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epa07498746 Wikileaks co-founder Julian Assange arrives at Westminster Magistrates Court in London, Britain, 11 April 2019. Wikileaks co-founder Julian Assange was due to appear before the Westminister Court after he was arrested in London on 11 April.  EPA/STRINGER

Julian Assange bei seiner Ankunft im Polizeibus vor dem Gericht in London. Bild: EPA/EPA

Journalist oder Verräter? Julian Assange wird zu einer Gefahr für die Pressefreiheit

Nach seiner Verhaftung in London wartet der Wikileaks-Boss auf seine Auslieferung in die USA. Doch die US-Justiz hat noch grosse Mühe mit der Anklageschrift – und die Politik mit seiner Einschätzung.



Für Barry Pollack, Julian Assanges amerikanischen Anwalt, ist der Fall klar: «Ich habe keine Mühe, die Frage zu beantworten, ob Mr. Assange ein Journalist sei oder nicht. Er veröffentlicht wahre Informationen, die im öffentlichen Interesse sind. Ich denke, das ist ist eine ziemlich zutreffende Definition von ‹Journalist›.»

Für seine Fans ist Assange ein Held der Informationsfreiheit, der die dunklen Machenschaften der Regierungen rund um den Globus ausleuchtet. Seine weniger heroischen Seiten wischen sie gerne unter den Tisch, etwa dass er in Schweden auch wegen versuchter Vergewaltigung angeklagt wurde. Das Verfahren wurde mittlerweile ja auch eingestellt.

epa07500603 People hold a banner during a rally calling for the release WikiLeaks founder Julian Assange, in Sydney, Australia, 12 April 2019. The President of Ecuador, Lenin Moreno, withdrew asylum of Assange, after accusing him of violating international agreements, a special protocol of coexistence and participating in a plot of institutional destabilization. Assange was arrested by British authorities on 11 April 2019.  EPA/PETER RAE  AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Demonstranten fordern die Freilassung von Assange. Bild: EPA/AAP

Seinen grössten Coup, das Aufdecken der rücksichtslosen Vorgehensweise der amerikanischen Armee im Irak, lancierte Assange zudem zusammen mit der «New York Times», dem «Guardian» und dem «Spiegel». Publikationen also, die gemeinhin zu den Besten dieser Welt gezählt werden.

Die US-Justiz tat sich in der Vergangenheit schwer mit dem Fall Assange. Das First Amendment der amerikanischen Verfassung erklärt die Meinungsfreiheit zum Grundpfeiler des Staates und gilt als unantastbar.

Die Regierung von Barack Obama hat deswegen auch nie Anklage gegen Assange erhoben. Angeklagt wurde indes seine damalige Gehilfin in der amerikanischen Armee, Chelsea Manning (damals war sie noch ein Mann). Sie wurde zu einer 35-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt, nicht weil sie Informationen veröffentlicht, sondern weil sie das Computersystem gehackt hatte.

FILE - In this April 18, 2018, file photo, Chelsea Manning addresses participants at an anti-fracking rally in Baltimore. Convicted classified document leaker Chelsea Manning will not be allowed to enter Australia for a speaking tour scheduled to start Sunday, Sept. 2, 2018. (AP Photo/Patrick Semansky, File)

Chelsea Manning bei einer Anti-Fracking-Demonstration. Bild: AP/AP

Präsident Obama hat Manning kurz vor Ende seiner Amtszeit begnadigt. Derzeit sitzt sie wieder in Untersuchungshaft, weil sie sich weigert, als Zeugin gegen Wikileaks auszusagen.

Im Auslieferungsbegehren an London klagt die US-Justiz Assange nicht wegen seiner Leaks an. Sie wirft ihm vor, Manning seinerseits bei seiner Straftat geholfen zu haben. Sie begibt sich allerdings auf juristisch dünnes Eis. Die Grenze zwischen journalistischem Aufdecken von Machtmissbrauch und krimineller Unterwanderung von berechtigten Sicherheitsinteressen ist alles andere als glasklar.

