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Siemens und Nvidia rufen neue industrielle Revolution aus

Siemens und Nvidia rufen neue industrielle Revolution aus

Der deutsche Industriekonzern Siemens und der US-Chipriese Nvidia weiten ihre Zusammenarbeit im Bereich der Künstlichen Intelligenz deutlich aus.
07.01.2026, 03:4207.01.2026, 03:42

In der Keynote-Ansprache zur Eröffnung der Technikmesse CES kündigte Siemens-CEO Roland Busch zusammen mit Nvidia-Chef Jensen Huang mehrere Initiativen an, um KI nicht nur bei der Simulation von Arbeitsabläufen und Designveränderungen einzusetzen, sondern den KI-Einsatz stärker in die physische Realität zu holen. «Wir stehen am Anfang einer neuen industriellen Revolution», sagte Huang.

epa12354228 The Siemens logo is seen on a display during the opening day of the IFA trade fair in Berlin, Germany, 05 September 2025. The IFA, the world's largest trade show for consumer electron ...
Siemens will stärker auf KI setzen und mit Nvidia kooperieren.Bild: keystone

Zu den konkreten Neuerungen gehört der «Digital Twin Composer». Das ist ein neues Tool, mit dem Unternehmen physikalisch korrekte, virtuelle Abbilder (Digitale Zwillinge) ihrer Fabriken und Produkte erstellen können. Ingenieure sollen damit ganze Fabriken in Echtzeit simulieren, Roboter virtuell trainieren und Probleme lösen, bevor die echte Fabrik überhaupt gebaut wird.

Beide Unternehmen erklärten das Ziel, gemeinsam eine Art Betriebssystem für den Einsatz künstliche Intelligenz in der Industrie zu schaffen. Siemens liefert dabei das Fachwissen zu den industriellen Prozessen, die Automatisierungs-Hardware und die Software. Nvidia steuert wiederum mit seinen Chips die KI-Infrastruktur sowie eine Simulationsplattform bei.

Busch sagte, dass es mit den neuen Tools möglich sei, bei der Konstruktion von Zügen oder Autos nicht nur in einem virtuellen Windkanal die Aerodynamik der Fahrzeuge zu erfassen, sondern mit Hilfe der KI konkrete Vorschläge zur Optimierung des Designs zu erarbeiten.

Bei einer weiteren Neuerung arbeitet Siemens mit dem US-Facebook-Konzern Meta zusammen. Dabei geht es um intelligente Brillen, mit denen Industriearbeiter KI-gestützte Anweisungen direkt in ihr Sichtfeld oder aufs Ohr gespielt bekommen, während sie an Maschinen arbeiten.

Siemens positioniert sich mit den Aussagen von CEO Busch in Las Vegas stärker als Technologieanbieter für industrielle KI und digitalisierte Produktion – weg vom klassischen Maschinenbauer, hin zu einem «Tech-Partner für KI in der realen Welt». (sda/dpa)

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22 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Madison Pierce
07.01.2026 10:09registriert September 2015
Industrielle Revolutionen erkennen Historiker im Nachhinein. Werden sie im Voraus ausgerufen, ist es Marketing.
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Firefly
07.01.2026 07:27registriert April 2016
Und was nutzt das alles den Menschen?

Mir wäre lieber man revoluzioniere das Menschliche friedliche und nachhaltige Zusammenleben.
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