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Polizeichef verurteilt Vorgehen von Ex-Beamten gegen George Floyd

06.04.2021, 05:35
Bild: keystone

Der Chef der Polizei in der US-Stadt Minneapolis hat vor Gericht das Vorgehen des angeklagten Ex-Beamten Derek Chauvin gegen den getöteten Afroamerikaner George Floyd verurteilt. «In keiner Weise» entspreche es den Richtlinien, der Ausbildung oder der Ethik und Werte der Polizei, dass Chauvin sein Knie auch dann noch auf den Nacken von Floyd gepresst habe, als dieser bereits auf dem Bauch am Boden lag, die Hände hinter dem Rücken gefesselt hatte und keinen Widerstand mehr zeigte, sagte Medaria Arradondo am Montag im Zeugenstand.

«Es hätte aufhören müssen, als Herr Floyd aufhörte, sich zu wehren, und ganz gewiss als er in Not war und versucht hat, das zu verbalisieren», sagte Arradondo. Chauvin habe nicht nur Richtlinien zum Einsatz von Gewalt verletzt, sondern es auch versäumt, Vorschriften zur Deeskalation und Hilfeleistung zu befolgen.

George Floyd war am 25. Mai 2020 in Minneapolis bei einer brutalen Festnahme ums Leben gekommen. Nach seinem Tod kam es monatelang zu Massenprotesten gegen Polizeigewalt und Rassismus - und das mitten in der Corona-Pandemie. Videos haben das Vorgehen der Beamten gegen den unbewaffneten Mann dokumentiert.

Arradondo hatte die vier am Einsatz beteiligten Polizisten entlassen. Seit einer Woche läuft in Minneapolis das Hauptverfahren gegen den weissen Ex-Polizisten Chauvin, der sein Knie gut acht Minuten lang auf Floyds Hals presste, obwohl dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Der schwerwiegendste Anklagepunkt lautet auf Mord zweiten Grades ohne Vorsatz, was nach deutschem Recht eher Totschlag entspräche. Im Bundesstaat Minnesota stehen darauf bis zu 40 Jahre Haft. (sda/dpa)

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3 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Sprachrohr
06.04.2021 08:10registriert Juli 2020
"Mord zweiten Grades ohne Vorsatz, was nach deutschem Recht eher Totschlag entspräche"

Nein, dass entspräche bei fehlenden Tötungsvorsatz der fahrlässigen Tötung...

Allerdings ist die Abgrenzung von Vorsatz und Fahrlässigkeit im US-Recht nicht identisch mit dem deutschen bzw. schweizerischen Recht und wird insbesondere die Abgrenzung zwischen bewusster Fahrlässigkeit und Eventualvorsatz anders vorgenommen.

Second degree murder ist damit irgend was zwischen fahrlässiger und (eventual)vorsätzlicher Tötung und wird von der hiesigen Presse fälschlicherweise in die Nähe des Totschlags gerückt.
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