Politisch hat Assange mit seiner Rolle im Wahlkampf 2016 die Fronten gewechselt. Für die Demokraten wurde er vom Helden zum Buhmann. Er hat mit seiner Veröffentlichung der E-Mails Hillary Clinton schwer geschadet. Wie Wikileaks dabei mit dem russischen Geheimdienst GRU zusammenarbeitete, hat Sonderermittler Robert Mueller in seiner Anklageschrift gegen zwölf russische Hacker minutiös aufgelistet.

epa07436676 Roger Stone, a longtime political advisor to US President Donald J. Trump, departs after a hearing at the DC Federal District Court in Washington, DC, USA, 14 March 2019. Special Counsel Robert Mueller indicted Stone on charges of making false statements, obstruction of justice and witness tampering.  EPA/ERIK S. LESSER

Angeklagt wegen Zusammenarbeit mit Wikileaks: Roger Stone. Bild: EPA/EPA

Assange hat sich auch mit Donald Trump jr. abgesprochen, das zeigt ein E-Mail-Verkehr der beiden. Ebenso ist Roger Stone, langjähriger Kumpel von Vater Trump, wegen seiner Vermittlerrolle vom Sonderermittler angeklagt worden.

Die Demokraten haben ein grosses Interesse daran, dass Assanges Rolle in der Russlandaffäre vollumfänglich aufgedeckt wird. Sie werden dabei gar von einzelnen Republikanern unterstützt. So erklärt etwa Richard M. Burr, der Vorsitzende des Senate Intelligence Committee, Wikileaks habe «effektiv während Jahren als Arm des russischen Geheimdienstes» gehandelt.

Sieben Jahre in der Botschaft: Der Fall Julian Assange

Ob diese Rolle jedoch aufgeklärt wird, ist unsicher. Im Auslieferungsbegehren an London führen die US-Behörden nämlich als Grund bloss die Beihilfe zum Hacken an. Gemäss international gültigem Recht dürfen nach einer Auslieferung keine neuen Straftaten hinzugefügt werden. Wollen die US-Strafbehörden Assange auch wegen seiner Rolle in der Russlandaffäre belangen, müssen sie ihr Auslieferungsgesuch ergänzen – und zwar innerhalb der nächsten 60 Tage.

Wikileaks hat eine bedeutende Rolle im Wahlkampf 2016 gespielt und Trump dabei sicherlich nicht geschadet. Kann Assange also mit präsidialer Milde rechnen? Wohl kaum. Trump hat zwar im Wahlkampf eine gefühlte Zillion Mal erklärt, wie sehr er Wikileaks liebe. Doch nun gibt er sich mehr als zugeknöpft. «Ich weiss nichts über Wikileaks» entgegnete er auf eine entsprechende Journalistenfrage nach Assanges Verhaftung. «Ich habe keine Meinung.»

Der Opportunismus des Präsidenten und die unsichere Rechtslage können gar zu einer Gefahr für die Pressefreiheit werden. So schreibt die «New York Times» in einem redaktionellen Kommentar: «Bei dieser Regierung – einer, welche die freie Presse als «Feinde des Volkes» bezeichnet –, besteht immer die Gefahr, dass die strafrechtliche Verfolgung von Mr. Assange zu einem Angriff auf das Frist Amendment und die Whistleblower ausartet.»

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Brezel Hugger 13.04.2019 09:35
    Highlight Highlight "Er veröffentlicht wahre Informationen, die im öffentlichen Interesse sind."

    Gefährliche Definition, die 95% der Journalisten in eine Sinnkrise stürzen dürfte.
  • Mova 12.04.2019 23:09
    Highlight Highlight Zuerst sollte ihm der Prozess gemacht werden bezüglich der Vergewaltigung in Schweden. Danach wegen Verrat. Auf jeden Fall ist es richtig, dass er endlich vor ein Gericht kommt.
    • Basti Spiesser 13.04.2019 11:00
      Highlight Highlight Warum? Kommt auch die USA mal vor Gericht?
  • Ohniznachtisbett 12.04.2019 21:34
    Highlight Highlight Assange ist wohl ein übler Kotzbrocken, so als Mensch...
    Aber: Er ist vielleicht ein grossartiger Journalist. Neutral. Er deckte Missbräuche auf beiden Seiten auf. Die Wahrheit ist weder russisch noch amerikanisch, auch nicht republikanisch oder demokratisch, weder links noch rechts. Wahrheit heisst nichts hinzuzufügen (das ist u.a. Trumps Masche) und nichts wegzulassen. Guardian, New York Times und Löpfe sind Meister darin, etwas wegzulassen aber zu behaupten es sei die Wahrheit, weil nichts dazugedichtet wurde.
  • Do not lie to mE 12.04.2019 20:50
    Highlight Highlight US-Präsidentschaftskandidaten and Congresswoman Tulsi Gabbard:

