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Biden geht nach TV-Duell als Favorit in nächste Vorwahlrunde



Sen. Bernie Sanders, I-Vt., right, and former Vice President Joe Biden, left, return to the stage after a commercial break in a Democratic presidential primary debate at CNN Studios, Sunday, March 15, 2020, in Washington. (AP Photo/Evan Vucci)
Joe Biden,Bernie Sanders

Biden führt vor Sanders. Bild: AP

Der US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden geht nach einem starken Auftritt beim TV-Duell gegen seinen Rivalen Bernie Sanders als klarer Favorit in die nächste Vorwahlrunde der Demokraten. Der frühere Vizepräsident konnte sich am Sonntagabend bei der TV-Debatte inmitten der Coronavirus-Krise als pragmatischer und krisenerprobter Macher präsentieren.

Der Mitte-Politiker liegt Umfragen zufolge in allen vier Bundesstaaten weit vorne, in denen am Dienstag trotz der Pandemie gewählt wird.

Biden hat sich mit einer Reihe von Vorwahl-Erfolgen einen deutlichen Vorsprung im Präsidentschaftsrennen der Demokraten erarbeitet. Den Vorsprung könnte der 77-Jährige am Dienstag weiter ausbauen: Der einstige Stellvertreter von Präsident Barack Obama lag zuletzt in Umfragen in den Bundesstaaten Arizona, Florida, Illinois und Ohio klar vor Sanders. Im bevölkerungsreichen Florida, in dem allein 219 Delegierte vergeben werden, betrug der Vorsprung ganze 40 Prozentpunkte.

Der linksgerichtete Senator Sanders musste deswegen am Sonntagabend im TV-Duell punkten, um das Ruder noch herumzureissen. Dies gelang dem 78-Jährigen aber nach Einschätzung von Kommentatoren nicht.

Der selbsternannte «demokratische Sozialist», der eine «politische Revolution» fordert, konnte zwar seine Forderung nach einer tiefgreifenden Reform des US-Gesundheitssystems mit den massiven Schwierigkeiten in der Coronavirus-Krise untermauern. Biden legte aber den Schwerpunkt auf sofortige Massnahmen und ging damit direkter auf die Krise ein: «Die Leute wollen Ergebnisse, keine Revolution.»

Biden sprach von einer schweren Krise. «Wir sind im Krieg mit dem Virus», sagte Biden bei der ersten Zweier-Debatte am Sonntagabend (Ortszeit) in Washington. «Dies ist wie ein Krieg. Das ist, als würden wir aus dem Ausland angegriffen.» Revolutionäre Ideen würden nicht weiterhelfen, sagte Biden mit Blick auf Sanders' Agenda. Die Menschen wollten sofort Resultate, nicht erst in mehreren Jahren.

Einsatz der Armee gefordert

Biden forderte unter anderem einen Einsatz der US-Armee bei der Bekämpfung der Pandemie: «Wir befinden uns in einem Krieg gegen das Virus.» Angesichts der sich abzeichnenden massiven Zunahme von Infizierten müsse die Infrastruktur zur Behandlung von Patienten schnell ausgebaut werden.

Einige waren sich Biden und Sanders in ihrer Kritik an Präsident Donald Trump, dem sie angesichts der Coronavirus-Krise ein schlechtes Krisenmanagement vorwarfen.

Trump zeigte sich derweil zuversichtlich, dass die Vereinigten Staaten aus der Coronaviruskrise gestärkt hervorgehen werden. Alle seien vereint und arbeiteten hart, schrieb Trump am Montag auf Twitter. «Es ist eine schöne Sache, das zu sehen.» Er fügte hinzu: «Wir werden am Ende stärker sein als je zuvor.» In einem weiteren Tweet schrieb er: «Gott segne die USA

Trump hatte zunächst versucht, die Bedrohung durch die Ausbreitung des Coronavirus in den USA herunterzuspielen. Seine Regierung ist wegen eines Mangels an Testmöglichkeiten in die Kritik geraten.

Hohe Dunkelziffer

In den USA sind die Infektions- und Totenzahlen zuletzt rasch angestiegen. Inzwischen wurden mehr als 3700 Infektionen und rund 70 Tote gemeldet. Die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte deutlich höher liegen: In den USA herrschte lange ein Mangel an Tests.

Trump hatte am Freitag den nationalen Notstand ausgerufen und will die Zahl der verfügbaren Tests massiv erhöhen. Das Krisenmanagement des Präsidenten ist allerdings von vielen Seiten stark kritisiert worden. Ihm wird vorgeworfen, die Gefahr durch das Virus lange kleingeredet zu haben.

