International
USA

Trumps Grenz-Zar kündigt an: ICE-Einsatz in Minnesota ist zu Ende

Trumps Grenz-Zar kündigt an: ICE-Einsatz in Minnesota wird beendet

12.02.2026, 15:4112.02.2026, 19:39

Die umstrittenen Razzien von Bundesbehörden gegen Migranten im US-Bundesstaat Minnesota sollen nach den Worten des Grenzschutz-Kommandeurs Tom Homan eingestellt werden. «Angesichts der Erfolge» habe US-Präsident Donald Trump seinem Vorschlag zugestimmt, die Einsätze zu beenden, sagte Homan. Im Januar waren bei den viel kritisierten Einsätzen zwei US-Bürger in der Grossstadt Minneapolis getötet worden. Demokratische Vertreter von Stadt und Bundesstaat begrüssten das Ende der Einsätze, verwiesen aber auch auf langfristige negative Folgen.

Homan zeigte sich auf einer Pressekonferenz zufrieden über die Fortschritte vor Ort. Er gab an, dass «viele Kriminelle» festgenommen worden seien. Seit Beginn der «Operation Metro» seien rund 4.000 Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung gefasst worden. Minnesota sei heute «weniger ein Zufluchtsort für Kriminelle», sagte er weiter.

FILE - White House border czar Tom Homan holds a news conference at the Bishop Whipple Federal building on Wednesday, February. 4, 2026 in Minneapolis. (AP Photo/Ryan Murphy, File)
Tom Homan
Tom Homan, der Grenzschutzbeauftragte des Weissen Hauses.Bild: keystone

Die demokratische Führung um Gouverneur Tim Walz und dem Bürgermeister der Stadt Minneapolis, Jacob Frey, hatte wiederholt die Darstellung der Trump-Regierung bestritten. Auch unter den Bürgerinnen und Bürgern hatte sich grosser Widerstand gegen die Razzien gegen Migranten formiert, die unter anderem von der Migrationsbehörde ICE durchgeführt wurden.

Wie Stadt und Bundesstaat reagierenBürgermeister Frey zeigte sich in einer ersten Reaktion erleichtert über das Ende der Einsätze und kritisierte sie als «katastrophal für unsere Nachbarn und Unternehmen».

Gouverneur Walz verwies auf negative Folgen des Einsatzes, die über die Präsenz der Bundesbeamten in dem Bundesstaat hinauswirken würden. Er bezog sich unter anderem auf wirtschaftliche Schäden, traumatische Erlebnisse und verloren gegangenes Vertrauen in Bundesbehörden. «Wir haben Kinder, für die es eine zentrale Erinnerung sein wird, dass ihr Klassenkamerad weggebracht wurde, und das wird sie ihr ganzes Leben lang begleiten», sagte Walz.

Kurskorrektur nach Tod zweier US-BürgerNach den tödlichen Schüssen von Bundesbeamten auf die beiden US-Bürger Renée Good und Alex Pretti im Januar sowie heftigen Protesten hatte Trump Anfang Februar eine Kurskorrektur angedeutet. In einem Interview des Senders NBC News sagte Trump, er habe nach Gesprächen mit lokalen Verantwortlichen gemerkt, dass in der angespannten Lage möglicherweise ein anderer Ton nötig sei: «Ich habe gelernt, dass wir vielleicht etwas sanfter vorgehen können», sagte Trump.

Kurz zuvor hatte Homan einen Teilabzug von 700 Bundesbeamten aus Minneapolis verkündet, nachdem er für den Hardliner Gregory Bovino eingewechselt worden war. Bovinos Gesicht wurde wie kein anderes mit Trumps teils martialisch anmutenden Razzien mit hochgerüsteten Beamten in Verbindung gebracht. Dass Trump Homan schickte, wurde auch nach den Protesten gegen die Migrationspolitik des US-Präsidenten als Bemühung um Deeskalation gewertet.

Staatsanwalt: 3.000 bis 4.000 Einsatzkräfte vor Ort

Nach Schätzungen des Generalstaatsanwaltes des Bundesstaates, Keith Ellison, vor einem Senatsausschuss hatte die Trump-Regierung vor Wochen insgesamt zwischen 3.000 und 4.000 Einsatzkräfte nach Minnesota entsandt. Seiner Einschätzung nach war damit etwa ein Zehntel aller ICE-Beamten der USA dort eingesetzt. Sie sind in den Vereinigten Staaten auch für Abschiebungen zuständig.

Ellison hinterfragte den Einsatz, der sich so angefühlt habe, «als ob unser Bundesstaat ins Visier genommen wurde und überall paramilitärische Einheiten präsent waren». «Es fühlte sich an, als ob wir von der Bundesregierung besetzt worden seien», sagte er. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
20 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
marco_pollo
12.02.2026 15:58registriert Januar 2025
Die lokale Behörde, die am intensivsten mit den ICEdioten zusammenarbeiten musste, war wohl das Bestattungsamt...

Wo auch immer Trumps Schutzstaffel als nächstes hingeschickt wird, um die Bevölkerung zu terrorisieren: anhaltender Widerstand und Protest der Bürger führt offenbar zum Ziel.
466
Melden
Zum Kommentar
avatar
Fribourgeoise
12.02.2026 16:11registriert Dezember 2022
ERfolge? 2 Tote und die lokalen Behörden verweigern die Zusammenarbeit wie die Medien berichtet hatten. Das ist der Erfolg?
Trump versucht wirklich jeden Misserfolg den Leuten als Gold zu verkaufen.
334
Melden
Zum Kommentar
avatar
Totoro.2
12.02.2026 16:36registriert September 2025
2 Tote, einige verletzte, sehr viele traumatisierte Kinder und Erwachsene, viele US Bürger irrtümlich in Abschiebehaft genommen und einen immensen Sachschaden an Häusern und Fahrzeugen angerichtet.

Aber oberster Befehl: Der MAGA Meute diesen shit als Erfolg verkaufen.
Und wetten wir die glauben dass auch noch.
306
Melden
Zum Kommentar
20
Dieses Nachbarland Russlands bezahlt junge Menschen für ihren Dienst
Angesichts der russischen Bedrohung verschärft Litauen seine Wehrpflicht und beruft mehr junge Menschen zum Militärdienst ein. Für viele Schüler ist der Militärdienst vor allem eine pragmatische Entscheidung, die eher durch die Vergütung oder die Sicherung ihrer Zukunft als durch Patriotismus motiviert ist.
In einem Gymnasium in Vilnius unterhalten sich Rokas und seine Freunde über ihre Zukunft – Studium, Arbeit und … Militärdienst: Litauen, ein kleines Land an der Grenze zu Russland, rekrutiert tausende junge Menschen. Freiwillig oder gezwungen, der Dienst wird eher aus Pragmatismus als aus Patriotismus geleistet. Auch wenn die Besorgnis der Behörden angesichts der russischen Bedrohung seit der gross angelegten Invasion der Ukraine im Jahr 2022 besteht, zeigen sich die meisten der befragten Schüler wenig begeistert von der Vorstellung, neun Monate im Militärdienst zu verbringen.
Zur Story