Jetzt droht Donald Trump auch dem Oman
Donald Trump hat dem Oman mit Konsequenzen gedroht, sollte sich das Sultanat nach einer Einigung über die Öffnung der Strasse von Hormus auf die Seite des Iran schlagen. Teheran hatte angekündigt, auch nach einem Friedensvertrag mit den USA und Israel die für die Weltwirtschaft bedeutende Meerenge kontrollieren zu wollen. Die Nachrichtenagentur «Bloomberg» berichtete, dass der Oman Gespräche mit dem Iran über eine Kontrolle der Meerenge führe. Dabei soll es um ein gemeinsames Gebührensystem für die Durchfahrt gegangen sein.
Trump wurde bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus gefragt, ob er eine kurzfristige Vereinbarung akzeptieren würde, wonach der Iran und der auf der gegenüberliegenden Seite des Persischen Golfs gelegene Oman die strategisch wichtige Meerenge kontrollieren könnten. «Nein, die Meerenge wird für alle offen sein», sagte der US-Präsident. «Das sind internationale Gewässer, und der Oman wird sich verhalten wie alle anderen, oder wir müssen sie in die Luft jagen. Sie verstehen das, es wird ihnen gut ergehen.»
War es eine Verwechslung?
Das US-Aussenministerium veröffentlichte die Antwort auch als Video auf der Plattform X. Oman gilt eigentlich als Verbündeter der USA und hat im Hintergrund bei den indirekten Gesprächen mit Teheran geholfen. Ausserdem gibt es ein Abkommen, dass das US-Militär Flughäfen im Oman nutzen darf. Das Sultanat liegt am Eingang der Strasse von Hormus, dem Iran gegenüber.
PRESIDENT TRUMP: The Strait is going to be open to everybody. It’s international waters. We’ll watch over it, but nobody’s going to control it.
— Department of State (@StateDept) May 27, 2026
Oman will behave like everybody else or we’ll have to blow them up. They understand that. pic.twitter.com/hCs1tIhZGP
Reporter rätselten, ob Trump wirklich den Oman gemeint hat. In der gleichen Pressekonferenz verwechselte er offenbar auch den Iran mit Venezuela. So sagte er, Venezuela habe «keine Marine mehr, keine Luftwaffe mehr» – eine Formulierung, die Trump wiederholt für den Iran verwendet hatte.
Nur wenige Schiffe konnten seit Kriegsbeginn passieren
Trump hatte am Wochenende angekündigt, dass er sehr weit mit den Verhandlungen mit dem Iran sei und die Strasse von Hormus bald geöffnet werde. Dem hatte der Iran widersprochen und darauf hingewiesen, dass die Durchfahrt weiter kontrolliert werden soll. In den vergangenen Wochen durften einige wenige Schiffe passieren, offenbar wurden Gebühren erhoben. Es gibt Berichte, nach denen Teile der Strasse vom Iran vermint worden sind. Einige Länder, darunter auch Deutschland, haben ihre Hilfe bei der Minenräumung angeboten – aber erst, wenn der Krieg beendet ist.
Die Strasse von Hormus ist eine der wichtigsten Wasserstrassen der Welt. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Indischen Ozean. Täglich werden dort riesige Mengen Erdöl und Flüssiggas transportiert – vor allem aus Ländern wie Saudi-Arabien, Iran, Irak, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Experten zufolge passieren rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls die Meerenge. Deshalb gilt die Strasse von Hormus als strategischer Schlüsselpunkt für die globale Energieversorgung.
Seit den amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran ist der Schiffsverkehr weitgehend zum Erliegen gekommen, mit drastischen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. So sind die Öl- und Benzinpreise gestiegen, Kerosin wird knapp und damit auch Flugreisen teurer, Rohstoffe für die Düngemittelproduktion in den USA und Europa können nicht weitertransportiert werden.

