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Demokraten drängen Sanders nach erneuter Vorwahlschlappe zu Aufgabe



Democratic presidential candidate, Sen. Bernie Sanders, I-Vt., speaks to reporters about coronavirus Thursday March 12, 2020, in Burlington, Vt. (AP Photo/Charles Krupa)
Bernie Sanders

Bild: AP

Nach seiner erneuten Vorwahlschlappe wächst der Druck auf den US-Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders, aus dem Rennen auszusteigen. Mehrere Politiker der US-Demokraten riefen den linksgerichteten Senator am Mittwoch auf, das Handtuch zu werfen und Ex-Vizepräsident Joe Biden damit das Feld zu überlassen.

Sanders selbst will nun zunächst das weitere Vorgehen prüfen. Die Demokraten befürchten inmitten der Coronavirus-Krise eine aufreibende Fortsetzung des Wahlkampfes, die letztlich Präsident Donald Trump in die Hände spielen könnte.

Sanders hatte am Dienstag herbe Wahlniederlagen gegen Biden kassiert: Der selbsternannte «demokratische Sozialist» unterlag dem Mitte-Politiker Biden in in Florida, Illinois und Arizona und damit in allen drei Bundesstaaten, in denen am Dienstag abgestimmt wurde.

Im bevölkerungsreichen und damit besonders wichtigen Florida, in dem 219 Delegierte vergeben wurden, landete der 78-jährige Senator gar rund 40 Prozentpunkte hinter seinem 77-jährigen Rivalen Biden.

Biden kaum mehr einholbar

Rein rechnerisch hat Sanders inzwischen so gut wie keine Chancen mehr auf die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Biden hat einen kaum einholbaren Vorsprung an Delegierten, die im Juli den Herausforderer Trumps wählen sollen.

Sanders äusserte sich am Wahlabend nicht. Sein Sprecher Faiz Shakir erklärte aber am Mittwoch, der Senator werde nun «Gespräche mit seinen Unterstützern führen, um seine Kampagne zu beurteilen». Die nächste Vorwahl finde nach derzeitigem Stand ohnehin frühestens in drei Wochen statt. Die Coronavirus-Pandemie hat den Vorwahlkalender der US-Demokraten stark durcheinandergebracht, mehrere Vorwahlen wurden verschoben.

Mehrere Demokraten riefen Sanders aber auf, schon jetzt den Wahlkampf zu beenden. Die frühere Senatorin Claire McCaskill sagte dem Sender MSNBC, für Sanders sei es an der «Zeit» aufzugeben. Die Demokraten müssten sich hinter dem Kandidaten vereinen, der die klare Präferenz der Wähler habe - und das sei Biden.

Die «New York Times» zitierte den Abgeordneten Don Beyer mit den Worten, für Sanders sei es «vorbei». Ein Erwachsener müsse wissen, wann die Zeit gekommen sei, zu «verschwinden».

Demokraten befürchten Spaltung

Die Demokraten befürchten ein Szenario wie vor der Präsidentschaftswahl 2016. Damals hatte Sanders sich ein langes und erbittertes Vorwahlrennen mit seiner Rivalin Hillary Clinton geliefert, das die Demokraten tief spaltete. Kritiker machen den langjährigen Senator deswegen mitverantwortlich für Clintons Niederlage gegen Trump bei der Präsidentschaftswahl 2016.

Biden streckte den Anhängern seines Konkurrenten am Dienstagabend die Hand aus. Er und Sanders hätten vielleicht unterschiedliche Ansichten zur «Taktik, aber wir teilen eine gemeinsame Vision», sagte er in einer Ansprache. Biden nannte unter anderem das Ziel einer besseren Gesundheitsversorgung sowie den Kampf gegen den Klimawandel.

Appell an junge Sanders-Anhänger

Der einstige Stellvertreter von Präsident Barack Obama wandte sich explizit an junge Wähler, bei denen Sanders grossen Rückhalt geniesst. «Ich höre euch. Ich weiss, was auf dem Spiel steht. Ich weiss, was wir zu tun haben.»