Die Coronakrise hat auch massive Auswirkungen auf die Vorwahlen der US-Demokraten. Biden und Sanders mussten eine Reihe von Wahlkampfveranstaltungen absagen. In den Bundesstaaten Louisiana und Georgia wurden die Vorwahlen verschoben, nicht aber in den vier Bundesstaaten, in denen am Dienstag gewählt wird.

Ellenbogencheck statt Handschlag

Auch das TV-Duell stand im Zeichen der Pandemie: Die Debatte wurde wegen des Virus ohne Zuschauer ausgetragen und von Phoenix in Arizona in die Hauptstadt Washington verlegt, um Reisen zu vermeiden. Biden und Sanders standen knapp zwei Meter voneinander entfernt, um ein mögliches Ansteckungsrisiko zu mindern. Auch begrüssten sie sich mit einem Ellenbogencheck statt mit einem Handschlag.

Biden versprach zudem, bei einem Wahlsieg eine Frau zur Vizepräsidentin machen zu wollen. Es gebe «eine Reihe von Frauen», die qualifiziert für das Amt seien. Als mögliche Kandidatinnen gelten die ausgestiegenen Präsidentschaftsbewerberinnen Amy Klobuchar und Kamala Harris. Sanders sagte lediglich, er würde «wahrscheinlich» eine Frau aussuchen. (sda/afp/dpa)

Diese Demokraten kandidieren gegen Trump

Joe Biden

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • herrkern (1) 17.03.2020 09:26
    Highlight Highlight Es wird also Biden sein. Dann können sich die Demokraten und alle Leute mit Sinn und Verstand nur noch hinter ihn stellen und ihn möglichst gut unterstützen. Er hat durchaus eine Chance. Aber nicht, wenn die Bernie-Fans jetzt noch beleidigte Leberwurst spielen wollen.
  • swisskiss 17.03.2020 09:18
    Highlight Highlight Biden war schon VOR der Debatte klarer Favorit.

    https://projects.fivethirtyeight.com/2020-primary-forecast/




    Da war auch die Strategie der beiden Kontrahenten klar.

    Sanders als agressiver "Establishment und System-Kritiker und Biden als moderater Staatsmann.
  • Ich mein ja nur 16.03.2020 23:31
    Highlight Highlight Die Demokraten werden Biden nominieren und der wird gegen Trump untergehen. Noch deutlicher als Clinton 4 Jahre zuvor.
  • Caligula 16.03.2020 20:10
    Highlight Highlight Welche Debatte haben denn diese "Kommentatoren", auf welche sich der Autor dieser Debatte beruft, geschaut? Biden sah gegen Sanders ganz blass aus. Biden beschuldigte Bernie 9 Super PACs zu haben. Als er dann aufgefordert wurde sie zu nennen, ruderte er zurück und wollte nichts mehr dazu sagen. Zudem lügte er, dass er die Ausgaben für Social Security nicht kürzen wolle/wollte.

    Leider hat es wohl kaum jemand mitbekommen wegen dem Coronavirus.
    • Aithria 16.03.2020 22:15
      Highlight Highlight Und das muss der wahnsinnig gewordene Kaiser uns mitteilen - zum Glück gibt's die also.
    • swisskiss 17.03.2020 08:28
      Highlight Highlight Caligula: Es sind 5 statt 9.

      http://www.opensecrets.org/2020-presidential-race/campaign-committees-and-outside-groups

      Was das Coronavirus nicht überdecken konnte, ist der Fakt, dass Sanders zu Fragen der Coronakrise, über die Schwächen des amerikanischen Gesundheitssystem dozierte und die Massnahmen, die er in Zukunft ergreifen will, das zu ändern und Biden richtigerweise darauf hinwies, dass es keine zukünftige Massnahmen braucht, sondern JETZT zu handeln ist. Genau das, hat Bien besser vermitteln können. Der praktische Macher, der situativ reagiert, statt den Theoretiker zu geben.
    • Therealmonti 17.03.2020 14:35
      Highlight Highlight Auch ich sähe lieber Sanders als Biden . Aber ich habe die Debatte live gesehen: Biden hat dieses Rededuell eindeutig gewonnen. Weiss nicht, wie Du zu einem anderen Schluss kommst, Caligula. Bist Du so verrückt wie der römische Kaiser gleichen Namens?

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