    „Es ist eine Form der Vergeltung der US Regierung und kann jeden treffen der Informationen freigibt"
    Play Icon
    • Slavoj Žižek 13.04.2019 15:10
      Highlight Highlight Tulsi ❤
  • Muselbert Qrate 12.04.2019 18:43
    Highlight Highlight „... zudem zusammen mit der «New York Times», dem «Guardian» und dem «Spiegel». Publikationen also, die gemeinhin zu den Besten dieser Welt gezählt werden.“

    😂😂😂😂😂

    Hie hab ich aufgehört zu weiterzulesen... 🤣🤣
    • Vanessa_2107 13.04.2019 09:30
      Highlight Highlight @Muselbert - welches sind denn nach dir vertrauens- oder glaubenswerte Medien?
    • Vanessa_2107 13.04.2019 11:56
      Highlight Highlight Blitze sind auch eine Antwort, wenn man sonst nichts weiss.
    • Slavoj Žižek 13.04.2019 15:11
      Highlight Highlight The Intercept z.B.
  • Maya Eldorado 12.04.2019 18:10
    Highlight Highlight Nach so vielen Jahren pratisch nur in Innenräumen wird Assange einen massiven Vitamin D3 Mangel haben.
    • Garp 12.04.2019 19:00
      Highlight Highlight Da gibt es Substitute. Ob er dazu Zugang hätte indie bekam, weiss ich allerdings nicht.
  • The Unseen Fenian Hand 12.04.2019 17:08
    Highlight Highlight Die Presse- und die Meinungsäusserungsfreiheit kann auch ein Trump nicht in Gefahr bringen. Solche Ängste sind unbegründet. Und Assange ist für mich auch kein Journi. Der stellt ja bloss die Plattform zur Verfügung damit Whistleblower ihre Dateb hochladen können.
    • Normi 12.04.2019 17:44
      Highlight Highlight TDS?
    • peeti 12.04.2019 18:09
      Highlight Highlight Ähm nein, er ist mehr als nur eine Plattform. Gerade im Fall Manning hat Assange die Dokumente veröffentlicht. Klar, er hat sie die Berichte dazu in der NYT oder Guardian nicht selbst geschrieben, aber es gibt auch immer journalistische Arbeit im Hintergrund.
    • Echo der Zeit 12.04.2019 18:26
      Highlight Highlight Er hat sich dadurch denn Daten ermächtigt, was schlussendlich veröffentlicht wurde, wer weiss das schon. Vor Jahren wurde das schon Diskutiert und einige sind Abgesprungen - Assange liess sich nicht in die Karten gucken.
  • aglio e olio 12.04.2019 15:40
    Highlight Highlight "Seine weniger heroischen Seiten wischen sie gerne unter den Tisch, etwa dass er in Schweden auch wegen versuchter Vergewaltigung angeklagt wurde. Das Verfahren wurde mittlerweile ja auch eingestellt."

    Ist diese "weniger heroische Seite" Tatsache oder wird hier die Unschuldsvermutung ausser Acht gelassen?

