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epa04687785 (FILE) A file picture dated 06 October 2011 shows US rapper Jay-Z watching game five of the American League Division Series playoffs between the New York Yankees and the Detroit Tigers at Yankees Stadium in the Bronx, New York, USA. Jay-Z launched his own music streaming service called Tidal on 30 March 2015 with the support of some celebrities.  EPA/JUSTIN LANE

US-Rapstar Jay-Z hat eine klare Meinung. Bild: EPA/EPA FILES

Promis um Rapstar Jay-Z: Jogger Arbery wurde «Opfer eines Hassverbrechens»



Prominente um US-Rapstar Jay-Z haben sich in den Fall des getöteten Schwarzen Ahmaud Arbery im US-Bundesstaat Georgia eingeschaltet und ein entschiedenes Vorgehen der Ermittler gefordert. «Er war unbewaffnet und unschuldig und das Opfer eines Hassverbrechens», heisst es in einem offenen Brief, den Jay-Z' Unternehmen Roc Nation am Sonntag auf Twitter veröffentlichte. Neben Jay-Z unterzeichneten Sängerin Alicia Keys, die Rapper Yo Gotti und Meek Mill sowie zwei Anwälte. Der Brief richtet sich an Gouverneur Brian Kemp und die Strafverfolgungsbehörden in Georgia.

Der 25-jährige Arbery war in der Stadt Brunswick beim Joggen erschossen worden – tatverdächtig sind zwei Weisse: ein Vater und sein Sohn. Die Tat ereignete sich bereits am 23. Februar. Die Ermittlungen kamen erst in Gang, als der Fall durch ein verstörendes Handy-Video breite Aufmerksamkeit erlangte. Der 28 Sekunden lange Clip ist aus einem Fahrzeug aufgenommen und soll die Tat zeigen.

Am Donnerstag meldete das Kriminalamt GBI die Festnahme der beiden Tatverdächtigen. Dem 64 Jahre alten Gregory M. und seinem 34 Jahre alten Sohn Travis wird schwere Körperverletzung und Mord zur Last gelegt. Die beiden sollen Arbery mit zwei Schusswaffen konfrontiert haben, als dieser in der Nachbarschaft unterwegs war. Der 34-Jährige wird beschuldigt, Arbery erschossen zu haben. Das GBI erklärte am Samstag, dass die Ermittler weiteres Video- und Fotomaterial untersuchten.

Die Tat hatte vergangene Woche zu Protesten geführt – auch, weil mehr als zwei Monate vergingen, bis es Festnahmen gab. Dies sei ein «positiver erster Schritt auf dem langen Weg zu Gerechtigkeit», heisst es in dem offenen Brief von Roc Nation. Die Behörden müssten nun einen dritten «bewaffneten» Tatverdächtigen, den der Anwalt von Arberys Familie bereits mehrfach nannte, zur Verantwortung ziehen. Zudem müsse sich Staatsanwalt Tom Durden wegen Befangenheit von dem Fall zurückziehen, da es sich bei dem 64-jährigen Beschuldigten um einen ehemaligen Polizisten handele.

FILE - In this Jan. 28, 2018 file photo, Alicia Keys presents the award for record of the year at the 60th annual Grammy Awards at Madison Square Garden in New York.  The Recording Academy announced Tuesday, Jan. 15, 2019,  that Keys will host the Feb. 10 Grammys for the first time.  The show will air live on CBS in Los Angles.  (Photo by Matt Sayles/Invision/AP, File)

Auch Superstar Alicia Keys hat den Brief unterzeichnet. Bild: Matt Sayles/Invision/AP/Invision

«Als Gesellschaft können wir nicht länger so tun, als ob die ethnischen Ungleichheiten, die in jedem Aspekt unseres Lebens existieren, nicht unweigerlich zu Armut, Gewalt und Tod führen», erklärte Roc Nation. «Wir werden weiter seinen (Arberys) Namen sagen und hartnäckig an unseren Forderungen nach Gerechtigkeit festhalten, bis sie erreicht ist.»

