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epa07498725 Wikileaks co-founder Julian Assange arrives at Westminster Magistrates Court in London, Britain, 11 April 2019. Wikileaks co-founder Julian Assange was due to appear before the Westminister Court after he was arrested in London on 11 April.  EPA/STRINGER

Julian Assange nach seiner Verhaftung in London am 11. April 2019. Bild: EPA/EPA

Julian Assange – so spartanisch lebte der Wikileaks-Gründer in der Botschaft

Wikileaks-Gründer Julian Assange ist nach sieben Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London festgenommen worden. Über sein Leben dort gibt es wenige Informationen. Wir haben diese zusammengetragen.

imke gerriets



Ein Artikel von

T-Online

Fast sieben Jahre lebte  Julian Assange  auf nur 18 Quadratmetern und spartanisch eingerichtet. Er hatte einen Schreibtisch, Regale als Stauraum, ein Laufband und eine Matratze zum Schlafen. Zu Küche und Badezimmer hatte er von seinem Zimmer aus keinen direkten Zugang.

Omar Todd, ein Umweltaktivist und der spätere stellvertretende Vorsitzende von Wikileaks , schrieb 2018 in einem Beitrag bei der Frage-Antwort-Plattform «Quora»: «Er hat alle modernen Annehmlichkeiten wie Computer, Handys und Internetzugang, die stark geschützt sind.» Er lebe jedoch in einem stickigen Raum, der einer Zelle nahe komme. Damals war noch nicht abzusehen, dass ihm schon bald der Internetzugang verboten wird. Auch seine Katze James wurde ihm zum Schluss nicht mehr erlaubt.

«Es ist wie in einer Weltraumstation»

Im Interview mit der britischen Nachrichtenseite «Daily Mail» fand der Wikileaks-Gründer deutliche Worte für seine Unterkunft: «Es ist, wie in einer Weltraumstation zu leben.» Mit einer blauen Lampe habe er das Tageslicht nachgeahmt. Die ganze Nacht sei er wach gewesen und würde arbeiten. Gegessen habe er mit Botschafts-Mitarbeitern. 

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Das Zimmer von Assange als Nachbau: Bei der Ausstellung «Delivery for Mr. Assange» zeigen die Künstler, wie der Wikileaks-Gründer gelebt hat. bild: fbm studio/Carmen Weisskopf/Domagoj Smoljo

Der kleine Tisch in seinem Zimmer war von Stühlen mit Kunstleder-Bezügen umrahmt. Wenige Bücher sollen sich in seinen Regalen befunden haben, berichtete die «Daily Mail» weiter. Lieber habe er zur Entspannung Filme und Fernsehsendungen wie «The Twilight Zone» angeschaut. Für seine körperliche Fitness soll er ein striktes Trainingsprogramm auf seinem Laufband absolviert haben.

«Ich vermisse in Geschäfte zu gehen»

Freunde und Mitarbeiter haben Assange mit frischen Lebensmitteln versorgt. Auch Pamela Anderson hat ihn gelegentlich mit einem veganen Lunch-Paket besucht. Vitamin-D-Pillen sollen den Mangel an UV-Licht ausgeglichen haben.

Am meisten jedoch hätten Assange ganz andere Sachen gefehlt. Im Interview mit der «Daily Mail» sagte er: «Ich vermisse es, in Geschäfte zu gehen oder mit Freunden zusammen zu essen.» Auch die Natur würde ihm fehlen. Doch das schlimmste sei, nicht bei seiner Familie sein zu können. 2016 bezeichnete der UN-Menschenrechtsrat seine erzwungenes Botschaftsasyl als illegal und menschenrechtswidrig.

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Die 18 Quadratmeter von Julian Assange: Hier hat er geschlafen, gearbeitet, Gäste empfangen und Sport gemacht. bild: quora.com/graphic news/t-online.de

Schon zu Beginn seines Botschaftsasyls im Jahr 2012 hatte Assange über gesundheitliche Probleme geklagt. Er leide unter einem heftigen Husten aufgrund von Lungenproblemen. Eine Mitarbeiterin der Botschaft erklärte dem TV-Sender BBC damals, dass sich durch den Aufenthalt Assanges die Zahl der Mitarbeiter verdoppelt habe.