    Es gibt sicher auch Negatives über Herrn Assange zu sagen, wie auch bei mir, aber das ist jetzt schon etwas schwach, wie ich finde.
    • Schnueffelix 12.04.2019 17:15
      Highlight Highlight Jup, dachte ich mir auch. Angeklagt ist nicht gleich verurteilt. Und dass man gerade mit einer Anklage im Bereich sexualstraftaten durchaus jemanden "politisch ermorden" kann ist natürlich ebenso utopisch. Womit, und das möchte ich explizit betonen, ich keinerlei Wertung zu dem Fall in Schweden hinterlasse, sondern lediglich die Umstände hinterfrage.
  • Couleur 12.04.2019 15:31
    Highlight Highlight Es ist doch ein krasser Widerspruch, dass ein Mann, der für Transparenz sorgen will, sich einem Vergewaltigungsverfahren entzieht. Ob er diesbezüglich nun schuldig ist oder nicht, weiss zum jetzigen Zeitpunkt niemand, nur machte er sich dadurch extrem unglaubwürdig. Das Verfahren in Schweden wurde nicht aufgrund seiner Unschuld eingestellt, sondern weil er sich (bisher) weigerte mit der Schwedischen Justiz zu kooperieren und so die Untersuchung nicht durchgeführt werden konnte.
    • front2back 12.04.2019 16:54
      Highlight Highlight Schon mal daran gedacht, dass hier jemand davon profitiert, wenn Assange nicht sprechen kann über die Anschuldigungen? Es wird als Druckmkittel gegen Ihn eingesetzt, dass er nicht noch grössere Wahrheiten ans Licht bringt.. Ist doch nicht so schwierig für die Geheimdienste dieser Welt so eine Vergewaltigung zu fingieren
    • D0MD0M 12.04.2019 17:16
      Highlight Highlight Schweden ist meines Wissens auch das einzige Land, das ein gerissenes Kondom bei einvernehmlichem Sex als Vergewaltigung definiert. Nur so.
    • Pedro Salami 12.04.2019 17:28
      Highlight Highlight @Couleur: Wenn ich mich recht erinnere, hat er sich dem entzogen weil er keine Garantie bekam nicht an die USA ausgeliefert zu werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Chrigi-B 12.04.2019 15:25
    Highlight Highlight Das "Russia Collusion Monster" hat ja bereits aufgezeigt, dass es fast keine anständigen, unabhängigen und sachlichen Journalisten mehr gibt. Da kommt es auch auf die Pressefreiheit nicht mehr an.

    Journis, gebt uns nur die Fakten, eure Fazite und Gedanken interessiert niemanden.
    • trio 12.04.2019 18:28
      Highlight Highlight Fakten sind auch nicht viel besser als als Fazite und Gedanken 😉
  • Jesses! 12.04.2019 14:49
    Highlight Highlight Verkehrte Welt. Sollte man nicht anstelle von Assange die USA verklagen, wegen deren Kriegsverbrechen? Die Rechtssysteme der Länder dieser Welt hinken überall dem Zeitgeist hinterher. Immer öfter werden die wahren Kriminellen geschützt. Wo führt das hin?
    • just sayin' 12.04.2019 15:21
      Highlight Highlight assange hat mit der ungefilterten veröffentlichung von namen, beamte und ihre familie in gefahr gebracht.

      damit hat er die schwelle von journalismus zu mithilfe zu verbrechen überschritten.
    • Hierundjetzt 12.04.2019 15:29
      Highlight Highlight Wie den? Die USA ist nicht Mitglied beim internationalen Strafgerichtshof. Ergo müsstest Du nun Afgahne sein, damit Du vor ein US-Gericht ziehen könntest
  • Don Sinner 12.04.2019 13:49
    Highlight Highlight Sehr gute Analyse. Sie zeigt, dass Assange ein rückgratloser Opportunist ist. Und dass die Materie komplexer ist, als sie die - wie mir oft scheint - unbedarften Assange-Fans sehen ("Wir Guten gegen die bösen Imperialisten"). Es geht nämlich genau um die "berechtigten Sicherheitsinteressen" eines Staates, wie Löpfe ausführt. Die Öffentlichkeit hat nicht alles zu erfahren, was hinter den Kulissen läuft (-> Geheimdienste!). Weil Öffentlichkeit auch der (geo-) politische Feind ist. Deshalb untergraben solche Aktionen die Freiheit der freien Welt. Sie scheinen auf grossem Narzissmus zu gründen.
    • Basti Spiesser 12.04.2019 13:55
      Highlight Highlight „Die Öffentlichkeit hat nicht alles zu erfahren, was hinter den Kulissen läuft (-> Geheimdienste!). Weil Öffentlichkeit auch der (geo-) politische Feind ist“ dein Ernst? Der Satz kömnte aus dem 3. Reich stammen.
    • Bischer Fettwarenfabrik 12.04.2019 14:11
      Highlight Highlight https://www.ohchr.org/en/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=24042&LangID=E
    • Pius C. Bünzli 12.04.2019 15:22
      Highlight Highlight Meiner Meinung nach hat die Bevölkerung in einem Demokratischen Staat sehr wohl das Recht zu erfahren, was "die da oben" mit den Steuergeldern genau anstellen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • pun 12.04.2019 13:47
    Highlight Highlight Was ich immernoch nicht verstehe, ist wie Assange vom tatsächlichen Daten-Robin-Hood zum Gehilfen des russischen Geheimdienstes wurde und wie er das nicht voraussehen konnte.

