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Flammen und Rauchsäulen steigen aus einem der Lastwagen, in dem die Körper von insgesamt 35 Dorfbewohnern verbrannt wurden.
Flammen und Rauchsäulen steigen aus einem der Lastwagen, in dem die Körper von insgesamt 35 Dorfbewohnern verbrannt wurden. Bild: keystone

Uno verurteilt Massaker in Myanmar mit 35 Toten – USA fordern Waffenembargo

30.12.2021, 05:11

Der Uno-Sicherheitsrat hat das Massaker in Myanmar mit mindestens 35 Toten verurteilt. Am Mittwoch erklärte der Rat, dass die Verantwortlichen für diese Taten zur Rechenschaft gezogen werden müssten.

Demnach waren unter den Opfern auch vier Kinder. Die Ratsmitglieder forderten ein sofortiges Ende der Gewalt in dem Land, die Achtung der Menschenrechte sowie der Sicherheit der Zivilbevölkerung.

Am vergangenen Samstag waren in Onlinenetzwerken Fotos von zwei ausgebrannten Lastwagen und einem Auto verbreitet worden, in denen myanmarische Rebellen nach eigenen Angaben dutzende verkohlte Leichen entdeckt hatten.

Im Auto wurden verkohlte Leichen entdeckt.
Im Auto wurden verkohlte Leichen entdeckt.Bild: keystone

Vom Militär verbrannt

Die Beobachtungsstelle Myanmar Witness erklärte, 35 Menschen, darunter Kinder und Frauen, seien im Bundesstaat Kayah «vom Militär verbrannt» worden. Die internationale Hilfsorganisation Save the Children erklärte, unter den Toten seien zwei ihrer Mitarbeiter.

Ein Sprecher der Junta in Myanmar hatte am Samstag zugegeben, dass es am Freitag in diesem Gebiet zu Zusammenstössen gekommen war und dass die Soldaten eine Reihe von Menschen getötet hatten, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Die USA forderten erneut, ein Waffenembargo gegen die Militärjunta in Myanmar zu verhängen.

Nach einer kurzen Phase der Demokratisierung in Myanmar war das Militär im Februar durch einen Putsch wieder an die Macht gelangt. Seitdem gab es landesweit Proteste, bei deren Niederschlagung mehr als 1300 Menschen getötet und mehr als zehntausend festgenommen wurden. Die USA haben bereits zahlreiche Sanktionen gegen die Militärjunta verhängt und beschränken seit langer Zeit Waffenverkäufe in das Land.

Verbot von Waffenlieferungen

Die Uno-Vollversammlung stimmte im Juni dafür, Waffenlieferungen nach Myanmar zu verbieten. Das Votum war aber nur symbolisch: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen griff die Massnahme nicht auf. In dem mächtigsten Uno-Gremium haben Russland und China, die gemeinsam mit Indien die wichtigsten Waffenlieferanten Myanmars sind, ein Veto-Recht. (sda/afp)

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340'000 Rohingya-Minderjährige in Chaos und Elend

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340'000 Rohingya-Minderjährige in Chaos und Elend
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