Biden hat zuletzt zunehmend versucht, den linken Parteiflügel für sich zu gewinnen. Er übernahm bereits mehrere Vorschläge des progressiven Demokraten-Lagers. Dazu gehört ein kostenloses Studium an öffentlichen Hochschulen für Studenten, deren Familien weniger als 125'000 Dollar im Jahr verdienen. (sda/afp)

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Joe Biden

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    Alle Leser-Kommentare
  • S. L. 19.03.2020 18:46
    Highlight Highlight eher friert die Hölle zu als dass die Amerikaner einen anständigen Präsidenten wählen, von Busch bis Trump.
  • Kreasty 19.03.2020 15:35
    Highlight Highlight So kann man Trump auch den Roten Teppich ausrollen....

    Ob Biden nun Dreck am Stecken hat oder nicht, Vermutungen sind/waren da, jetzt zieht man den selben Shit ab wie vor 4 Jahren mit Hilary...

    Da man dann ja leider eig. nur zwischen den 2 Aussuchen kann, Gute Nacht...

    Glaub den Pass gebe ich Zurück, dem Typ geb ich keine Steuern...
  • Fandall 19.03.2020 09:51
    Highlight Highlight Muss hart sein zum zweiten Mal vom Establishment ausgebootet zu werden...
    Er hat getan was er konnte. Die USA wollen wohl einfach nicht sozialer werden. Jänusode!
    • Ludwig van 19.03.2020 10:17
      Highlight Highlight Sanders hat seit Jahrzenten gegen das Establishment der Partei gewettert. Jetzt überrascht tun weil das Establishment ihn nicht unterstützt bringt nichts. Bei den Wählern der Demokraten ist das Parteiestablishment offenbar doch nicht so ubeliebt.
    • pali2 19.03.2020 10:40
      Highlight Highlight Für die Demokraten ist es sowieso besser, mit einem "mittigeren" Kandidaten anzutreten. So können sie vielleicht paar Stimmen von der eher rechten Seite abgrasen und so Trump schlagen - was mit Sanders wohl kaum möglich gewesen wäre.
    • satyros 19.03.2020 13:21
      Highlight Highlight @pali2: Keine Ahnung, wie das aufgehen soll: Man vergrault gezielt hunderttausende von Menschen, die sich Wandel wünschen, um "vielleicht ein paar Stimmen von der rechten Seite abgrasen" zu können. Ja, wahrscheinlich wird eine Mehrheit dieser Menschen im Herbst Biden wählen. Aber überzeugen sie auch ihre Nachbarn, Eltern, Freunde, Arbeitskollegen etc. das selbe zu tun? Und wann kommt der Zeitpunkt an dem die sagen müssen: Die Demokraten sind offenbar nicht an unseren politischen Ideen interessiert, machen wir halt unser eigenes Ding?
  • hemster (eidg. dipl. Rechtschreibfehler) 19.03.2020 09:17
    Highlight Highlight dieser heldenhafte siegeslauf von biden kommt mir irgendwie ziemlich seltsam vor. irgendwie überzeugt er mich mit den ganzen themen ja überhaupt nicht, aber dennoch ist biden der mann der stunde? oder wird hier hinter verschlossenen türen kräftig nachgeholfen weil man tierische angst vor sanders hat? was habe ich verpasst?
  • Kaktus Salat 19.03.2020 07:19
    Highlight Highlight Dasselbe Spiel wie damals mit Hillary.
    Was die Bernie Fans dann machen kann man sich vorstellen, entweder Protest-Wahl von DJT oder Stimmenthaltung.

    Mit Creepy Uncle Joe werden die Dems leider auch wieder Schiffbruch erleiden.

