International
USA

In Tennessee werden die Wahlkreisgrenzen neu gezogen

FILE - Rep. Justin J. Pearson, D-Memphis, second from left, walks with his brother KeShaun Pearson, as he is arrested and removed from the House gallery during a special session of the state legislatu ...
Während der Abstimmung im Parlament des Bundesstaates Tennessee kam es zu mehreren Störaktionen.Bild: keystone

Tumulte im Parlament – trotzdem beschliesst Tennessee neue Wahlkreisgrenzen

08.05.2026, 07:4508.05.2026, 07:45

Republikaner im US-Bundesstaat Tennessee haben neue Wahlkreisgrenzen für das Repräsentantenhaus beschlossen, die den einzigen demokratisch vertretenen Kongresswahlbezirk des Bundesstaats zerschneiden würden. Die Neuaufteilung gilt als Teil einer landesweiten Strategie von Präsident Donald Trump und seiner Partei, ihre knappe Mehrheit im US-Repräsentantenhaus bei den kommenden Zwischenwahlen im November zu sichern.

Der republikanisch dominierte Landtag verabschiedete die neue Karte am Donnerstag nach tumultartigen Szenen und Protesten im Parlament. Demonstranten unterbrachen laut Medienberichten die Sitzungen mit Sprechchören und Trillerpfeifen, demokratische Abgeordnete verliessen demnach aus Protest den Saal. Die Vorlage geht nun an den republikanischen Gouverneur Bill Lee, der sie den Berichten zufolge voraussichtlich unterzeichnen wird.

Demokraten sprechen von rassistischer Wählermanipulation

Im Zentrum des Streits steht der bislang demokratisch vertretene Kongresswahlbezirk in und um Memphis, eine Stadt mit mehrheitlich schwarzer Bevölkerung. Der neue Zuschnitt würde die demokratische Hochburg auf mehrere Wahlkreise verteilen. Die Wähler aus der Stadt würden jeweils mit deutlich konservativeren Regionen zusammengelegt, sodass Republikaner in allen Bezirken bessere Siegchancen bei den anstehenden Parlamentswahlen im Herbst hätten. Sie könnten damit alle neun Sitze Tennessees im Kongress gewinnen.

FILE - The Tennessee Capitol is seen, Jan. 22, 2024, in Nashville, Tenn. (AP Photo/George Walker IV, File)
Election 2026 Redistricting
Das Kapitol von Tennessee.Bild: keystone

Tennessee ist der erste Bundesstaat, der nach einer Entscheidung des Obersten US-Gerichts in der vergangenen Woche neue Wahlkreisgrenzen verabschiedet. Der Supreme Court hatte den Schutz des Voting Rights Act gegen rassistische Benachteiligung bei Wahlkreiszuschnitten geschwächt. Republikanisch regierte Südstaaten wie Louisiana, Alabama und South Carolina treiben inzwischen ähnliche Neuaufteilungen voran.

Trump drängt republikanisch regierte Bundesstaaten seit Monaten dazu, Wahlkreise noch vor den Zwischenwahlen neu zuzuschneiden. Kritiker sprechen von einer landesweiten Neuauflage des sogenannten Gerrymandering – der parteipolitischen Manipulation von Wahlkreisgrenzen. Auch Demokraten nutzen die Strategie, etwa in Kalifornien. (leo/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
34 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Tokyo
08.05.2026 11:07registriert Juni 2021
Warum erwähnt ihr NICHT, dass Kalifornien und Virginia dies erst taten, nach dem Abbott in Texas dies tat?
Und warum erwähnt ihr nicht, dass sowohl in Kalifornien als auch in Virginia das Volk drüber abstimmte??????

Warum nicht, dass in Florida deren Verfassung dies explizit verbietet, nach dem das Volk diesen Verfassungszusatz 2010 beschlossen hat, De Santis dies trotzdem tat?

Wieso lasst ihr wichtige Informationen weg?
897
Melden
Zum Kommentar
avatar
Quieselchen
08.05.2026 09:16registriert Januar 2021
Was würde ich lachen, wenn die 9Abgeordneten aus Tennessee im November allesamt Demokraten würden…
714
Melden
Zum Kommentar
avatar
Wolfgang Bumbuy
08.05.2026 09:33registriert November 2024
Die vom obersten Gericht meinen das wäre einer Demokratie würdig.
Wenn man daran denkt , dass die Amis in den letzten 80 Jahren , bei fast allen ihrer Kriege den anderen Demokratie bringen wollten,🫣, dann wissen wir jetzt was für eine Art Demokratie da angedacht war.
Mich schauderts.
674
Melden
Zum Kommentar
34
Mehrere Tote bei Schusswaffenvorfall in Montreal
Bei einem Schusswechsel in der kanadischen Grossstadt Montreal sind drei Menschen getötet worden. Neben einem Polizisten und einem Zivilisten sei auch der mutmassliche Angreifer unter den Toten, teilte die Polizei mit. Ausserdem gebe es zwei Verletzte, darunter eine Polizistin. Die Hintergründe seien noch offen, ein terroristisches Motiv werde ausgeschlossen. Weitere Verdächtige in dem Fall gebe es nicht.
Zur Story