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Colorado will die Todesstrafe abschaffen – als 22. US-Bundesstaat

Es ist so weit: Colorado will die Todesstrafe abschaffen – als 22. US-Bundesstaat

27.02.2020, 11:3627.02.2020, 11:36

Historisches Votum in Denver: Die Abgeordneten des US-Bundesstaates haben für die Abschaffung der Todesstrafe gestimmt. Die Debatte im Regionalparlament am Mittwoch war lang und emotional.

Mit zahlreichen Änderungsvorschlägen hatten die oppositionellen Republikaner versucht, die Abstimmung hinauszuzögern. Der Gesetzentwurf muss noch von Colorados demokratischem Gouverneur bewilligt werden. Colorado wäre dann der 22. US-Bundesstaat, der die Todesstrafe abschafft.

In den USA ist am Donnerstag (Ortszeit) bereits der dritte Mensch in diesem Jahr hingerichtet worden. (Symbolbild)
2019 wurden in den USA 22 Menschen hingerichtet.Bild: AP California Department of Corr

Der zweiten Lesung des Gesetzentwurfs ging eine elfstündige Debatte voraus, in der die Republikaner zahlreiche Änderungsanträge einbrachten. Der Abgeordnete Steve Humphrey las aus Protest gegen die geplante Abschaffung der Todesstrafe fast 45 Minuten aus der Bibel vor. «Die eine Seite des Parlaments hat für Familien und Opfer gekämpft, die andere für Kriminelle», sagte die republikanische Abgeordnete Lori Saine nach der Abstimmung.

Die Demokraten hatten den Gesetzentwurf mit dem Argument verteidigt, dass die Todesstrafe unmoralisch sei – und besonders oft bei Mitgliedern von Minderheiten und armen Menschen angewandt werde.

«Selten sind wir in der Situation, über eine Angelegenheit zu entscheiden, die so bedeutend, wirkungsvoll und schwierig ist wie diese», sagte der demokratische Parlamentsvorsitzende Alec Garnett. Er wünsche sich eine Gesellschaft, in der «wir unsere Mittel für die Rehabilitierung ausgeben statt für Revisionen, und für die Behandlung von Drogenabhängigkeit statt für den Einsatz von Giftspritzen».

Thema auch in anderen Bundesstaaten

In mehreren US-Bundesstaaten beschäftigen sich die Parlamente derzeit mit der Neuregelung der Todesstrafe. New Hampshire schaffte sie im vergangenen Jahr vollständig ab. Kaliforniens Gouverneur verkündete ein bis zum Ende seiner Amtszeit geltendes Moratorium für alle Hinrichtungen.

Die letzte Hinrichtung in Colorado fand 1997 statt, damals wurde die Todesstrafe per Giftspritze an einem verurteilten Vergewaltiger vollstreckt. Derzeit befinden sich drei Menschen in dem Bundesstaat in der Todeszelle.

Bürgerrechtler begrüssten die Entscheidung der Abgeordneten von Colorado. Der Schritt sei ein «gewaltiger Sieg für die Gerechtigkeit», erklärte Cassandra Stubbs vom Verein American Liberties Union. Seit 1973 sei die Unschuld von 167 Menschen, die bereits in der Todeszelle sassen, nachgewiesen worden.

2019 wurden in den USA 22 Menschen hingerichtet. Vier weitere Todesurteile wurden bislang in diesem Jahr vollstreckt. (sda/afp)

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