    Bei Sanders könnte ich mir denken, dass er eine provokative Vize (AOC?) an Bord holen würde und so das ganze richtig anheizen könnte.
    • satyros 19.03.2020 13:22
      Highlight Highlight AOC ist gemäss amerikanischer Verfassung zu jung, um Präsidentin oder Vizepräsidentin zu werden. In vier Jahren dann.
  • Neruda 19.03.2020 01:00
    Highlight Highlight Dabei wird es jetzt erst richtig spannend. Vermag das Coronavirus den Amerikanern aufzuzeigen, wie schlecht ihre Gesundheitsversorgung, trotz dem teuersten Gesundheitswesen, ist? Bernie wartet besser noch ein wenig ab. Ich weiss schon, warum die demokratische Führung einen möglichen Kollaps des Gesundheitswesen nicht abwarten will.
  • Therealmonti 19.03.2020 00:57
    Highlight Highlight Je eher sich die Demokraten auf einen Kandidaten einigen, desto besser steht die Chance, dass Trump im Spätherbst seinen Auszug aus dem Weissen Haus organisieren kann. Und das ist definitiv gut für die ganze Welt.
    • satyros 19.03.2020 07:32
      Highlight Highlight Eigentlich könnte man meinen, dass ein längerer demokratischer Wahlkampf dem späteren Nominierten, also Biden, mehr Aufmerksamkeit gibt und er mehr Möglichkeiten hat, seine Vision zu verbreiten. Aber irgendwie klar, dass die Demokraten das nicht wollen. Je weniger Joe Biden in der Öffentlichkeit auftritt und je weniger die Wähler*innen wissen, wofür er steht, desto besser seine Wahlchancen. Tragisch.
    • TheDude10 19.03.2020 07:49
      Highlight Highlight Das Problem ist, dass Boden gegen Trump verlieren wird. Falls er unverhofft gewinnt, wird er die gleiche Politik fortführen, welche das Land seit Jahren von innen zerstört.
      Und es wird darauf wieder jemand wie Trump gewählt.
  • Jean-Michel 18.03.2020 23:57
    Highlight Highlight Die beiden Herren sind zu alt. 77 und 78 - das ist doch absurd.

    Welches Unternehmen würde einen 80jährigen CEO einstellen? ...
    • Bowerick Wowbagger 19.03.2020 07:10
      Highlight Highlight Ich hoffe der Vize ist dann dafür emtsprechend jünger
    • BVB 19.03.2020 07:39
      Highlight Highlight Das ist nur bei Biden ein Problem, da er Anzeichen von Demenz hat. Ansonsten kann man es auch so sehen dass sie viel Lebenserfahrung haben.
  • Bowerick Wowbagger 18.03.2020 23:51
    Highlight Highlight Tja, der angry old man muss von Bord. Auch Biden steht für mich nicht unbedingt für Aufbruch aber wenigstens kann er lachen und hat Humor, wenn auch manchmal unfreiwillig
  • Silent_Revolution 18.03.2020 23:34
    Highlight Highlight Trump wird erneut das kleinere Übel sein, wer hätte das gedacht.
    • Therealmonti 19.03.2020 02:39
      Highlight Highlight Nein. Ein grösseres Übel als Trump ist nicht möglich. Und das wird er noch ein paarmal beweisen, ehe er weg ist.
    • Silent_Revolution 19.03.2020 05:03
      Highlight Highlight Trump ist weder konservativer, noch korrupter und auch nicht kriegsgeiler als Biden.

      Das Establishement der Dems ist moralisch abgefuckter als ein Einzelgänger der Reps. Und sowieso, das amerikanische Volk wird Creepy Uncle Joe niemals zum Präsidenten wählen.
    • Fichtenknick 19.03.2020 06:42
      Highlight Highlight Wenn du Trump als kleineres Übel siehst, musst du ein weisser, heterosexueller Mann sein. Oder ein Rassist und Misogyne. Oder aber einfach komplett ohne Empathie durchs Leben gehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Füdlifingerfritz 18.03.2020 22:31
    Highlight Highlight Tja, bye, bye Bernie. Ich hätte das Duell der Poulisten Trump und Sanders ja spannend gefunden aber wird wohl wieder nix.
    • TheDude10 19.03.2020 07:53
      Highlight Highlight Bernie ist kein Populist.
      Seine Ideen sind nicht extrem sondern nur logisch und auch umsetzbar.
      Er fordert Sachen, welche in Europa selbstverständlich sind.

  • FrancoL 18.03.2020 21:31
    Highlight Highlight «Ich höre euch. Ich weiss, was auf dem Spiel steht. Ich weiss, was wir zu tun haben.»

    alleine mir fehlt der Glauben.

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