    Aber das eigentliche Problem sind ja die nicht integren westlichen Regierungen. Wer solche Politiker/innen ohne Format und Weitblick hat, hat einem Tyrannen mit einem Plan nichts entgegenzusetzen.

    Die Wikileaks-Enthüllungen hätten uns wach rütteln können, stattdessen empört man sich ein bisschen und ist danach insgeheim einfach froh, wurde nicht die eigene Familie von Drohnenpiloten vor laufender Kamera abgemetzelt...
    • Chrigi-B 12.04.2019 15:28
      Highlight Highlight "Was ich immernoch nicht verstehe, ist wie Assange vom tatsächlichen Daten-Robin-Hood zum Gehilfen des russischen Geheimdienstes wurde und wie er das nicht voraussehen konnte."

      Merci für die Wiedergabe des CIA und "Intelcommunity" PRlinie. Nix bewiesen, nur schon ansatzweise, mit Russland usw..
    • pun 12.04.2019 19:01
      Highlight Highlight @Chrigi: Blabla, geh mit deinem Alu-Hut Schiffchen bauen oder beleg einen Kurs in Textverständnis.

      1. Hält die CIA und Co. nicht mal die frühen Phasen Wikileaks für legitim.
      2. Ist es sehr wohl bewiesen, dass das Putin-Regime eine längerfristige Strategie zur Destabilisierung der westlichen Demokratien verfolgt. Die Wahlkampfhilfe für Trump gehört definitiv dazu.

      Das ist kein neutrales Datenveröffentlichen mehr, das ist sehr sehr naive oder böswillige Beihilfe und fern von den früher propagierten Idealen. Angefangen hat es bei der Veröffentlichung von afghanischen Zivilistennamen.
    • Slavoj Žižek 13.04.2019 15:18
      Highlight Highlight @Pun, welche Beweise? Bitte vorlegen.

