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1MDB-Skandal: Malaysias Ex-Premier Razak schuldig – Spuren führen auch in die Schweiz



FILE - In this June 18, 2019, file photo, former Malaysian Prime Minister Najib Razak walks into the lift as he arrives at Kuala Lumpur High Court in Kuala Lumpur, Malaysia. Najib made a religious oath in a mosque Friday, Dec. 20, 2019, denying a new accusation that he ordered the killing of a Mongolian woman 13 years ago.(AP Photo/Vincent Thian, File)
Najib Razak

Schuldig: Najib Razak. Bild: AP

Der frühere Premierminister von Malaysia, Najib Razak, ist im ersten von mehreren Korruptionsprozessen in allen sieben Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Dem 67-Jährigen, der von 2009 bis 2018 im Amt war, wurden Machtmissbrauch, Untreue und Geldwäsche vorgeworfen. Bei diesem ersten von mehreren Verfahren ging es um 42 Millionen Ringgit (rund 9.3 Millionen Euro), die aus dem Staatsfonds 1Malaysia Development Berhad (1MDB) abgezweigt und auf das Privatkonto des Ex-Regierungschefs geleitet worden sein sollen. Das Strafmass ist noch nicht bekannt.

Jedoch enden Najibs Probleme mit der Justiz damit nicht: Insgesamt laufen gegen ihn fünf Prozesse mit 42 Anklagepunkten. Bereits am 3. August steht er wieder vor Gericht, wenn eine neue Anhörung im grössten laufenden Verfahren ansteht. Najib wird dabei beschuldigt, fast 600 Millionen Euro öffentlicher Gelder von 1MDB gestohlen zu haben.

Najib hatte als Finanzminister 1MDB mitaufgebaut. Er bestreitet jegliches Fehlverhalten und hat stets betont, er sei von betrügerischen Finanzberatern in die Irre geführt worden. Der Skandal um den Staatsfonds hat ein globales Netzwerk aus Betrug und Korruption ans Licht gebracht.

In der vergangenen Woche hatte sich im Rahmen der 1MDB-Affäre die US-Investmentbank Goldman Sachs mit dem südostasiatischen Land geeinigt. Das malaysische Finanzministerium bestätigte eine Einigung mit einem Volumen von 3.4 Milliarden Euro. Goldman-Sachs-Managern wird vorgeworfen, sich an kriminellen Machenschaften rund um 1MDB beteiligt zu haben, um an lukrative Mandate zu kommen. Die Bank berät Regierungen rund um die Welt.

Verbindungen des 1MDB-Skandals in die Schweiz

Spuren des 1MDB-Skandals führten auch in die Schweiz: So entzog die Monetary Authority of Singapur (MAS) der mittlerweile aufgelösten Tessiner Privatbank BSI und der Zürcher Privatbank Falcon den Banken-Status - Falcon stellt das Geschäft 2021 ein.Mehrere ehemalige BSI-Angestellte wurden in Singapur zu Gefängnisstrafen verurteilt. Das Bundesgericht sprach im vergangenen April ein zweijähriges Berufsverbot für einen ehemaligen Kaderangestellten der Falcon-Bank aus, ebenfalls im Zusammenhang mit der Affäre um den Staatsfonds 1Malaysia Development Berhad (1MDB).

Die Grossbank UBS belegte die MAS wegen Verstössen gegen die Geldwäschegesetze mit einer Busse von 1,3 Millionen Singapur-Dollar (rund 917'000 Franken) und die CS mit einer Busse 700'000 SGD (rund 500'000 Franken). Die Finma stellte das Verfahren gegen die UBS und die CS mit einer Rüge ein.

Insgesamt führte die Finma sieben Verfahren. Dabei wurde die Privatbank Coutts mit 6,5 Millionen Franken sanktioniert, die Auflösung der Tessiner Privatbank BSI nach der Übernahme durch EFG International verfügt und bei der Falcon Bank neben einer Geldsanktion von 2,5 Millionen Franken die Geschäftstätigkeit stark eingeschränkt. Die Rothschild Bank AG und ihre Töchter wurden wegen schweren Verletzungen der Geldwäschereivorschriften gerügt.

Auch die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt im Fall 1MDB. Untersuchungen laufen gegen sechs Personen. Zwei Banken stehen in Verdacht, am Skandal beteiligt zu sein. Rund 400 Millionen Dollar wurden in der Schweiz eingefroren. Dieses Geld soll später den Geschädigten zurückgegeben werden.

(aeg/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • what's on? 28.07.2020 20:04
    Highlight Highlight Lustig: Die Schweizer Banken betreiben immer noch Schweizer Imageförderung.
  • Ueli der Knecht 28.07.2020 13:08
    Highlight Highlight "Spuren des 1MDB-Skandals führten auch in die Schweiz:"

    Die Schweiz war nicht irgendein Nebenschauplatz, wohin ein paar Spuren führen, sondern Dreh- und Angelpunkt des ganzen Betrugs, wo alles Spuren und alles Geld zusammen kamen.

    Auch die Bundesanwaltschaft machte hier wiedermal die übliche Vertuschung, und musste quasi vom Ausland zu "Ermittlungen" gezwungen werden, die sie nun eher widerwillig führt.

    https://www.woz.ch/-a6a2
    "die Bundesanwaltschaft dachte nicht daran zu ermitteln. Keinen Monat nach Eingang der Anzeige erliess der zuständige Bundesanwalt eine Nichtannahmeverfügung."
  • pamayer 28.07.2020 12:41
    Highlight Highlight Für was sie Schweizer Banken berüchtigt sind.
    Gesetze?
    Da helfen die Bankiers im Parlament gerne mit.

    Babanenrepublik, lausige.
  • BöserOnkel 28.07.2020 12:12
    Highlight Highlight Zeigt mir eine Grossbank welche nicht im grossen Stil in kriminelle Machenschaften verwickelt ist oder war! Die ach so tolle deutsche Bank galt bei Insidern lange Zeit als Mafiabank schlechthin! Sie war als Vorbild in vielen Hoolywoodstreifen wie z.B. the International. Auch die HSBC. Goldman Sachs oder früher die beiden Schweizer Grossbanken waren auf einem ähnlichen Level. Und wie viele Banker wurden im Zuge alls dieser Skandale zur Rechenschaft gezogen? Im Zuge des Finanzskandals und Crashs 2007 war es einer! EINER! Die Manager der Grossenbanken sind die wahren Mafiosi der heutigen Zeit!
  • dä dingsbums 28.07.2020 12:11
    Highlight Highlight Besonders viel scheinen Banken ja nicht von Gesetzen zu halten.
  • Jo Kaj 28.07.2020 09:55
    Highlight Highlight 3.4 Mia. zahlt die Goldman Sachs Bank als Strafe, der Rest von den 7-8 Mia. stecken sicher immer noch auf dubioser Weise hin- und hergeschickt zwischem den Tochtergesellschaften, mittlerweile bestens versteckt. Muss sich gut gelohnt haben für die Bank. Man konnte sich "gegen Korruptiom" für diese Zahl einigen, na klar. Wer's glaubt wird selig.

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