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epa08931245 Armed militiamen of the Houthi movement visit the graves of late Houthis in Sana

Bewaffnete Huthi-Rebellen in Sanaa. Bild: keystone

USA setzen Huthi-Rebellen auf Terrorliste – UN: «Todesurteil für Hunderttausende»



Die Vereinten Nationen haben den Beschluss der US-Regierung, die Huthi-Rebellen im Jemen auf ihre Terrorliste zu setzen, erneut mit scharfen Worten verurteilt. «Wir haben schon jetzt grosse Probleme ohne die Einstufung. Mit der Einstufung wird es katastrophal. Es wird buchstäblich ein Todesurteil für Hunderttausende, wenn nicht Millionen unschuldiger Menschen im Jemen sein», sagte der Chef des Welternährungsprogramms, David Beasley, am Donnerstag vor dem UN-Sicherheitsrat in New York.

Die Entscheidung der Trump-Regierung müsse neu bewertet werden, «und ganz offen gesagt, umgekehrt zu werden», sagte Beasley. Wegen der Einstufung der Huthis als Terrororganisation befürchten die Vereinten Nationen und humanitäre Helfer, dass der bislang schon schwierige Import von Hilfsgütern unmöglich wird.

In dem stark verarmten Bürgerkriegsland leben 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung in Gebieten, die von den Huthis kontrolliert werden. Wichtige Hilfsprojekte könnten nun stark beeinträchtigt, verzögert oder ganz gestoppt werden, weil internationale Organisationen juristische Konsequenzen oder Sanktionen der USA fürchten.

Trump und Pompeo wollen Biden das Leben schwer machen

Im Jemen kämpft ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis an Seite der Regierung gegen die Huthis, die vom Iran unterstützt werden. Im Norden und Westen beherrschen sie so gut wie alle Bereiche des täglichen Lebens. Experten zufolge zielt die Einstufung als Terrororganisation durch die USA vor allem darauf ab, die Iran-Politik des künftigen US-Präsidenten Joe Biden zu erschweren. Es gibt keine Anzeichen, dass die Huthis dadurch militärisch geschwächt oder der Kampf gegen sie erleichtert wird.

Mike Pompeo, Außenminister der USA, reist nicht nach Europa. Foto: Andrew Harnik/AP Pool/dpa

US-Aussenminister Mike Pompeo vollzieht in den letzten Tagen seiner Amtszeit wichtige Änderungen. Bild: sda

UN-Vermittler Martin Griffiths sagte am Donnerstag vor dem Sicherheitsrat, er sei wegen der US-Entscheidung «extrem besorgt» um den Friedensprozess in dem Land. Er befürchte, dass es «unvermeidlich einen abschreckenden Effekt auf meine Bemühungen geben wird, die Konfliktparteien zusammenzubringen.»

In der von Huthis kontrollierten Hauptstadt Sanaa zeigt sich das Leid in erschreckendem Ausmass. Dutzende Kinder mit völlig abgemagerten Körpern werden etwa im Sabin-Krankenhaus versorgt. Familien aus anderen von den Huthis beherrschten Provinzen können sich behandeln lassen. Die Abteilung für Unterernährung wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Unicef unterstützt.

«Unsere Kinder blicken jeden Tag dem Tod ins Auge. Sie bekommen kein Essen, keine Gesundheitsversorgung und keines ihrer Rechte», sagte Fatma Ahmad der Deutschen Presse-Agentur. «Der Krieg hat uns alles geraubt», sagt Ahmad, Mutter eines stark unterernährten Mädchens. Es gebe «keine Gehälter oder Medizin» und auch kein «Essen, um den Magen zu füllen».

UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock schrieb bei Twitter: «Es könnte der Tropfen sein, der das Fass im Jemen zum Überlaufen bringt.» Nun drohe «nicht nur eine kleine Hungersnot, sondern eine wirklich gewaltige». Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hatte im Oktober bereits Höchstwerte bei der akuten Unterernährung von Kindern unter fünf Jahren gemeldet. (sda/dpa)

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