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Republikaner wird in Virginia zum Gouverneur gewählt – wieso das bedeutsam ist

Jetzt steht fest: Der Republikaner Glenn Youngkin wird wohl der neue Gouverneur vom US-Bundesstaat Virginia. Diese Wahl ist bedeutsam. 4 Fragen und Antworten zur aktuellen Situation.
03.11.2021, 04:3703.11.2021, 07:01

Was ist der aktuelle Stand?

Mit Spannung wurde in den USA das Ergebnis der Gouverneurswahl im US-Bundesstaat Virginia erwartet – sie gilt als wichtiger Stimmungstest für US-Präsident Joe Biden. Um 19.00 Uhr am Dienstagabend (Ortszeit/Mitternacht MEZ) schlossen in dem Bundesstaat die Wahllokale. Der von Biden unterstützte Demokrat Terry McAuliffe lieferte sich mit dem Republikaner Glenn Youngkin ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Gemäss ersten Prognosen scheint der Fall jetzt klar: Der Republikaner Glenn Youngkin hat bei der als wichtiger Stimmungstest geltenden Gouverneurswahl im US-Bundesstaat Virginia gewonnen. Der Republikaner lag bei der Abstimmung knapp vor dem von US-Präsident Joe Biden unterstütztem Kandidaten Terry McAuliffe, wie in der Nacht (Ortszeit) zu Mittwoch aus übereinstimmenden Vorhersagen der Fernsehsender CNN und NBC hervorging.

Hat sich überraschend durchgesetzt: Republikaner Glenn Youngkin.
Hat sich überraschend durchgesetzt: Republikaner Glenn Youngkin.Bild: keystone

Wieso sind diese Wahlen so wichtig?

Trumps Republikaner wollen bei den Kongresswahlen in einem Jahr wieder die Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus erobern. Derzeit verfügen Bidens Demokraten in den beiden Kongresskammern über eine knappe Mehrheit. Die Wahlen in Virginia gelten nun als Indikator für die politische Stimmung im Land. Die Niederlage der Demokraten wird als deutliche Schlappe für Präsident Biden gewertet. Dieser gab sich beim Klimagipfel in Glasgow am Dienstagabend noch siegesgewiss. «Wir werden gewinnen. Ich denke, wir werden in Virginia gewinnen», hatte er dort erklärt.

Der demokratische Kandidat Terry McAuliffe in der Wahlnacht.
Der demokratische Kandidat Terry McAuliffe in der Wahlnacht.Bild: keystone

Die Demokraten waren sich der Bedeutung der Wahl durchaus bewusst – und liessen Parteiprominenz bei Wahlkampfveranstaltungen auftreten. Von Vizepräsidentin Kamala Harris über Biden selbst bis Ex-Präsident Barack Obama warben alle für McAuliffe. Biden nannte Youngkin «einen Gefolgsmann von Donald Trump». Obama warnte bei einem Wahlkampfauftritt für seinen Parteifreund vor einer «Rückkehr zu dem Chaos, das so viel Schaden angerichtet hat».

Wie waren die Prognosen?

Hatte es vor einigen Monaten noch nach einem komfortablen Sieg für McAuliffe ausgesehen, konnte Republikaner Youngkin in den vergangenen Wochen in Umfragen deutlich aufholen. McAuliffe (64) war von 2014 bis 2018 Gouverneur, Youngkin (54) ist ein erfolgreicher Geschäftsmann. Der ehemalige Präsident Donald Trump unterstützt ihn. Die Wahl ein Jahr vor den Kongresswahlen gilt als eine Art Referendum über Bidens Politik. Bei der US-Präsidentenwahl vor einem Jahr hatte Biden in Virginia mit einem Zehn-Punkte-Vorsprung vor Trump gewonnen.

Der Bundesstaat grenzt an die US-Hauptstadt Washington an. Auch die Menschen im Bundesstaat New Jersey waren dazu aufgerufen, einen Gouverneur zu bestimmen. In der Metropole New York wurde am Dienstag ein neuer Bürgermeister gewählt. Das grösste Interesse galt aber der Wahl in Virginia. Die Demokraten haben das Gouverneursamt dort in den vergangenen acht Jahren innegehabt. In Virginia ist es Gouverneuren nicht erlaubt, für zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten zu kandidieren. Sie können aber – wie McAuliffe – später ein zweites Mal antreten. Derzeit hat der Demokrat Ralph Northam das Gouverneursamt inne.

Wie steht Youngkin zu Trump?

Auch McAuliffe versuchte, seinen politischen Gegner in die Nähe Trumps zu rücken und nannte ihn etwa «Trump in Khakihosen». Youngkin bemühte sich hingegen, öffentlich Distanz zu Trump zu wahren. Der Republikaner präsentierte sich als vorbildlicher Vorstadtvater und machte etwa Bildung und die Frage, was im Unterricht gelehrt werden sollte, zum Wahlkampfthema. Er versuchte, vor allem gemässigte Wählerinnen und Wähler für sich zu gewinnen. Sein Aufstieg ging mit einem steilen Rückgang von Bidens Zustimmungsrate einher. Diese ist auf dem bisher niedrigsten Stand seiner Präsidentschaft. (saw/sda/dpa)

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