Schweiz
Auto

Abgase: Genf verbannt ab heute bestimmte Autos von der Strasse

In Genf darf ein Teil der Autos ab Mittwoch nicht mehr die Stadt befahren.
In Genf darf ein Teil der Autos ab Mittwoch nicht mehr die Stadt befahren.Bild: Askolds / iStock Editorial

Diese Stadt verbannt ab jetzt Abgasschleudern von der Strasse

Wegen der grossen Hitze und der damit verbundenen Ozonbelastung reagiert Genf: Ab Mittwoch ist für bestimmte Autos die Stadt tabu – und die Tempolimite auf der Autobahn für alle Fahrzeuge heruntergesetzt. Es handelt sich um eine schweizweite Premiere.
13.08.2025, 20:2314.08.2025, 05:07
Lea Hartmann / ch media

Bis zu 37 Grad und keine Wolke am Himmel: Die Sommerhitze bringt uns nicht nur ins Schwitzen, sondern beeinträchtigt auch die Luftqualität. Die Ozonbelastung ist derzeit hoch, was gesundheitliche Folgen wie Atembeschwerden, Augenreizungen oder langfristig gar Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben kann.

Der Kanton Genf hat nun reagiert. Wegen der hohen Ozonwerte sind bestimmte Autos ab Mittwoch aus der Stadt verbannt. Am Dienstagabend hat der Kanton Stufe 2 von 3 des Anti-Smog-Plans ausgerufen. Das heisst: Autos, die besonders viele Schadstoffe ausstossen, sind in der Stadt Genf verboten – und zwar von 6 bis 22 Uhr. Das betrifft vor allem ältere und schwere Fahrzeuge. Ausserdem wird das Tempolimit auf der Autobahn auf 80 km/h heruntergesetzt. Dafür ist der öffentliche Verkehr im ganzen Kanton ab Mittwoch für alle gratis.

Jedes zehnte Auto betroffen

Genf ist die erste Stadt, die ein solches Verbot ausspricht. Seit 2020 ist im Kanton eine entsprechende Regelung in Kraft; alle Fahrzeugbesitzer müssen je nach Schadstoffausstoss des Autos eine Vignette mit einer bestimmten Nummer kaufen.

Seit 2020 gibt es die Schadstoff-Vignetten im Kanton Genf. Sie haben verschiedene Nummern, je nach Abgaswerten.
Seit 2020 gibt es die Schadstoff-Vignetten im Kanton Genf. Sie haben verschiedene Nummern, je nach Abgaswerten.Bild: Keystone

Es ist das erste Mal, dass Stufe 2 des Ozon-Plans aktiviert wird und damit der ÖV gratis wird. Stufe 1 – mit weniger weitgehenden Fahrverboten – war 2020 für einige Tage ausgerufen worden. Damals verzichtete man laut «Tribune de Genève» auf Sanktionen, weil die Regelung noch ganz neu war. Nun wird zum ersten Mal gebüsst, wenn jemand mit einer Abgasschleuder im Stadtgebiet unterwegs ist. Es sind Bussen von bis zu 500 Franken möglich.

Knapp 7 Prozent der Fahrzeuge in Genf sind von dem aktuellen Stadtfahrverbot betroffen. Damit könne die Stickoxid-Emissionen, die zur Ozonbelastung führen, um 20 bis 25 Prozent reduziert werden, sagt Aline Staub Spörri, Direktorin der zuständigen Abteilung des Genfer Umweltdepartements, zu CH Media.

Bei Stufe 3 von 3 würden weitere Fahrzeugkategorien verboten, was etwa 20 Prozent der Autos treffen würde. Für bestimmte Transporte gelten Ausnahmen. Wie lange die Massnahmen in Kraft bleiben, ist offen – die Behörden entscheiden kurzfristig je nach Entwicklung der Luftqualität. In den nächsten Tagen dürften die Ozonwerte sehr hoch bleiben.

Zentralschweizer Kantone warnen ebenfalls

Auch die Zentralschweizer Kantone haben diese Woche vor stark erhöhten Ozonwerten gewarnt. Der Grenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter, der laut Verordnung des Bundes höchstens einmal im Jahr überschritten werden darf, werde vor allem am Nachmittag an mehreren Stationen geknackt.

Die hohe Ozonbelastung entsteht durch Schadstoffe in der Luft wie Autoabgase, die sich bei starker Sonneneinstrahlung in das Treibhausgas umwandeln. Die Behörden Genfs wie auch der Zentralschweiz empfehlen, körperlich anstrengende Tätigkeiten, wenn möglich, auf den Morgen zu legen und sich am Nachmittag und abends möglichst wenig im Freien aufzuhalten. (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Neue Banknoten für die Schweiz
1 / 14
Neue Banknoten für die Schweiz

Konzept A: «Lebenswelten»

quelle: neuebanknotenserie.ch
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Kakadus im Groove: 17 neue Tanzbewegungen entdeckt
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
ETH-Weltraumforscher Thomas Zurbuchen wechselt zu Bezos' Blue Origin
Der Schweizer Weltraumforscher Thomas Zurbuchen verlässt die ETH Zürich. Er wechselt zum US-Raumfahrtunternehmen Blue Origin.
Seine Stelle sei auf drei Jahre befristet gewesen und er habe immer gesagt, dass er danach neue Optionen prüfen werde, erklärt Zurbuchen in einer ETH-Mitteilung.
Zur Story