5G-Kritiker und Impf-Skeptiker: Das sind die Köpfe hinter der Bargeld-Initiative
Die Bargeldinitiative verlangt zwei neue Verfassungsbestimmungen: Erstens will die Initiative, dass der Bund sicherstellt, dass Münzen oder Banknoten immer in genügender Menge zur Verfügung stehen. Wie viel Bargeld dabei genügend ist, lässt die Initiative offen.
Zweitens soll der Franken Schutz erhalten: Volk und Stände müssten zustimmen, sollte er durch eine andere Währung ersetzt werden.
Der Bundesrat hat einen Gegenvorschlag zur Initiative ausgearbeitet, weil er mit dem Anliegen zwar einverstanden ist, die Initiative im Wortlaut aber unpräzise und rechtlich schwer auszulegen sei. Beispielsweise spricht die Initiative explizit von Münzen und Noten, der Gegenvorschlag von Bargeld. Das stört das Initiativkomitee.
Die zweite Verfassungsbestimmung ist nach Ansicht des Bundesrats unnötig, weil bei einem möglichen Ersatz des Schweizer Frankens durch eine andere Währung ohnehin eine Volksabstimmung mit Ständemehr erforderlich ist.
Die Freiheitliche Bewegung Schweiz (FBS) sammelte für die Volksinitiative 130’000 Unterschriften. Es ist nicht die erste Initiative des Vereins: FBS lancierte während der Coronapandemie die «Stopp-Impfpflicht-Initiative», die im Juni 2024 mit über 70 Prozent abgelehnt wurde.
Das sind die Köpfe hinter der Volksinitiative.
Richard Koller
Der Vater der Bargeld-Initiative ist Richard Koller. Er ist ehemaliger Generalsekretär der SVP Kanton Luzern und war Präsident der Freiheitlichen Bewegung Schweiz (FBS). Wie Koller kürzlich der «Handelszeitung» sagte, gebe es die FBS zwar nicht mehr, dafür sei diese in einer neuen Bewegung namens «Schweiz-Macher» aufgegangen. Auf der Webseite der «Schweiz-Macher» heisst es:
Als Koller 2017 mit Gleichgesinnten eine Volksinitiative lancierte, welche die Zuwanderung in die Schweiz beschränken wollte, kam es zum Bruch mit seiner eigenen Partei. Der Grund: Kollers Initiative konkurrenzierte damals mit der Begrenzungsinitiative, er verlor seinen Job als Parteisekretär.
Politisch blieb er aber weiter aktiv. 2024 scheiterte seine Stopp-Impfpflicht-Initiative an der Urne, auch bekannt als Freiheits-Initiative. Diese wurde damals mit rund 74 Prozent abgelehnt.
Koller arbeitet auch noch an einer weiteren Initiative: «Für den Schutz vor schädlicher Strahlung! (Millimeterwellen-Initiative)», eine Initiative gegen den Mobilfunkstandard 5G. Hier werden zurzeit noch Unterschriften gesammelt.
Christian Oesch
Der zweite Mann hinter der Bargeld-Initiative ist Christian Oesch, Gründer des Vereins «WIR». Der Verein beschäftigt sich mit Themen wie 5G, der WHO, Geoengineering, Impfschäden und anderen.
Auf der Webseite des Vereins lassen sich zahlreiche Beispiele finden, die dem Verschwörungssprektrum zuzuordnen sind, zum Beispiel zum «Great Reset». Auf der Webseite gibt der Verein zum Beispiel Tipps, um sich den Plänen der globalen Eliten zur Neugestaltung der Welt zu widersetzen. Eine Auswahl:
- Schalten Sie Ihren Fernseher aus.
- Essen Sie viel Weidefleisch und füttern Sie Käfer nur Hühnern.
- Fahren Sie ein robustes Auto ohne viel Elektronik.
- Ablehnung von Impfungen, CO2-Pässen und digitalen Ausweisen.
Im Jahr 2025 erstattete Oesch Strafanzeige gegen Bundesrat Albert Rösti, weil dieser angeblich nichts gegen «toxische Fäden» unternommen hat, die wie Spinnfäden aus dem Himmel herabfallen.
Auch Alpenparlament-Chefs im Initiativekomitee
Im 19-köpfigen Initiativkomitee sitzen unter anderem auch die beiden Vordenker des Alpenparlaments, Martin Frischknecht und Roland Schöni. Das Alpenparlament ist ein Verein aus dem Berner Oberland, welcher in der Vergangenheit bereits mit rechtsesoterischen Aussagen aufgefallen ist.
Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund SIG reichte schon 2019 Strafanzeige gegen den Verein ein, da er auf seiner Homepage die Theorie der jüdischen Weltverschwörung verbreitete.
Gute Umfragewerte
Die Bargeld-Initiative hat derweil im Volk gute Chancen. Letzte Umfragen deuten darauf hin, dass nicht nur die Initiative, sondern auch der Gegenentwurf wohl angenommen werden.
Sollten beide angenommen werden, würde am Abstimmungstag die Stichfrage entscheiden. Dort herrscht laut Umfragen aktuell Gleichstand.
