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Fast 27 Millionen US-Amerikaner könnten ihre Krankenversicherung verlieren – 6 Punkte dazu



Was ist los?

Wegen des enormen Anstiegs der Arbeitslosigkeit in den USA könnten einer Studie zufolge fast 27 Millionen Menschen mitten in der Corona-Pandemie ihre Krankenversicherung verlieren. Der Grund dafür ist, dass die meisten Menschen dort über den Arbeitgeber krankenversichert sind, wie eine Studie der Kaiser Family Foundation erklärt.

Wie könnten Arbeitslose versichert bleiben?

A now hiring sign is displayed in front of a grocery store, Wednesday, April 29, 2020, in Des Moines, Iowa.  As of mid-April, about 26 million Americans had filed unemployment claims in the first five weeks since governments began ordering people to stay home and some businesses to close as a precaution against spreading the virus that causes the COVID-19 disease. It's already the worst stretch of job losses in U.S. history. New unemployment data to be released Thursday, April 30, 2020, is expected to push that total even higher. (AP Photo/Charlie Neibergall)

Zur Zeit ein selten gesehenes Schild in den USA. Bild: AP

Nach dem Verlust eines Jobs in den USA endet die Krankenversicherung über den Arbeitgeber oft sehr schnell. Viele Arbeitnehmer können es sich dann schlicht nicht leisten, die Police für sich und mitversicherte Familienangehörige privat weiter zu bezahlen. Die am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichte Studie geht allerdings davon aus, dass rund 21 Millionen Menschen nach dem Verlust der Versicherung des Arbeitgebers auf staatliche Hilfe hoffen können, darunter auch rund 6 Millionen mitversicherte Kinder. Wegen bürokratischer Hürden oder ungenügenden Subventionen dürften viele aber trotzdem mitten in der Coronavirus-Pandemie ohne Versicherungsschutz bleiben, hiess es. Zudem hätten rund 6 Millionen Menschen gar keinen Anspruch auf Hilfen.

Wieso ist das Problem so akut?

In den Vereinigten Staaten haben wegen der Corona-Krise seit März mehr als 33 Millionen Menschen Arbeitslosenhilfe beantragt. Die USA sind praktisch das einzige entwickelte Industrieland ohne eine allgemeine staatliche Krankenversicherung. Selbst vor der Corona-Krise hatten rund 28 Millionen Menschen - fast jeder Zehnte im Land - keine Krankenversicherung.

War da nicht was mit Obama?

FILE - In this Nov. 2, 2018, file photo, former President Barack Obama speaks during a campaign rally for Democratic candidates in Miami. Nearly eight years after he was last on the ballot, Obama is emerging as a central figure in the 2020 presidential election. Democrats are eagerly embracing Obama as a political wingman for Joe Biden, who spent two terms by his side as vice president. Obama remains the party’s most popular figure, particularly with black voters and younger Democrats. (AP Photo/Lynne Sladky, File)
Barack Obama

Ex-Präsident Barack Obama. Bild: AP

Unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama wurden die Optionen für eine Krankenversicherung deutlich ausgeweitet. Die Zahl der Menschen ohne Versicherungsschutz hatte 2010 noch bei rund 46 Millionen gelegen. Das neue System, oft einfach «Obamacare» genannt, gekoppelt mit einem langem wirtschaftlichen Aufschwung, liess die Zahl der unversicherten Amerikaner dann bis 2018 auf 28 Millionen sinken. Doch jetzt steht die Wirtschaft vor einer schweren Rezession. Das werde ein Härtetest für das Obama-Versicherungssystem sein, erklärte die Stiftung.

Was plant Donald Trump?

Donald Trump, der sich im November um eine zweite Amtszeit bewirbt, will die sogenannte «Obamacare» abschaffen. Der US-Präsident macht unterdessen erneut Druck auf die Bundesstaaten, ihre Corona-Beschränkungen möglichst bald aufzuheben, damit sich die Wirtschaft erholen kann.

Was sagt Demokrat Biden dazu?

Der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, warf Trump vor, selbst angesichts der «grössten Gesundheitskrise seit einem Jahrhundert» weiterhin Parteipolitik und die Interessen der Gesundheitslobby über jene der Menschen in Amerika zu stellen. In der Krise dürfe «Obamacare» nicht weiter gestutzt werden, mahnte er. Die 27 Millionen Menschen, die jetzt ihre Versicherung verlieren könnten, seien keine Statistik, erklärte Biden. «Das sind unsere Verwandten, unsere Freunde, unsere Nachbarn, unsere Arbeitskollegen, die alle hart gearbeitet haben und sich an die Regeln gehalten haben und jetzt unverschuldet vor katastrophalen Herausforderungen stehen.» (sda/dpa)

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Trump auf dem Titel

Baby-Trump schreit sich durch Internet

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ludwig XVI 14.05.2020 11:55
    Highlight Highlight Drittweltland USA 🤷‍♂️
  • Scarrus 14.05.2020 10:54
    Highlight Highlight Die wollen wirklich "first" sein.
  • AFir 14.05.2020 08:03
    Highlight Highlight What a shit country with a shit system...
    • Sharadchandra 14.05.2020 14:11
      Highlight Highlight Ich finde jetzt nicht, dass das Land / Staat bzw. das Staats-System scheisse ist. Vielleicht wie das System geführt (oder missbraucht) wird ja, aber das trifft doch auf die meisten Länder zu ;)
  • roger_dodger 14.05.2020 07:39
    Highlight Highlight Ja, das sind die USA, 730 Milliarden pro Jahr für Rüstung aber kein Geld für eine funktionierendes Gesundheitswesen.

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