      Wikileaks veröffentlicht die Daten unkommentiert. Neutraler geht ja kaum.
  • Stratosurfer 12.04.2019 13:28
    Highlight Highlight Assange versuchte gezielt einen politischen Akteur zu diskreditieren. Das hat nichts mit Journalismus zu tun, sonst hätten längst auch Russland und China ihr Fett abbekommen. Am meisten lege ich ihm zur Last, dass er sich durch Russland und Trumps Schergen instrumentalisieren liess.
    • Basti Spiesser 12.04.2019 13:36
      Highlight Highlight „Assange versuchte gezielt einen politischen Akteur zu diskreditieren.“
      Versuchen das viele Journalisten nicht auch?
    • WhoRanZone 12.04.2019 13:46
      Highlight Highlight Das Aufzeigen anhand von Fakten und Beweisen, dass eine Person Dreck am Stecken hat ist nun Diskreditierung? Na dann gute Nacht...
    • walsi 12.04.2019 14:16
      Highlight Highlight @Stratosurfe: Benutze einfach die Suchmaschine deines Vertrauens und suche nach wikleaks und Russland. Du wirst feststellen, dass Wikileaks sehr woh auch schon russische Daten veröffentlicht hat. Das war bei uns nur nicht so ein Thema weil zu wenige Journalisten Russisch sprechen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bert der Geologe 12.04.2019 13:17
    Highlight Highlight Interessant ist die Dialektik in Bezug auf WiKi-leks. Gemeinnützige Hacker, das Böse aufzeigend und für das Gute kämpfend oder willige Lieferanten geheimer Daten für skrupellose Machthaber?
  • Rock and Rollator 12.04.2019 13:15
    Highlight Highlight Sagen wir es so: Die wahre ganze Wirklichkeit kann keiner Sehen. Weisheit erreichen nur sehr Wenige.
    Die Gefahr auf die Pressefreiheit zeigt nur wie eng die Freiheit eben ist und wie sauber man arbeiten sollte als pflichtbewusster Schnurnalist. 😉
  • lilas 12.04.2019 13:11
    Highlight Highlight Die Überschrift:"Julian Assange wird zu einer Gefahr für die Pressefreiheit" müsste doch eher:"Opportunismus des Präsidenten und die unsichere Rechtslage können gar zu einer Gefahr für die Pressefreiheit werden" heissen.
    • tagomago 12.04.2019 13:55
      Highlight Highlight Der Titel ist die völlige Verdrehung der Wahrheit.
    • Normi 12.04.2019 14:38
      Highlight Highlight Wieso hat Obama nicht alle Anklagepunkte gegen ihn fallen gelassen? Hatte ja 8 Jahre Zeit dazu...
    • Blitzmagnet 12.04.2019 15:36
      Highlight Highlight Sehe ich genauso, damn clickbait
  • walsi 12.04.2019 13:04
    Highlight Highlight Es ist verständlich, dass die Demokraten sauer sind. Hätte sie aber nicht so gemischelt und gemauschelt und Bernie Sanders betrogen, hätte es nichts zu veröffentlichen gegeben. Wie sagen diejenigen, welche die Veröffentlichung von Trumps Steuererklärung fordern, wer nichts verbrochen hat, hat nichts zu verbergen.
  • Swisslord 12.04.2019 12:55
    Highlight Highlight Im Titel wird Assange als Gefahr für die Pressefreiheit bezeichnet. Im Artikel allerdings seine strafrechtliche Verfolgung.
    Ist der Titel bewusst irreführend?
    • Philipp Löpfe 12.04.2019 13:09
      Highlight Highlight Wie wärs, wenn du den ganzen Artikel lesen würdest?
    • Ueli der Knecht 12.04.2019 13:21
      Highlight Highlight Philipp: Wie wär's, wenn du dich gegen solche Schlagzeilen wehrst, wie "Assange wird zur Gefahr für die Pressefreiheit"?

      Im Artikel steht schliesslich, "der Opportunismus des Präsidenten und die unsichere Rechtslage können gar zu einer Gefahr für die Pressefreiheit werden."

      Aber die Schlagzeile vertauscht Opfer und Täter. JUnseriöser Journalismus ist auch eine Gefahr für die Pressefreiheit. Die Schlagzeile ist nunmal oft das einzige, was bei den Lesern haften bleibt. Seriöser Journalismus wäre auch mit gewissen Sorgfaltspflichten verbunden; wie zB. nicht (bewusst?) irreführende Schlagzeilen.
    • Swisslord 12.04.2019 13:24
      Highlight Highlight Hab ich. Und jetzt noch zum zweiten Mal und sorry, ich verstehe es nicht. Gemäss Titel ist er die Gefahr für die Pressefreiheit. Im Text wird dann zwar die problemhaften Seiten von ihm und Wikileaks angesprochen aber nicht warum er die Gefahr ist. Dafür wird am Ende explizit gesagt, dass seine strafrechtliche Verfolgung die Gefahr ist. Also wäre aus meiner Sicht der Titel "die US-Justiz wird zur Gefahr für die Pressefreiheit" richtig. Und schwupps ist Assange nicht mehr Täter sondern korrekterweise Opfer.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bruno S.1988 12.04.2019 12:52
    Highlight Highlight Habe nach dem ersten drittel des Artikels aufgehört weiter zu lesen. "Politisch hat Assange mit seiner Rolle im Wahlkampf 2016 die Fronten gewechselt"? Warum dieses Framing? Warum nicht darauf hinweisen, dass das seine Neutralität in Sachen Demokraten und Republikaner beweist, indem er zuerst dem Bush schadet aber dann auch der Hillary?! Die Wahrheit kennt keine Politische Ausrichtung!
    • Hierundjetzt 12.04.2019 14:02
      Highlight Highlight „Framing“ ist immer dann der Fall, wenn einem Tatsachen nicht passen und sein eigenes kleines kaltes Weltbild in Gefahr sieht.

