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George Floyd sagte vor seinem Tod mehr als 20 Mal «Ich kann nicht atmen»



Nach neu veröffentlichten Abschriften sagte der Afroamerikaner George Floyd vor seinem Tod bei einem Polizeieinsatz Ende Mai mehr als 20 Mal «I can't breathe» – ich kann nicht atmen.

epa08464355 A man seats to a graffiti in memory of the late US George Floyd painted on a perimeter wall by a group of Kenyan graffiti artists in support of the Black Lives Matter movement as their way to protest against the Police brutality in Kenya and USA in the Kibera slums in Nairobi, Kenya, 04 June 2020. Protesters across the globe have been holding protests to express their feelings regarding the death of 46-year-old George Floyd while in police custody. A bystander's video posted online on 25 May appeared to show George Floyd, 46, pleading with arresting officers that he couldn't breathe as an officer knelt on his neck, in Minnesota, USA. The unarmed black man later died in police custody.  EPA/Daniel Irungu

Ein Graffiti in Erinnerung an George Floyd, gesprüht in Nairobi, Kenia. Bild: keystone

Die Transkripte stammen von den Körperkameras der nun angeklagten Polizisten und wurden am Mittwoch von einem Gericht im US-Bundesstaat Minnesota veröffentlicht.

In ihnen zeigt sich unter anderem, wie Floyd die Beamten immer wieder anbettelte, von ihm abzulassen. «Ich kann nicht atmen, ich kann nicht atmen. Ah! Ich werde wohl auf diese Weise sterben», heisst es in den Gerichtsunterlagen unter anderem.

Der unbewaffnete Floyd war am 25. Mai in der Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota bei einer brutalen Festnahme ums Leben gekommen. Sein Tod führte im ganzen Land zu Massenprotesten gegen Polizeigewalt und Rassismus.

Die Polizeibeamten hatten Floyd wegen des Verdachts, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben, festgenommen. Sie drückten ihn auf der Strasse zu Boden. Ein weisser Beamter drückte sein Knie rund acht Minuten lang in Floyds Hals. Floyd verlor das Bewusstsein und starb an Ort und Stelle, wie die Autopsie ergab.

Von Anfang an verängstigt

Die Mitschriften zeigen weiter, dass Floyd offenbar von Anfang an verängstigt war, er flehte einen der Polizisten offenbar schon vor der körperlichen Auseinandersetzung an, ihn bitte nicht zu erschiessen.

«Sie handeln etwas unberechnbar», sagt ein Beamter zu ihm an einem Punkt. Floyd entgegnete: «Ich habe Angst, Mann». Im weiteren Verlauf wird immer wieder deutlich, dass Floyd und die Polizisten Probleme haben, miteinander zu kommunizieren.

Immer wieder sagt der Festgenommene auch, dass er unter Platzangst leide und deshalb Schwierigkeiten habe, in das Polizeiauto einzusteigen. Anschliessend kam es zu der Auseinandersetzung, in deren Folge Floyd starb.

Das Hauptverfahren gegen vier Polizisten, denen die Tötung Floyds zur Last gelegt wird, soll nach US-Medienberichten am 8. März nächsten Jahres beginnen. (sda/dpa)

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21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • I don't give a fuck 09.07.2020 15:01
    Highlight Highlight wieviele male wollt ihr den artikel noch aufbringen...
  • Mijasma 09.07.2020 12:19
    Highlight Highlight @freeLCT

    Ja das ist bekannt. Ob korrekt sollte noch hinterfragt werden. Der Pathologiebericht versuchte auch zuerst dies als den Sterbegrund zu benennen. Was sehr danach aussieht als hier die Polizisten gedeckt werden sollten.

    Im Weiteren hat die Tatsache nicht den geringsten Einfluss. Wenn ein Polizist eine verdächtigen auf diese Art festhält muss er berücksichtigen, dass die Person schon Gesundheitliche Probleme haben könnte.

    Er hätte auch ein Lungenkarzinom eine Herzinsuffizienz, Asthma etc. haben können. Bei 20 Hilferufen MUSS er darauf reagieren. Ansonsten ist es vors. Totschlag.

    • El Ninio 09.07.2020 23:20
      Highlight Highlight Was wenn seine Hilferufe nur gespielt wären der Polizist von im abläst und sich der verdächtige beim nachlassen des Griffes der sehr einfach zu greifenden Waffe des cops bemächtigt. Der Polizist ist ein Mensch wie sie und ich. Auch die machen fehler. Ich schicke die bei ihrem nächsten Fehler bei der Arbeit auch vor Gericht
    • Mijasma 10.07.2020 22:24
      Highlight Highlight Der Verdächtige ist am Boden fixiert. Er kann sich nicht mehr bewegen. Da sind noch zwei weitere Polizisten. Wenn diese es in dieser Situation nicht schaffen, ihm in 1-2 Minuten Handschellen anzulegen sollte man sich schon fragen warum.

      Mit Handschellen kann die Fixierung ohne Bedenken gelockert werden. Auch wenn das nicht so wäre. Kann man ihn fixieren ohne sich 8 Minuten auf seinen Hals zu knien.