Arbery wäre am vergangenen Freitag 26 Jahre alt geworden. In Brunswick hatten zahlreiche Menschen zu diesem Anlass an einer Kundgebung teilgenommen. Im Internet gab es zudem den Aufruf, 2,23 Meilen für Arbery zu laufen – die Distanz der Strecke wurde in Anlehnung an seinen Todestag festgelegt.

epa08410425 Tasha McQueen wears a custom Ahmaud Arbery face mask and t-shirt she had made while participating in a protest after the shooting death of unarmed black jogger Ahmaud Arbery outside the Glynn County Courthouse in Brunswick, Georgia, USA, 08 May 2020. The Georgia Bureau of Investigation arrested Travis McMichael and his father, Gregory McMichael for the murder of Arbery.  A video that emerged of Arbery?ïs confrontation with the armed father and son on 23 February 2020 sparked renewed interest and outrage of the slaying the South Georgia city.  EPA/ERIK S. LESSER

In Gedenken an Ahmaud Arbery wurden T-Shirts und Masken hergestellt. Bild: EPA

In sozialen Netzwerken wie Twitter oder Instagram veröffentlichten Nutzer nicht nur aus den USA Fotos von ihrem Lauf, Screenshots von ihrer Laufstrecke oder Bilder ihrer Laufuhren mit der symbolhaften Distanz. Viele brachten ihre Erschütterung über den Tod Arberys zum Ausdruck. «Meine Hautfarbe ist keine Bedrohung. Eure Absichten sind es», schrieb etwa Michael Owens auf Twitter. (sda/dpa)

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Freedoom Fighter 11.05.2020 06:23
    Highlight Highlight Ganz klar Notwehr. 100%.
  • Randy Orton 11.05.2020 04:34
    Highlight Highlight Der Skandal ist, dass es 10 Wochen gedauert hat und ein virales Video brauchte, bis die Mörder verhaftet wurden. Die lokalen Behörden haben einfach nichts getan, erst als die nächsthöhere Instanz eingeschaltet wurde, ist reagiert worden.
  • Bildung & Aufklärung 11.05.2020 03:55
    Highlight Highlight ...send, aber faktisch korrekt, gibt ja böse/gute Schwarze und Weisse...
    So kann man das zu so einem Ereignis schrecklichen Ereigenis aber nicht einfach ausformulieren. Kontext halt. Hier versteht mans, anderswo fehlt das Bewussstein dann wieder völlig und man findets völlig i.O. wenn ein, notabene Rechter, wörtlich bei Nazis bringt, dass es gute und schlechte auf beiden Seiten gab. Und sich dann in konstruierte Erklärungen flüchtet...
    Freue mich schon wieder über "Mohrenkopf" etc. Dikussion, da "wird mans wohl wieder sagen können!". Bewusstsein, Sensibilität - überall. Das ist mein Punkt.
  • Bildung & Aufklärung 11.05.2020 03:47
    Highlight Highlight Teil 2: So ist es auch interessant (traurig) zu sehen wie unter Artikel zu Nazideutschland/Allierte einfach mal ein bekennend Rechter raushaut, es habe auf beiden Seiten gute und schlechte gegeben...
    In diesem Kontex! Das so einer nicht sonderlich schlau ist und halt nunmal wirklich gewisses rechtes Gedankengut pflegt ist noch das eine, aber die meisten findens völlig i.O., es stimme doch... Absolut keine Sensibilität oder Reflexion, wie verharmlosend sowas daherkommt.
    Also kann man hier zu diesem Mord sagen; "gibt gute und schlechte auf beiden Seiten?" Natürlich nicht, es wäre verharmlos...
    • Freedoom Fighter 11.05.2020 11:01
      Highlight Highlight betreffend Nazideutschland und Allierte.. sorry aber es gad wirklich auf beiden Seiten Greueltaten. Fakt. Katyn... z.bsp. Bombeterror gegen Deutschland. das ist keine verharmlosung.
  • Bildung & Aufklärung 11.05.2020 03:38
    Highlight Highlight Hier empören sich, zurecht, alle.

    Wenns aber um eigenen Rassismus, oder eigenes rechtes Gedankengut geht, dann ist man völlig ignorant.
    Das kann man nicht mit solchen Hassmorden gleichsetzen, aber zugrunde liegt das selbe Denkmuster, Exklusion und Herabsetzung anderer Ethnien.

    Erinnere mich an das Interview kürzlich mit der Rassismusforscherin, als es alle besser wussten, als die Expertin. Rassismus gäbe es so kaum in der CH, war der einheilige Tenor erschreckend vieler...