      Jetzt nochmal für mich ganz konkret:

      *Assange veröffentlich also geklaute Daten 1 Partei und ist dadurch neutral?

      *Die Schweiz führt Krieg und ist neutral?

      *Der Richter wird bestochen und ist dennoch neutral?

      *Der Prüfungsexperte gibt Dir die Lösungen und ist dennoch neutral?
    • Magnum 12.04.2019 14:03
      Highlight Highlight Weder hat Wikileaks irgendwelchen Dreck zu Trump zu Tage gefördert, noch wurden je irgendwelche unsauberen Machenschaften von Russland oder China aufgedeckt.

      Die Wahrheit kennt keine politische Ausrichtung. Die Suche nach selbiger sehr wohl. Und die selektive Stossrichtung von Wikipedia ist nun einmal mehr als nur viel sagend. Assange hat sehr wohl Partei ergriffen, in der US-Innenpolitik wie in den internationalen Beziehungen. Und er hat nicht die Seite von Freiheit und Fortschritt gewählt, leider.
    • Basti Spiesser 12.04.2019 14:07
      Highlight Highlight @hier und jetzt

      Assange hat die Verbrechen von Bush und Clinton aufgedeckt, sind die in der gleichen Partei?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gsnosn. 12.04.2019 12:51
    Highlight Highlight Durch geklauten Daten veröffentlichen wird man doch nicht schon Journalist?
    • DemonCore 12.04.2019 14:14
      Highlight Highlight Datenklau. Ein Unwort. Daten, vor allem über Regierungstätigkeiten gehören niemandem, ausser vlt. der Allgemeinheit.
    • just sayin' 12.04.2019 15:31
      Highlight Highlight @DemonCore

      meiner meinung nach ein sehr naiver gedanke.

      wenn deine daten veröffentlicht würden, wärst du anderer meinung
    • DemonCore 12.04.2019 16:06
      Highlight Highlight Wir reden aber hier nicht von 'meinen' Daten, sondern von Informationen über Regierungstätigkeit. Übrigens haben diverse Regierungen der Welt vermutlich fast alle meine Daten, deine auch. Es ist nur fair wenn wir den Regierungen auf die Finger schauen. Oder siehst du das anders?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Toerpe Zwerg 12.04.2019 12:50
    Highlight Highlight Sehr anschaulich geschildert, danke.

    Es wird ein spannendes Stück über die Funktionsweise und -Fähigkeit der US Justiz geben.
    • Alphonse Graf Zwickmühle 12.04.2019 17:31
      Highlight Highlight Etwas anderes wird kaum zu erwarten sein.
    • Vanessa_2107 13.04.2019 10:03
      Highlight Highlight @Toerpe - ob man der aktuellen US-Justiz Glauben schenken kann ist fraglich...
  • Xonco 12.04.2019 12:49
    Highlight Highlight Löpfe. Gestern war ein guter Artikel, oder vorgestern, über das unverschämte Spiel von Roger Schawinski gegen eine Gästin. Sinngemäss; "Wurden Sie von Eltern als Kind missbraucht? Und wenn ja, würden Sie es mir überhaupt sagen"

    Ähnliches bei dir

    Seine weniger heroischen Seiten wischen sie gerne unter den Tisch, etwa dass er in Schweden auch wegen versuchter Vergewaltigung angeklagt wurde. Das Verfahren wurde mittlerweile ja auch eingestellt.

