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Tschechisches Parlament verabschiedet Übergewinnsteuer

Konzerne und Banken müssen abgeben: Tschechisches Parlament verabschiedet Übergewinnsteuer

24.11.2022, 21:2424.11.2022, 21:24

Tschechiens Parlament hat eine Übergewinnsteuer für Energieunternehmen, Bergbau- und Mineralölkonzerne sowie Banken beschlossen. Nach dem Abgeordnetenhaus stimmte am Donnerstag auch die zweite Parlamentskammer, der Senat, für das Gesetzesvorhaben. Nun fehlt nur noch die Unterschrift des Präsidenten.

Die Sondersteuer soll vom 1. Januar 2023 an für drei Jahre erhoben werden. Die betroffenen Firmen sollen eine Zusatzabgabe in Höhe von 60 Prozent auf Gewinne zahlen, die mehr als 20 Prozent über dem Durchschnitt der letzten vier Jahre liegen.

Das Finanzministerium rechnet im nächsten Jahr mit zusätzlichen Einnahmen von umgerechnet mehr als drei Milliarden Euro. Die Gelder sollen unter anderem zur Finanzierung der bereits beschlossenen Strom- und Gaspreisdeckel für Privathaushalte verwendet werden. Die Wirtschaftskammer des EU-Mitgliedstaats hatte die Pläne kritisiert. Die Übergewinnsteuer schrecke ausländische Investoren ab und mache das Steuersystem insgesamt weniger berechenbar, hiess es. (sda/dpa)

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Clife
25.11.2022 03:45registriert Juni 2018
Sowas müsste halt mal auf alle Länder anwendbar werden. Was haben wir von „ausländischen“ Investoren, wenn ständig nur die Privaten einsacken, insbesondere dann auch eine solch horrende Summe?
Bravo Tschechien!
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Rethinking
25.11.2022 06:10registriert Oktober 2018
60% der dreihundert reichsten Schweizer sind nur deshalb reich, weil sie geerbt haben…

Null Eigenleistung…

Deren Vermögen steigen immer stärker, selbst während den Krisen…

Führt wieder Erbschaftssteuern ein!
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