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Brasilianische Indigene besetzen Hafen von US-Agrarkonzern

Brasilianische Indigene besetzen Hafen von US-Agrarkonzern

21.02.2026, 22:2221.02.2026, 22:22

Bei Protesten gegen die Ausbaggerung von Flüssen im Amazonasgebiet haben brasilianische Ureinwohner den Flusshafen des US-Agrarunternehmens Cargill im Norden des Landes besetzt. Der Betrieb bei Santarém im Bundesstaat Pará sei komplett unterbrochen worden, teilte das Unternehmen mit. Die Mitarbeiter seien aus dem Gelände evakuiert worden.

KEYPIX - epa12763978 Indigenous women participate in a demonstration near the corporate office of multinational food corporation Cargill, in Sao Paulo, Brazil, 20 February 2026. Dozens of indigenous p ...
Indigene demonstrieren in Brasilien gegen Cargill.Bild: keystone

«Wir sind hier, weil wir unser Recht auf Existenz verteidigen», hiess es nach der Besetzung in einer Mitteilung der Organisation Conselho Indígena Tapajós e Arapiuns (Cita), die 14 indigene Bevölkerungsgruppen vertritt. Die Ureinwohner prangern die «Privatisierung» der Amazonas-Flüsse an, denn dadurch würden ihre Lebensgrundlagen bedroht. Die Flüsse sind für die Konzerne strategisch wichtig, um Getreide und Rohstoffe zu exportieren.

Cargill sprach von einer gewalttätigen Aktion, nachdem ein Gerichtsbeschluss die Aufhebung der Blockade angeordnet hatte. Zudem hätten Demonstranten die Fassade des Hauptsitzes von Cargill in der Stadt São Paulo stark beschädigt.

Seit einem Monat gibt es Proteste am Terminal

Ureinwohner blockierten bereits seit einem Monat die Zufahrt für Fahrzeuge zum Getreide-Terminal. Ein Bundesgericht ordnete den brasilianischen Behörden am Mittwoch an, innerhalb von 48 Stunden die Blockade zu entfernen. Die Besetzung des Terminals erfolgte am frühen Samstagmorgen Ortszeit.

Zu den Hauptforderungen der indigenen Organisationen zählt die Aufhebung eines im August verabschiedeten Dekrets der brasilianischen Regierung, das private Konzessionen und Infrastrukturprojekte in drei Amazonas-Wasserstrassen ermöglichen würde. (dab/sda/dpa)

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9 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Eckhardt
22.02.2026 01:35registriert Juni 2024
Flüsse, sauberes Wasser etc sind ‚öffentliche Güter‘. Ich sehe das kritisch, wenn deren Nutzung ‚privatisiert‘ wird, was oft zur Ausbeutung führt.
Besonders stossend ist, wenn andere Menschen, die Zugang dazu brauchen, behindert und eingeschränkt werden. Das Ausbaggern dieser Flüsse wird zudem das ganze Ökosystem dort belasten! Einmal mehr werden kurzfristige Profite über langfristige Bewahrung gestellt. Dass ein US-Unternehmen beteiligt ist an der ökologischen Belastung, ist leider weniger erstaunlich.
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Doppellottotreffer
22.02.2026 06:14registriert September 2021
Soso, "Cargill sprach von einer gewalttätigen Aktion, nachdem ein Gerichtsbeschluss die Aufhebung der Blockade angeordnet hatte".

Ähm, wer wurde aif welche Weise gewalttätig? Und was ist es denn, wenn Cargill die Existenz von Bewohnern des Amazonasgebiets vernichtet? 🤔
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