      Versuchen sie mal am Boden liegenden einem von drei Polizisten die Waffe aus dem Holster zu ziehen. Das ist nicht wie in einem Hollywood Film.

  • Füürtüfäli 09.07.2020 09:00
    Highlight Highlight 20 mal. Das ist einfach nur noch erschreckend. Das gab den Polizisten also 20 mal die Möglichkeit nachzudenken, zu entscheiden. Und 20 mal hat man sich falsch entschieden...
    • El Ninio 09.07.2020 23:14
      Highlight Highlight Beim Nothelfer Kurs in der Schweiz lernst du wenn du an einen Unfall kommst und es hat 2verletze einer schreit um Hilfe der andere nicht. Hilf zu erst dem der keine Lebenszeichen von sich gibt. Weil solange einer schreien kann geht's im gut.
  • freeLCT 09.07.2020 07:58
    Highlight Highlight Was eine Erkenntnis. Ganze 20 Mal. Das macht die Geschichte weder besser noch schlechter.
    Aber hei watson, was ich bei euch noch nie las, war der Autopsie-Bericht von George Floyd.

    Here we go:
    https://www.mercurynews.com/2020/06/05/read-george-floyd-autopsy-report-with-cause-of-death-and-other-factors/

    Wusstet ihr schon, dass Floyd bei seinem Tod die dreifache Überdosis an Fentanyl im Körper hatte?

    Ohne einen Zusammenhang erstellen zu wollen;
    wusstet ihr das?
    • Zinni 09.07.2020 10:03
      Highlight Highlight Nein. Aber was macht es für einen unterschied? Jemanden wegen 10 dollar derart anzugehen, hat sie doch nicht alle. Zudem war floyd zu keinem zeitpinkt aggressiv.
    • BetterTrap 09.07.2020 10:04
      Highlight Highlight Oh, waaaaas. Er war nicht gesund oder nüchtern genug um 6 Minuten lang erwürgt zu werden!?

      Was soll die Scheisse? Würde mich gerne anders ausdrücken, aber dann würde ichwohl gegen das Netiquette verstossen.

      Absolute Frechheit was du von dir gibst...

    • Rosskastanie 09.07.2020 10:04
      Highlight Highlight Fentanyl ist etwa 70 bis 100 oder auch 120-mal so potent wie Morphin...aber was willst du sagen? Floyd war quasi "selbst schuld"? Das wäre dann nämlich nicht nur zynisch sondern einfach menschenverachtend!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gubbe 09.07.2020 07:39
    Highlight Highlight Wussten die Polizisten, dass sich George Floyd vom Einbrecher und Schläger, zu einem lahmfrommen Mann gewandelt haben soll? Ich bin absolut kein Freund der amerikanischen Polizeimethoden und habe auch sehr schlechte Erfahrungen gemacht, weil ich den Slang der Polizisten nicht verstand.
    Dass George Floyd die Luft abgedrückt wurde ist schlimm. Das Thema immer wieder aufgreifen auch. So schnell wird dieser Polizeiakt nicht vergessen werden.
  • BYOKN 09.07.2020 07:21
    Highlight Highlight Interessant ist auch das in der Toxikologischen Untersuchung Fentanyl festgestellt wurde, welches als Nebenwirkung starke Atemnot hat. Das dies wohl massgeblich zum Tod beigetragen hat wäre doch erwähnenswert, wenn man informieren möchte und nicht ein vorgefasstes Bild verstärken möchte.
    • Truth Bot 09.07.2020 11:16
      Highlight Highlight Könnte man erwähnen, aber dann muss man auf den Unterschied zwischen der Todesursache und anderen Faktoren, die den Tod wahrscheinlicher machten erklären. Das offizielle forensische Gutachten sagt ganz klar: Todesursache war das Luftabschnüren der Polizisten. Das Fentanyl steht der vollständigkeit halber im Bericht als etwas, was den Tod wahrscheinlicher machte. Für interessierte gibt es hier einen sehr neutralen Kommentars eines Forensikers, der den Inhalt des Gutachtens erläutert. https://www.medpagetoday.com/blogs/working-stiff/86913
    • JadeLinor 09.07.2020 11:24
      Highlight Highlight Einem Menschen über mehrehre Minuten lang ein Knie in den Nacken zu drücken, obwohl dieser wiederholt darauf hinweist, er könne nicht atmen ist unrecht.
      Das hat für mich nichts mit einem vorgefassten Bild zu tun, das ist eine Tatsache.
      Das Fentanyl ändert an dieser Tatsache nicht das geringste.
    • RicoH 09.07.2020 11:41
      Highlight Highlight Also ich weiss nicht worauf du hinaus willst.
      20 Mal (!) hat er darauf aufmerksam gemacht, das er nicht atmen kann. Das haben die Polizisten ignoriert – also 20 mal die falsche Entscheidung getroffen.

      Ist es da wirklich noch relevant, was die toxikologische Untersuchung ergibt?
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