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President of the European Council Donald Tusk, clockwise from center front, Italian Prime Minister Giuseppe Conte, Japan Prime Minister Shinzo Abe, U.S. President Donald Trump, President of France Emmanuel Macron, German Chancellor Angela Merkel, Canadian Prime Minister Justin Trudeau, and British Prime Minister Boris Johnson take part in a working session with G7 leaders on the second day of the G-7 summit in Biarritz, France Sunday, Aug. 25, 2019. (Sean Kilpatrick/The Canadian Press via AP)

Die G7-Mitglieder und EU-Ratspräsident Doald Tusk an einem Tisch. Bild: AP

Irans Aussenminister taucht überraschend am G7-Gipfel auf



Mit einem Überraschungscoup am G7-Gipfeltreffen will der französische Präsident Emmanuel Macron wieder Bewegung in den Iran-Konflikt zu bringen. Von den übrigen Gipfel-Teilnehmern unerwartet traf der iranische Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif am Sonntag zu dem Treffen der reichen Industrieländer (G7) im französischen Biarritz ein.

Macron traf sich am Sonntagabend selbst mit Sarif. Der iranische Aussenminister schrieb auf Twitter mit Blick auf eine Annäherung, das werde ein schwerer Weg. Nach dem Gespräch mit Macron seien Deutschland und Grossbritannien informiert worden, erklärte Sarif.

epa04561591 Iranian Foreign Minister Mohammed Javad Sarif speaks during a press conference with the German Foreign Minister Frank-Walter Steinmeier (not pictured) at the Federal Foreign Office in Berlin, Germany, 15 January 2015.  EPA/MAURIZIO GAMBARINI

Mohammed Dschawad Sarif. Bild: EPA/DPA

Die Visite wirbelt das dreitägige Treffen der Staats- und Regierungschefs kräftig durcheinander. Es war zuvor schon von Differenzen mit US-Präsident Donald Trump überschattet.

Die Einladung Sarifs ist riskant, weil die USA den Iran als Feind ansehen und keine diplomatischen Beziehungen pflegen. US-Präsident Donald Trump wirft Teheran vor, sich zum Beispiel in Syrien oder im Jemen aggressiv in regionale Konflikte einzumischen. Trump setzt nun wieder auf eine Politik des «maximalen Drucks» gegen den Iran.

Die Iran-Krise ist neben dem Handelskrieg der USA mit China und dessen schädlichen Folgen für die Weltwirtschaft, dem Umgang mit Russland und dem Brexit eines der Hauptthemen. Mit der US-amerikanischen Delegation werde Sarif sich aber nicht treffen, hiess es aus Teheran.

Nach der Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch Trump hatten sich die Spannungen mit dem Iran, aber auch die Differenzen mit den Europäern über den richtigen Kurs gegenüber Teheran verschärft. Die Wiedereinführung von Sanktionen hat bislang aber nur die Spannungen in der Region angeheizt.

epa07792013 French President Emmanuel Macron (L) and  US President Donald Trump (R) attend a G7 working session on 'International Economy and Trade, and International Security Agenda' during the G7 summit in Biarritz, France, 25 August 2019. The G7 Summit runs from 24 to 26 August in Biarritz.  EPA/JEFF J MITCHELL / POOL

Macron und Trump am G7 in Biarritz. Bild: EPA

«Wenn sie reden wollen, können sie reden»

Die Staats- und Regierungschefs des mächtigen Staatenclubs hatten bereits am Samstagabend über mögliche Lösungen in der Iran-Krise beraten. Macron sagte, alle G7-Mitglieder wollten Stabilität und den Frieden in der Region. Initiativen zur Beruhigung der Lage sollten weitergeführt werden. Der französische Präsident ist derzeit Vorsitzender des G7-Staatenclubs.

Trump sagte aber auch, dass er nichts gegen einen solchen Schritt hätte. «Wir können Menschen nicht davon abhalten zu reden. Wenn sie reden wollen, können sie reden.»

Trump stärkt Johnson den Rücken

Im Streit der Europäischen Union mit Boris Johnson stärkte Trump dem neuen britischen Premierminister den Rücken für den Austritt aus der EU. «Er ist der richtige Mann für den Job», sagte Trump bei einem Frühstück mit Johnson und stellte ihm ein schnelles, umfassendes Handelsabkommen mit den USA in Aussicht.

Im Ringen um eine Beilegung des Brexit-Streits brachte die erste Teilnahme Johnsons an einem G7-Gipfel allerdings keine Fortschritte. Nach Angaben aus EU-Kreisen kam Johnson ohne neue Vorschläge zu einem Treffen mit EU-Ratspräsident Donald Tusk, das aber in «sehr positiver Atmosphäre» verlaufen sei.

Uneinigkeit gab es auch über eine Wiederaufnahme Russlands in den G7-Club, die der US-Präsident als «vorteilhaft und positiv» befürwortete. Das von Präsident Wladimir Putin regierte Land war nach der Krim-Annexion 2014 ausgeschlossen worden. Mit seinem Anliegen erhielt Trump aber eine Abfuhr, da vor allem die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Macron gegen eine Wiederaufnahme sind, solange Putin in der Ukraine kein Entgegenkommen zeigt.

Alle wollen Brasilien helfen

Der Gastgeber des Gipfels hatte die Waldbrände wegen der Bedeutung des Amazonasgebietes für den Klimawandel spontan auf die Tagesordnung gehoben. Daraufhin hatte sich der rechtsnationalistische brasilianische Präsident Jair Bolsonaro gegen eine Einmischung und Ratschläge aus dem Ausland gewehrt. Umweltschützer werfen ihm vor, ein politisches Klima geschaffen zu haben, in dem Brandrodungen geduldet werden.

