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Trump steht vor dritter medizinischen Untersuchung in 13 Monaten

epa12993436 US President Donald Trump inspects the columns of the North Portico of the White House in Washington, DC, USA, 25 May 2026. EPA/AARON SCHWARTZ / POOL
US-Präsident Donald Trump.Bild: keystone

Trump steht vor seiner dritten medizinischen Untersuchung in 13 Monaten

Vor dem nächsten Spitalbesuch Donald Trumps wird die Kritik unabhängiger Ärzte an der mangelnden Transparenz des Weissen Hauses lauter. Die US-Regierungszentrale weist die Vorwürfe zurück und prangert kritische Stimmen öffentlich an.
25.05.2026, 21:1326.05.2026, 10:29

US-Präsident Donald Trump besucht am Dienstag zum dritten Mal innerhalb von 13 Monaten das «Walter Reed National Military Medical Center». Das Weisse Haus deklariert den bevorstehenden Untersuch in der medizinischen Einrichtung für amtierende US-Präsidenten in seiner Mitteilung als routinemässige Kontrolle.

Eine ebensolche im April 2025 wurde erst Monate später als Röntgenuntersuchung deklariert: Um das Herz und die Blutgefässe zu checken. Trump, der fast 80 Jahre alt ist, sieht sich zunehmend mit den gleichen Fragen zu seiner Fitness konfrontiert wie sein Vorgänger Joe Biden. Unabhängige Medizinerinnen und Mediziner fordern mehr Transparenz.

The left foot and swollen ankle of President Donald Trump are pictured as he sits with Bahrain's Crown Prince Salman bin Hamad Al Khalifa in the Oval Office of the White House, Wednesday, July 16 ...
Der geschwollene Knöchel Trumps.Bild: keystone

Blaue Hände, dicke Beine und kognitive Ausdauer

«Dieses Weisse Haus scheint kein körperliches Leiden anerkennen zu wollen, aber ältere Menschen entwickeln medizinische Probleme, und der Präsident ist fast 80 Jahre alt», findet Dr. Jonathan Reiner gegenüber der US-Tageszeitung Washington-Post. Er war der Kardiologe des ehemaligen Vizepräsidenten Dick Cheney.

Die Hämatome auf Trumps Händen begründete das Weisse Haus mit zahlreichem Händeschütteln und der täglichen Einnahme von Aspirin. Für Reiner ist auch diese Erklärung nicht glaubhaft. «Wir haben schon öfter eine ähnliche Prellung an seiner linken Hand gesehen, und ich bezweifle, dass er mit der linken Hand Hände schüttelt».

The right hand of President Donald Trump has a bandage on it as he speaks with reporters while in flight on Air Force One from his Mar-a-Lago estate in Palm Beach, Fla., to Joint Base Andrews, Sunday, ...
Trumps bandagierte rechte Hand.Bild: AP

Ausserdem hat er Bedenken wegen der geschwollenen Beine des Präsidenten. Diese könnten ein Warnsignal für eine gefährliche Herzschwäche sein. Sie fielen bereits im Juli 2025 auf und wurden nach Untersuchungen mit einer chronischen Veneninsuffizienz – einem Blutstau – begründet. In einem medizinischen Bericht vom April 2025 sei davon noch nichts gestanden, gibt Reiner zu bedenken und wundert sich, ob die Diagnose übersehen oder nicht offengelegt wurde.

Auch in der Bevölkerung wachsen die Zweifel an Trumps Eignung. Eine Umfrage der «Washington Post», des Nachrichtensenders «ABC-News» und des Markt- und Meinungsforschungsinstituts «Ipsos» vom April 2026 verdeutlicht dies: 40 Prozent der Befragten sprechen ihm noch die für die Ausübung seines Amtes nötige mentale Klarheit zu – im September 2025 waren es noch 47 Prozent. 44 Prozent glauben, er sei physisch fit genug. Im Vorjahr vertrauten 54 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Trumps Körper.

«wall of shame»

Trump verweist gerne und oft auf angeblich fehlerfreie Ergebnisse beim «Montreal Cognitive Assessment». Ein medizinischer Test, der verwendet wird, um frühzeitige Anzeichen von Demenz oder einen Rückgang geistiger Fähigkeiten zu erkennen.

Jeffrey Kuhlman, der als Arzt für die ehemaligen Präsidenten Bill Clinton, George W. Bush und Obama tätig war, traut den Aussagen des US-Präsidenten nicht. Er laut der «Washington Post» eine umfassendere Prüfung der exekutiven Fähigkeit Trumps. «Wir wissen, dass bei 80-Jährigen ein Rückgang des Gedächtnisses, des logischen Denkens, der Verarbeitungsgeschwindigkeit und der räumlichen Vorstellungskraft auftritt.»

Die US-Regierungszentrale reagiert zunehmend aggressiv auf Spekulationen über Trumps Befinden. So wurde eine digitale «wall of shame» eingerichtet, um Social-Media-Accounts und Medien zu kritisieren, die über unerklärte Abwesenheiten des Präsidenten berichten. Die Sprecherin des Weissen Hauses, Karoline Leavitt, rechtfertigte dies als Abwehr von Desinformation.

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