    Es geht darum Bewusstsein zu schaffen, und nicht einfach blindlings in Denkfallen zu stürzen, zu ignorieren.
    • Blue Sun 11.05.2020 09:58
      Highlight Highlight nein, es gibt viel Rassismus in der Schweiz und es wird wenn es einen Stört dann als Witz oder darf man doch noch so sagen, abgetan!
      habe kürzlich mit einem guten Kumpel gebrochen. Da es mir dann doch zu viel wurde!
      Sein dauerspruch war: Scheiss Neger, Scheiss Jude und drecks Schwuchtel!
      Und diese drei waren für ihn für alles Verantwortlich was in der Welt Schief Läuft!
      Er selber Wählt nicht da nach seiner Meinung keine Partei gibt die das Gedankengut von dem mit Schnäuzchen Vertritt.
      Jetzt ist er auch noch auf Chemtrails und Bill Gates Weltherschaft Verschörung aufgesprungen. Das war's!
  • Alnothur 10.05.2020 23:32
    Highlight Highlight Ich weiss ihr werdet nicht darüber berichten, aber die Familie des Opfers hat mittlerweile bestätigt, dass er der Einbrecher war. Es wurde auch eine Waffe gestohlen. Das Opfer ist überdies vorverurteilt im Zusammenhang mit Waffengewalt.
    Darüberhinaus hat das Opfer die Schüsse verursacht, er ist auf den Sohn los und hat beim versuchten Entreissen dessen Waffe die Schüsse ausgelöst (was von der Autopsie bestätigt wird).
    Die Täter gehören hinter Gitter, ganz klar. Aber das Opfer als unschuldiges Zufallsopfer darzustellen, zu sagen "jeder schwarze Jogger muss Angst haben"...
    • Blue Sun 11.05.2020 10:01
      Highlight Highlight Das er sich gewhrt hat ist auch Verständlich! Sorry, das was diese zwei Typen machten war Selbstjustiz und als der einte zu Nahe war hat der Jogger sich in Notwehr Verteidigt.
      Gebe Ihnen aber schon recht, die Täter gehören in den Knast!
      Nur in dem Moment als die zwei Typen den Jogger Anhalteten hatten Sie keine Beweise das es der Täter war und die Reaktion von Ihnen war komplett überzogen!
    • Petoman 11.05.2020 12:04
      Highlight Highlight @Alnotur: Quelle? Habe zu ihren Aussagen nix gefunden.
    • Petoman 11.05.2020 13:18
      Highlight Highlight @Blitzer: Anstatt Blitz eine Quelle wäre eine Möglichkeit mich von dem Mist, so klassiere ich aktuell den Beitrag von Alnothur, zu überzeugen.

      Oder befindet ihr eure Quellen selber als so fragwürdig, dass ihr euch nicht getraut? 🧐
    Weitere Antworten anzeigen
  • paule 10.05.2020 22:12
    Highlight Highlight Nach Waffen Gesetzen zu schreien nützt nichts, solange es in den Köpfen der Menschen dort nicht stimmt.
    In der Schweiz gibt es auch viele Waffen, aber wir haben eine andere Vergangenheit und wesentlich bessere Grundschulen. Das heisst wir haben das wesentlich komplettere Weltbild.
  • Chrisbe 10.05.2020 20:44
    Highlight Highlight Hass, nichts als Hass!
    Wie wird ein Mensch so?
    • Bildung & Aufklärung 11.05.2020 04:00
      Highlight Highlight Selbsthass / -Frust / -Komplexe / etc.

      Schon mal einen glücklichen, in sich ruhenden, Rassisten gesehen ;-).

      Man lebt den Hass dann nach aussen aus, lässt den Frust, den man eigentlich sich selbst, seinen Problemen, Unsicherheiten usw. gegenüber hat, an anderen aus.

      Asoziale Leute sind immer mit sich selbst nicht im Reinen, haben selbst noch nicht begriffen, sonst würden sie nicht so sein.
  • Jacob Crossfield 10.05.2020 20:43
    Highlight Highlight Ich sage nur ein Wort: Waffengesetze!
    • Bivio 10.05.2020 22:42
      Highlight Highlight Hätte in dem Fall nicht viel geändert.
    • Zwischendenzeilen 10.05.2020 23:47
      Highlight Highlight Bin ich anderer Meinung. Diese kleinen Feiglinge hätten sich ohne gesetzliche Grundlage nie bewaffnet aus dem Haus getraut..
    • Der Schütze 11.05.2020 06:17
      Highlight Highlight Nope. Die Schweiz ist auch bis an die Zähne bewaffnet. Trotzdem haben wir kaum solche Szenen. Ist die Mentalität.
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