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Greece's Prime minister Alexis Tsipras presides over a ministerial meeting regarding the migration crisis in Athens, Friday, Aug. 7, 2015. The European Union appealed Friday to its member countries to live up to pledges to provide planes and other assets so that its border agency can cope with a migrant influx into Greece and Hungary. (AP Photo/Yorgos Karahalis)

Nur wenn er spart, kriegt er Geld – der griechische Ministerpräsident Tsipras Bild: Yorgos Karahalis/AP/KEYSTONE

Griechenland muss weiter sparen, kriegt dafür aber bald die nächsten 86 Milliarden Euro



Der Rahmen für neue Milliardenhilfen an Griechenland steht: Experten Athens und der Geldgeber haben sich auf Voraussetzungen für Kredite von bis zu 86 Milliarden Euro verständigt. Nach der «Grundsatzeinigung (...) auf technischer Ebene» in der Nacht zum Dienstag fehle nur noch eine «Einigung auf politischer Ebene», sagte eine Sprecherin der EU-Kommission in Brüssel.

Bereits am Donnerstagabend könnte das griechische Parlament abstimmen, am Tag darauf könnten die Finanzminister der Eurostaaten der Vereinbarung zustimmen. Danach müssten andere nationale Parlamente grünes Licht geben.

Der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos sagte nach dem Ende der Gespräche, es gebe «noch ein, zwei Details», die geklärt werden müssten. Wie schon in der Vergangenheit soll Athen die Finanzhilfen nur gegen weitreichende Reform- und Sparzusagen erhalten.

Kühle Atmosphäre zwischen Tsipras und Merkel

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte mit Merkel, Hollande und Juncker schon am Montagabend telefoniert, wobei seine Regierung durchsickern liess, die Atmosphäre des Gesprächs mit der Kanzlerin sei «nicht sehr warm» gewesen.

Die Athener Zeitung «Kathimerini» veröffentlichte eine Liste mit Vorgaben der Gläubiger. Demnach sollen die Abgaben für Reeder erhöht, mehr Steuerfahnder eingesetzt sowie Steuerbegünstigungen für Landwirte und die Ägäisinseln abgeschafft werden. Ausserdem solle die umstrittene Immobiliensteuer weiter gelten und Steuersündern nicht länger erlaubt werden, ihre Schulden in Raten abzustottern.

Die stufenweise Abschaffung der Frührente, ein Plan zur Rekapitalisierung angeschlagener Banken und zum Umgang mit faulen Krediten sowie die vollständige Liberalisierung des Energiemarktes und weitreichende Privatisierungen gehören demnach ebenfalls zum Paket.

Gläubiger akzeptieren tieferen Primärüberschuss

Verhandlungskreisen zufolge hat Griechenland mit den Geldgebern auch die Haushaltsziele für die kommenden Jahre festgelegt. So soll Athen in diesem Jahr ein so genanntes Primärdefizit von 0.25 Prozent gestattet sein, 2016 soll es dann wieder einen Primärüberschuss von 0.5 Prozent erwirtschaften und 2017 schliesslich 1.75 Prozent.

Die Gläubiger würden sich also mit einem niedrigeren Überschuss zufriedengeben als den bislang geforderten 1, 2, und 3 Prozent der Wirtschaftsleistung in den Jahren 2015, 2016 und 2017.

Der Primärüberschuss klammert auf laufende Kredite entfallende Zinsen und Tilgungen aus. Er dient als Indikator, wie sich der Haushalt – also Einnahmen und Ausgaben – ohne Schuldendienst entwickelt.

Uneinigkeit über die Höhe der ersten Hilfsgelder

Bei der Höhe der ersten Hilfszahlung für Griechenland waren sich die Vertreter der Geldgeber nach einem Bericht der deutschen Zeitung «Die Welt» vom Mittwoch allerdings zunächst nicht einig.

Während einige Geldgeber demnach Griechenland in einem ersten Schritt eher 20 bis 25 Milliarden Euro zahlen wollten, plädierte die EU-Kommission dafür, Hilfsgelder in einer Grössenordnung von bis zu 40 Milliarden Euro an Athen zu überweisen, wie die Zeitung unter Berufung auf europäische Verhandlungskreise schrieb.

Griechenland bekommt seit 2010 Finanzhilfen seiner Europartner, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds. Bis zum 20. August braucht Athen frisches Geld, um 3.2 Milliarden Euro an die EZB zurückzuzahlen. (jas/sda/dpa/reu/afp)

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