DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Amerika, wie hast Du es mit dem Lösegeld? FBI wollte Al-Kaida-Geisel freikaufen 

Die US-Bundespolizei FBI hat bei dem Versuch mitgeholfen, eine US-Geisel aus den Händen von Al-Kaida-Terroristen in Pakistan freizukaufen. Nach Ansicht der Regierung verstösst dies nicht gegen den Grundsatz, kein Lösegeld zu zahlen.



Das Vorhaben der Familie, im Jahr 2012 mit einem Lösegeld in Höhe von 250'000 Dollar die Freilassung des Entwicklungshelfers Warren Weinstein zu erreichen, sei schliesslich gescheitert, berichtete die Zeitung «Wall Street Journal» am Donnerstag. Der 73-jährige Weinstein war 2011 verschleppt worden. Im Januar wurde er bei einem US-Drohnenangriff versehentlich getötet.

White House press secretary Josh Earnest speaks during the daily news briefing at the White House in Washington, Friday, April 24, 2015. Earnest discussed the drone strikes had killed two Western hostages and two Americans who worked for al-Qaida, and other topics. (AP Photo/Carolyn Kaster)

Bestätigt die Hilfe: US-Regierungssprecher Josh Earnest. Bild: Carolyn Kaster/AP/KEYSTONE

Das Weisse Haus bestätigte den versuchten Freikauf. Allerdings meinte Regierungssprecher Josh Earnest, die Mithilfe des FBI widerspreche nicht der US-Politik, bei Entführungen keine Lösegelder zu zahlen. «Grundsätzlich gesprochen, bei einer Lösegeldzahlung zu helfen... ist nicht gleichbedeutend mit der Zahlung eines Lösegelds.»

Suche nach Mittelsmann

Die Verweigerung von Lösegeldzahlungen an Terroristen ist nach Regierungsangaben seit Jahren Grundlage der US-Politik. Präsident Barack Obama kritisierte europäische Regierungen, die Lösegeld zahlten oder bei der Bezahlung behilflich waren. Grund: Lösegeld ermuntere Terroristen zu weiteren Geiselnahmen.

American al Qaeda member Adam Gadahn is shown in this image captured from an undated video courtesy of Intelcenter. A U.S. drone strike in January targeting an al Qaeda compound in Pakistan near the Afghan border inadvertently killed American doctor Warren Weinstein and Italian Giovanni Lo Porto who had been held hostage for years by the group, U.S. officials said on April 23, 2015. Gadahn, an American al Qaeda member who was charged with treason in the United States, was also killed in a separate strike on another al Qaeda camp five days later, the officials said. REUTERS/INTELCENTER/ SOCIAL MEDIA/ AS-SAHAB MEDIA RELEASED BY INTELCENTER/Handout via Reuters

ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. NO SALES. NO ARCHIVES. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS.

Ebenfalls von einer Drohne getötet: US-Al-Kaida-Mitglied Adam Gadahn. Bild: HANDOUT/REUTERS

Dem Bericht der Zeitung zufolge unterstützte das FBI die Weinsteins dabei, einen geeigneten Mittelsmann für die Geldübergabe an Al-Kaida zu finden. Die Familie habe das Geld dem Mittelsmann 2012 übergeben. Warum es nicht zur Freilassung kam, wurde nicht gesagt.

FBI-Agenten hätten der Familie zuvor klargemacht, Lösegeld sei das beste Mittel für eine Freilassung. Sie hätten aber auch betont, es gebe keine Garantie, dass der Entführte tatsächlich freikomme. Die Zeitung berief sich auf namentlich nicht genannte Regierungsbeamte.

Dem Bericht zufolge beschwerten sich in der Vergangenheit mehrere Familien von Entführten über die Haltung der US-Regierung. Es sei ihnen sogar mit Strafen gedroht worden, falls sie den Terroristen Geld gäben. (kad/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

China hat erstmals mehr CO2-Emissionen als alle Industrieländer zusammen

Als grösster Kohleverbraucher und bevölkerungsreichstes Land ist China entscheidend für den Kampf gegen die Erderwärmung. Doch seine Emissionen steigen stetig. Pro Kopf führen hingegen weiter die USA.

Chinas jährlicher Ausstoss von Treibhausgasen übersteigt nach einer neuen Studie erstmals die Emissionen aller entwickelten Länder zusammen. In ihrem Vergleich mit den EU-Ländern, den USA und den anderen Mitglieder der Industrieländerorganisation OECD schätzt die US-Denkfabrik Rhodium Group …

Artikel lesen
Link zum Artikel