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Wegen Kevin Warsh: Gold und Silber stürzen weiter ab

Wegen diesem Mann: Gold und Silber stürzen weiter ab

Der rasante Preiszerfall von Gold und Silber hält auch zum Wochenstart an.
02.02.2026, 08:4502.02.2026, 08:45

Mit der Ernennung von Kevin Warsh als Nachfolger von Fed-Chef Jerome Powell setzte zum Ende der vergangenen Woche ein beispielloser Ausverkauf bei Edelmetallen ein.

epa12692649 (FILE) Kevin Warsh speaks during a press conference announcing the publication of the Warsh Report at the Bank of England in London, Britain, 11 December 2014 (reissued 30 January 2026). U ...
Kevin Warsh sorgt für Erleichterung bei den Investoren – und damit einen Wertzerfall bei Edelmetallen.Bild: keystone

Sowohl Gold als auch Silber waren die Tage zuvor in einem geradezu schwindelerregenden Tempo in die Höhe geschnellt und dabei von Rekord zu Rekord geeilt. Dass sich da eine Menge heisse Luft angestaut hatte, war den Marktteilnehmern klar. Dass der Silberpreis am Freitag dann aber innerhalb eines Tages zeitweise um 30 Prozent einbricht, hat es seit den 1980er Jahren nicht mehr gegeben. Bei Gold lag das Minus bei etwa 9 Prozent.

Zum Wochenstart nun setzt sich der Ausverkauf fort. Gegen 7.30 Uhr notierte der Preis je Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) bei 4478.86 US-Dollar, ein Minus von 7,9 Prozent. Das bisherige Tagestief liegt bei 4439,70 Dollar. Silber verliert unterdessen erneut zweistellig. Der aktuelle Preis von 74.17 US-Dollar bedeutet einen Rückgang um 12,4 Prozent. Im Tief kostete das Edelmetall am Morgen 72,89 Dollar.

Zum Vergleich: Erst am Donnerstag hatten beide Metalle noch Rekordstände markiert. Während Gold in der Spitze 594.34 US-Dollar kostete, wechselte Silber zu 121,64 Dollar die Hand.

Händler machen die aktuelle Unsicherheit um die künftige Geldpolitik der US-Notenbank für den Ausverkauf verantwortlich. Die Ernennung von Warsh zum Nachfolger Powells schürt an den Märkten Zweifel, dass es tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik kommen wird. Die Erwartungen von Zinssenkungen hatten zuletzt die Edelmetallpreise gestützt.

Steigender US-Dollar belastet auch

Der ehemalige Fed-Gouverneur Warsh galt lange als geldpolitischer Falke, hat sich also tendenziell für höhere Zinsen eingesetzt. Zuletzt übte er allerdings auch Kritik an den hohen Zinsen. Er fordert stattdessen einen weiteren Abbau der Anleihebestände der Notenbank. Dies könnte den Finanzmärkten Liquidität entziehen und auch die Edelmetallpreise belasten.

Zudem waren die Edelmetallpreise zuletzt durch die gestiegenen geopolitischen Risiken gestützt worden. Gerade die Drohungen der US-Regierung in Richtung Iran hatten für neue Unsicherheit gesorgt.

Edelmetalle – allen voran Gold – gelten als sichere Häfen in Krisenzeiten. Silber ist zudem ein wichtiges Industriemetall, das für viele Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird.

Nach Ansicht von Finanz-Strategen spiegelt der starke Rückgang des Goldpreises eher eine klassische Korrektur nach einer aussergewöhnlichen Rally wider als einen Zusammenbruch der längerfristigen bullischen These. «Der Rückgang des Goldpreises ist eine klassische Luftblase nach einer aussergewöhnlichen Rally», kommentiert ein Marktexperte.

Etwas Druck kommt zudem vom US-Dollar. Dieser hat nach der Ernennung von Warsh am vergangenen Freitag zugelegt. Ein stärkerer Greenback macht Gold, das in Dollar gehandelt wird, für ausländische Käufer weniger attraktiv, während höhere Zinsen die Opportunitätskosten für das Halten des nicht verzinslichen gelben Metalls erhöhen, da sie Staatsanleihen als sicheren Hafen attraktiver machen. (sda/awp)

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