International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schwere Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan – mehr als ein Dutzend Tote



Armenian soldiers take their position on the front line in Tavush region, Armenia, Tuesday, July 14, 2020. Skirmishes on the volatile Armenia-Azerbaijan border escalated Tuesday, marking the most serious outbreak of hostilities between the neighbors since the fighting in 2016. (Armenian Defense Ministry Press Service/PanPhoto via AP)

Armenische Soldaten an der Grenze zu Aserbaidschan. Bild: keystone

An der Grenze zwischen den verfeindeten Republiken Aserbaidschan und Armenien im Südkaukasus ist es nach Angaben beider Seiten erneut zu schweren Gefechten gekommen.

Die armenischen Streitkräfte hätten einen Panzer sowie mehrere Artilleriewaffen des Gegners zerstört, teilte am Donnerstag das Verteidigungsministerium in Eriwan mit. In Baku wies das Verteidigungsministerium Vorwürfe Eriwans zurück, dass ein aserbaidschanisches Spezialkommando mit mehr als 100 Kämpfern versucht habe, auf das Gebiet des Nachbarn vorzudringen.

Über neue Fälle von Toten und Verletzten war zunächst nichts bekannt. Beide Seiten gaben sich die Schuld an einem Aufflammen der Gewalt. Seit Sonntag waren auf beiden Seiten insgesamt mehr als ein Dutzend Soldaten gestorben, die meisten waren Aserbaidschaner. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) rief die Länder zur Deeskalation der Lage auf.

Um das von Armenien kontrollierte Konfliktgebiet Berg-Karabach, das Hunderte Kilometer südlich der aktuellen Kämpfe liegt, war die Lage Behörden zufolge ruhig. Aserbaidschan hatte in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Kontrolle über das Gebiet verloren. Laut Völkerrecht gehört die von christlichen Karabach-Armeniern bewohnte Region zu dem islamisch geprägten Aserbaidschan.

Der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev warf Armenien eine aggressive Expansions- und Annexionspolitik vor. Er entliess Aussenminister Elmar Mammadyarov wegen dessen, wie er sagte, defensiver Politik in der Konfrontation mit Armenien. Nachfolger wurde Bildungsminister Jeyhun Bayramov. Zugleich kündigte Aliyev an, dass das öl- und gasreiche Land sein Verteidigungsbudget überarbeiten werde. Ausdrücklich dankte er auch seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan für den «Beistand». Die strategische Allianz beider Staaten sorge für Sicherheit in der Region, sagte er.

Armenien hingegen setzt auf Russland als Schutzmacht, die dort Tausende Soldaten und Waffen stationiert hat. Armenien versetzte seine Kampfbomber vom Typ Suchoi SU-30 in Bereitschaft. Der armenische Präsident Armen Sarkissjan warf Aserbaidschan eine militärische Aggression gegen sein Land vor. Armenien sei bereit und in der Lage, sich gegen die Angriffe zu verteidigen. Russland und die USA hatten die verfeindeten Nachbarn zur Mässigung aufgefordert. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

7
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • freddy.k 16.07.2020 20:57
    Highlight Highlight Finde es sensationell, dass Baku ein Austragungsort der diesjährigen EM sein sollte 👏
  • actualscientist 16.07.2020 20:24
    Highlight Highlight Desweiteren wird auch nicht erwähnt, dass Aserbaidschan Dörfer mit Artillerie angegriffen hat!
  • actualscientist 16.07.2020 20:23
    Highlight Highlight Dazu muss man sagen das Berg Karabach von ethnischen Armeniern beeohnt wird. So von wegen aggressive Expansions Politik. Armenien hat in den letzten 100 Jahren mehr als die hälfte Ihres Staatsgebietes verloren durch Türkei,Russland und Aserbaidschan.

    Der Diktator in Baku soll mal den Ball flach halten.

    • Völkerrechtler 17.07.2020 08:32
      Highlight Highlight Mit deiner Argumentation wollte Mussolini seinerzeit das Tessin 'Heim nach Italien' bringen... Ethnische Rechtfertigungen sind gerade mit Blick auf die leidvolle Geschichte Armeniens gefährlich!

      Und das in Bergkarabach heute kaum mehr Aserbeidschaner leben, hängt mit deren Vertreibung während des Bergkarabachkonflikts zusammen...

      Laut mehreren UN-Resolutionen gehört Bergkarabach völkerrechtlich zu Aserbeidschan, wenngleich dieses seinen Anspruch nicht gewaltsam durchsetzen sollte und mit diversen Verletzungen des (früheren) Autonomiestatuses mitverantwortlich für die Eskalation ist.
    • actualscientist 17.07.2020 15:08
      Highlight Highlight Ja ja, und die Sudeten erst. Nur sehen sich die Bewohner von Artsakh selber Armenien zugehörig.

      Und alle die schönen Klöster wurden natürlich von den Aserbaidschani errichted.

      Ja die guten UN resolutionen. Da hat man schön Britisch die Gebiete aufgeteilt.

      Zudem wurden Gebiete angegriffen, welche nicht zu Artsakh gehören. Ich kenne Menschen aus den angegriffenen Gebieten.
    • Völkerrechtler 17.07.2020 15:26
      Highlight Highlight @actualscientist:

      Du bringst ja selbst das Beispiel der Sudeten(deutschen), die wollten überwiegend auch zu Deutschland, sehe also den Unterschied zu den Armeniern in Bergkarabach nicht...

      Und neben Klöstern hat(te) es in Bergkarabach nach mehreren Jhr. islam. Einflusses auch zahlreiche Moscheen...

      Und du hast dich in deinem eigenen Kommentar ja ausdrücklich auf Bergkarabach (und nicht bloss auf die nun angegriffenen Gebiete) bezogen...

      Und deine pers. Betroffenheit entkräftet meine sachliche Kritik an deiner "ethnischen" Rechtfertigung nicht...

      Kann deinen Einwände deshalb nicht folgen.
  • Magnum 16.07.2020 17:30
    Highlight Highlight Sehr geschmackvoll von Aliyev, um sich bei der Türkei für den Beistand gegen Armenien zu bedanken. Ist ja nicht so, dass da mal zu einem Völkermord gekommen wäre, oder?

    Manche Politiker kennen beim chauvinistischen Spiel mit dem Feuer wirklich keinerlei Grenzen oder Anstand.

Verhaftete Extremisten in USA wollten weiteren demokratischen Gouverneur entführen

Nach der Durchkreuzung von Plänen für ein regierungsfeindliches Komplott im US-Bundesstaat Michigan sind weitere Details bekanntgeworden. Mutmassliche Extremisten, die vergangene Woche unter anderem wegen der geplanten Entführung der Gouverneurin Gretchen Whitmer festgenommen worden waren, sollen nach Angaben eines FBI-Ermittlers auch den Gouverneur von Virginia, Ralph Northam, als mögliches Ziel ausgemacht haben.

Das berichteten am Dienstag mehrere US-Medien nach einer Gerichtsanhörung. Demnach …

Artikel lesen
Link zum Artikel