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Ach, ne! Einer der Chorknaben der NPD ist vorbestraft und hat auch noch bosnische Wurzeln. Muhaha!



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Deutschland den Deutschen – Safet Babic. Screenshot: YouTube

Dass die Rechtsaussen-Parteien gerne mal Fakten verdrehen – oder aber Wasser predigen und Wein trinken: geschenkt. Aber dass es die NPD Trier schafft, ihr ohnehin wenig intelligentes Video an Dummheit noch zu toppen, überrascht dann doch. Zur Erinnerung: Vier NPD-Männer hatten in einem dilettantischen Clip zum Protest gegen die Flüchtlingspolitik aufgerufen und sich damit zum Gespött gemacht. Der Wortführer alias «Nummer 1» serviert darin falsche Zahlen und täuscht seine Zuschauer.

Eines ist der Truppe besonders richtig: 4-4-4, wobei die Zahl für den vierten Buchstaben im Alphabet steht. D-d-D ist die Abkürzung «Deutschland den Deutschen». Bei der eigenen Herkunft hingegen die Herren deutlich mehr Toleranz. Der Vorturner, die «Nummer 1», ist Sefat Babic, der bosnische Wurzeln hat.

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Das NDR Satiremagazin «extra 3» hat sich 2009 gewundert, warum die NPD «Kriminelle Ausländer raus» gefordert und dann Babic aufgestellt hat. YouTube/Mehmet Okca

Nun könnte man einwenden, dass Bosnier und Deutsche im Zweiten Weltkrieg einst Seite an Seite gekämpft haben – und dass das Ganze deshalb zu einer braunen Partei passen würde. Doch die Argumentation hinkt: Auch Rumänien, Bulgarien, Libyen und Irak zählten zu den Achsenmächten. Dass Menschen aus diesen Leute heutzutage von rechten Deutschen mit Wohlwollen aufgenommen würden, darf getrost bezweifelt werden.

2010 wurde Safet Babic wegen schwerer Körperverletzung zu sieben Monaten bedingt verurteilt, weil er laut Trierischer Volksfreund einen 21-jährigen Studenten verprügelt hat. Wäre er 1981 nicht in Hanau (nahe Frankfurt am Main) geboren worden, wäre er nicht nur kriminell gewesen, sondern ein krimineller Ausländer. Und das als NPD-Vorsitzender des Kreises Trier …

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Seine Herkunft spaltete seine rechte Kameraden

Babic bewegt sich seit der Jugend in rechten Kreisen wie etwa der Jungen Landsmannschaft Ostpreussen oder den Jungen Nationaldemokraten. Obwohl er 2001 für die NPD bei den hessischen Kommunalwahlen antrat, verschwieg er im selben Jahr bei Antritt seines Jurastudiums seine parteiliche Gesinnung und engagierte sich im Studentenbund Asta, bis er als «Maulwurf» enttarnt wurde. 

Spannend: Unter den «Volksgenossen» der Jungen Nationaldemokraten wie auch denen der NPD kam es aufgrund der Herkunft Babics zum offenen Eklat. 2004 spaltete sich deswegen der Kreisverband Prignitz-Ruppin von der NPD ab, weil die Partei mit Babic mit einem «Feinden des Volkes» zusammenarbeite. 2009 zog der Hanauer für die NPD in den Stadtrat Triers ein. Gegen seinen Rauswurf zwei Jahre später klagte der Politiker, ein Gericht bestätigte jedoch den Mandatsentzug aufgrund der Verurteilung wegen schwerer Körperverletzung.

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Propaganda zum «Skandalurteil»: Babic sieht sich 2011 politisch verfolgt, weil er nicht mehr als unbescholten gilt. Er kündigt «nationalen Widerstand» zur Durchsetzung des «Volkswillens» an. YouTube/zukunftdurchheimat

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Ein richtiger Bericht über den Vorfall, bei dem auch im Hintergrund «Nummer 4» alias  «Arsch hoch» aus dem aktuellen NPD-Video zu sehen ist. YouTube/Volksfreund TV

Sieg Fail: So doof sind Nazis

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