    Wurde eingestellt, also, seine weniger heroische Seite ist welche?
    • Frankygoes 12.04.2019 13:58
      Highlight Highlight Die weniger heroische Seite ist, dass er vielleicht in Schweden eine Frau vergewaltigt hat..
      Die Anklage wurde eingestellt, weil es nicht möglich war, Assange persönlich zu befragen. Der Fall wird vielleicht bald wiedereröffnet. Das mögliche Opfer scheint dies jedenfalls zu wünschen, berichten heute Schwedische Onlinemedien..
    • Hierundjetzt 12.04.2019 14:07
      Highlight Highlight Was zum Teufel ist eine Gästin 😳😂😂😂

      Also Bitte 🥳
    • Basti Spiesser 12.04.2019 14:10
      Highlight Highlight @franky der Gummi ist gerissen, es war keine Vergewaltigung wie wir es aus unserem Recht kennen. Der sex war einvernehmlich.
    Weitere Antworten anzeigen
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 12.04.2019 12:44
    Highlight Highlight Das man ihn nicht in das Held/Schurken Schema stopfen kann empfinde ich als eine Wohltat und ist ein guter Kontrast zu vielen aktuellen Debatten.
    Die Veröffentlichungen zum Irak haben die Demokratie sicherlich gestärkt, weil sie aufgezeigt haben, dass Regierungen nicht mit allem Durchkommen, auch die USA nicht.
    Das die Motivation eine dezidiert Anti-amerikanische ist und der Verdacht im Raum steht, das Wikileaks von den Russen als Werkzeug genutz wurde/wird, ist eine andere Frage. Aber mit einem solchen Mass an Komplexität muss man wohl zurande kommen.
    • gecko25 12.04.2019 13:13
      Highlight Highlight Inwiefern kamen die USA mit ihrer Intervention im Irak nicht durch ? Gab es da irgendwelche Konsequenzen ?
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 12.04.2019 13:55
      Highlight Highlight Die beganngenen Verbrechen wurden teilweise aufgedeckt, sprich man kann nicht im geheimen Schalten und walten wie man will.
      Das ist wenig, aber besser als nichts.
    • DemonCore 12.04.2019 14:20
      Highlight Highlight Die Intervention im Irak umfasste eine Koalition von 49 Ländern: Afghanistan, Albanien, Angola, Armenien, Aserbaidschan, Äthiopien, Australien, Bahrain, Bulgarien, Costa Rica, Dänemark, Dominikanische Republik, El Salvador, Eritrea, Estland, Fidschi, Georgien, Großbritannien, Honduras, Island, Italien, Japan, Jordanien, Katar, Kolumbien, Kuwait, Lettland, Litauen, Mazedonien, Mikronesien, Nicaragua, Niederlande, Norwegen, Oman, Palau, Philippinen, Polen, Portugal, Rumänien, Saudi-Arabien, Singapur, Slowakei, Slowenien, Spanien, Südkorea, Thailand, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn
    Weitere Antworten anzeigen
  • JonahI 12.04.2019 12:37
    Highlight Highlight "etwa dass er in Schweden auch wegen versuchter Vergewaltigung angeklagt wurde."
    Bei aller Kritik an Assange. Aber in keinem anderem Land der Welt würde in so einem Fall wegen Vergewaltigung ermittelt.
    • Basti Spiesser 12.04.2019 13:22
      Highlight Highlight Absolut, das dies dauernd erwähnt wird au sehr bezeichnend. Dem Typen ist der Gummi gerissen, thats all!

Ja, in der Schweiz gibt es Obdachlose – und so leben sie

Man weiss, es gibt sie, man sieht sie aber kaum: Obdachlose in der Schweiz. Eine neue Studie liefert nun erstmals Anhaltspunkte darüber, wer sie sind, wie sie leben und wie man ihnen am besten helfen kann.

Sie schlafen bei Bahnhöfen, breiten ihre paar Habseligkeiten unter einer Brücke aus und wärmen sich, so gut es geht, vor Ladeneingängen: Gassenarbeiter von Genf bis Zürich sagen alle, es gebe immer mehr Obdachlose in den Schweizer Strassen. Belegen lässt sich das nicht. Die Obdachlosigkeit ist ein statistisches Niemandsland. Keiner weiss, welche Schicksale sich hinter den Personen ohne Wohnung verbergen, wie sie genau leben und wie viele es hierzulande gibt.

Eine Studie der Fachhochschule …

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