Künstler bauen sein Zimmer nach

Spontane Besuche für Assange habe es laut BBC nie gegeben. Jeder Besuch musste angekündigt werden. Unter ihnen waren auch Prominente wie Lady Gaga. Die Internet-Künstler vom Kollektiv «!Mediengruppe Bitnik» hatten Assange mehrfach für eine Ausstellung besucht. Für ihr Projekt «Delivery for Mr. Assange» hatten sie im Anschluss sein Zimmer in Zürich massstabsgetreu nachgebaut.

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Eine andere Perspektive des Zimmers (Nachbau): In seinem Zimmer hat sich das ganze Leben von Assange abgespielt. Auch die Künstler von «!Mediengruppe Bitnik» haben ihn in London besucht und aus der Erinnerung den Raum für eine Ausstellung im Helmhaus Zürich nachgebaut. bild: fbm studio/Carmen Weisskopf/Domagoj Smoljo

«Die KünstlerInnen haben Assange mehrmals in London besucht und bauen im Helmhaus aus der Erinnerung – Fotografieren ist in der Botschaft verboten – diesen substanziellen Teil seines Lebens-Raums detailgetreu nach», hiess es 2014 in einer Mitteilung zur Ausstellung.

Für die Sicherheit Assanges in der ecuadorianischen Botschaft, wurde viel Geld ausgegeben. Wie der «Guardian» berichtet, kostete Assanges Aufenthalt seinen Gastgeber Ecuador mindestens fünf Millionen Dollar. Jetzt ist damit erstmal Schluss. Assange befindet sich in britischer Haft und es droht die Auslieferung an die USA .

Sieben Jahre in der Botschaft: Der Fall Julian Assange

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • BlueHulk 14.04.2019 12:32
    Highlight Highlight Der Mann hat doch ein Ego Problem. Hört sich schon viel spektakulärer an im Asyl in einer Botschaft zu leben als in einer wahrscheinlich weitaus komfortableren Zelle in einem schwedischen Gefängnis.
  • babo:dee 13.04.2019 09:54
    Highlight Highlight Ein Held und wie schnell man vergisst. Er hat nur Fakten ans Licht gebracht.
    #freeassange
  • artyfrosh 13.04.2019 09:35
    Highlight Highlight Jeder Student träumt für seine 7 Jahre Studium ein so grosses Zimmer zu haben. So stickig ist's in meinen 11m^2 gar nicht. Sehe das Problem nicht!😜😂



    • babo:dee 14.04.2019 12:26
      Highlight Highlight ? Bitte sag das du Scherzt. Er hat für undere Redefreiheit gekämpf? Er hat sich nicht entschieden zu studieren.
      Schau ihn dir an, der ist doch am Ende.
      Er bekommt aber keinen Master für sein Leben am Füddli vo de Welt.
      Das Problem, das du sehen musst ist er hat echt genug gebüsst, ob nun schuldig oder nicht. Er wird nie ein freies Leben haben... Nun wird er versteigert, wie ein Tier.
      Artyfrosh, das kann jedem passieren ab jetzt, egal wie es ausgehen wird... Damit wird es legitim. Er ist echt am Ende und die Welt, die ganze die sich den Mund über einen zerreisst ist sicher zuviel für jeden.
  • Cuerto 13.04.2019 08:59
    Highlight Highlight Spartanisch ? Mit Millionen von Ecuador und Grossbritannien ? Blödsinn !
  • Musikuss 13.04.2019 08:50
    Highlight Highlight Der arme „Verfolgte“...
  • Bio Zitronensaft 13.04.2019 08:28
    Highlight Highlight Es ist schon lustig, der eine mutmassliche Sexualstraftäter wird über seinem Tod hinaus mit 4-stündigen Propaganda-Dokumentationen „geehrt“ (Jackson), dem Anderen bringen Lady Gaga und Pamela Anderson veganes Essen... 🤷🏼‍♂️
  • DocM 12.04.2019 22:40
    Highlight Highlight Er hat sich sein Gefängnis selber aussuchen können und hat auch noch mehr Platz. Also, was soll das Gejammere? Er hätte sich einfach der/den Anklage(n) stellen können, einfach mit weniger Komfort.

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