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Insgesamt wurden über 70'000 Brände registriert. Die Europäer erhöhten den Druck auf Bolsonaro, indem das grundsätzlich vereinbarte Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten infrage gestellt wird.

Differenzen gab es auch über den Handelskrieg der USA mit China, der die ohnehin schwächelnde Weltwirtschaft bremst. Trump zeigte keine Kompromissbereitschaft, während andere G7-Partner ihre Ablehnung von Strafzöllen als handelspolitisches Werkzeug bekräftigten.

Handelsabkommen USA-Japan

Demonstrativ verkündete Trump mit dem japanischen Ministerpräsidenten eine Grundsatzeinigung über ein bilaterales Handelsabkommen, dem zähe Verhandlungen vorausgegangen waren. Die grösste Volkswirtschaft USA und Japan, die drittgrösste Wirtschaftsnation, wollen damit ihre Märkte für die Waren des jeweils anderen weiter öffnen.

Der G7 gehören die USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien und Japan an. Am Gipfeltreffen in Biarritz nimmt auch die Europäische Union teil. (sda/dpa/afp)

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Eidi 26.08.2019 07:52
    Highlight Highlight Der Untertitel bei Bild 1 ist klasse :)
  • Smeyers 26.08.2019 07:07
    Highlight Highlight Obama und die EU hat es mit einem
    Kuschelkurs versucht die Iraner zu mehr Demokratie zu bewegen und sind kläglich gescheitert. Es herrscht nach wie vor Unterdrückung im Land und Unterstützung von Terroristen im ganzen nahen Osten. In diesem Sinne muss man Trump für einmal sicher recht geben in seinem Vorgehen.
  • Juliet Bravo 25.08.2019 22:11
    Highlight Highlight Macron ist aussenpolitisch ein schlauer Fuchs.
  • KeineSchlafmützeBeimFahren 25.08.2019 20:37
    Highlight Highlight Holy Sh*t!
    Wir wissen doch alle, was das wirkliche Problem in der sogenannten «Irankrise» ist. Es geht nur um den Machtanspruch und Machtausbau der USA im Nahen Osten! Und dabei steht der Iran im Weg.
    Wieso verschwenden diese Staatsoberhäupter ihre wertvolle Zeit mit solch unwichtigen Sachen? Wann geht es wieder um die Menschen und um die Erde?
    Ich bin enttäuscht.
    • RicoH 25.08.2019 21:00
      Highlight Highlight Wieso verschwenden diese Staatsoberhäupter ihre wertvolle Zeit mit solch unwichtigen Sachen?

      Ich bin nicht der Meinung, dass das unwichtig ist. Auch hier geht es um Menschen, die ein menschenwürdiges Dasein verdienen.

      Somit sollte man dort die USA endlich in die Schranken zu weisen - falls das überhaupt möglich ist.
      Jedenfalls wäre es schon mal ein Fortschritt, wenn man ein Zeichen setzen würde, dass man diesbezüglich nicht mit den USA am gleichen Strang zieht und die Sanktionen aufhebt.

      Mal schauen...
    • AdvocatusDiaboli 26.08.2019 01:44
      Highlight Highlight @RicoH Dann musst du dich eben in Bern für den Iran, wo Ehebrecher, Homosexuelle mittels Hebebühne erhängt werden, stark machen. Immer nur auf die USA zu zeigen und zu motzen hilft da nicht viel.
  • Ueli der Knecht 25.08.2019 20:08
    Highlight Highlight Nach offizieller Sprachregelung tauchte Javad Zarif nicht am G7-Gipfel auf, sondern in einem Paralleluniversum, welches nur zufällig auch gerade in Biarritz war.
  • Clife 25.08.2019 19:58
    Highlight Highlight Diese G7 macht keinen Sinn. Im Grunde müsste wenn dann die USA, Russland, China und Europas Kommissionspräsident an der „G7“ teilnehmen. Stattdessen wird munter wieder auf Wichtigtuer gemacht. Die EU ist so dem Untergang geweiht, wenn ein Conte und selbst Boris Johnson als „eines der mächtigsten Länder“ der Welt erachtet wird. USA, Russland und selbst die (kleinen) Japaner können darüber nur lachen.
    • Enzasa 25.08.2019 23:24
      Highlight Highlight Russland ist zu Recht rausgeflogen.
      Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien sind stärksten EU Länder.
      USA, Kanada und Japan sind die stärksten Wirtschaften. Die EU spricht für die EU mit Blick auf die kleineren Staaten.
      China hat in einem demokratischen Bund keinen Platz.
      Für mich sind es die wirtschaftlich Richtungsweisenden Staaten die sich da treffen.
    • real donald trump 25.08.2019 23:30
      Highlight Highlight Ich hab mir heute auch gedacht dass die Mitgliederliste einmal neu gestaltet werden müsste. GB vielleicht ja, aber Italien? Sehe wirklich keinen Grund, weshalb die dabei sein sollten.
    • _kokolorix 25.08.2019 23:34
      Highlight Highlight Obwohl England weitgehend ausgehöhlt wurde, liegt die Wirtschaftsleistung weit über der Russischen. Selbst das schwer angeschlagene Italien leistet deutlich mehr als Russland.
      Der einzige Grund warum Russland im internationalen Kontext Beachtung erfährt, ist das Erbe der Sowjetunion, die primitive nukleare Schlagkraft der uralten Sprengköpfe, von denen niemand weiss ob sie überhaupt noch einsatzfähig sind...
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