist legendär.» Beweise dafür gibt es allerdings keine.
Zur Story