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Chinas Wirtschaft wächst langsamer – aber deutlich mehr als USA und EU

China's President Xi Jinping speaks during a meeting at the Great Hall of the People in Beijing, China, Tuesday, Nov. 25, 2025. (Maxim Shemetov/Pool Photo via AP)
China Tonga
Chinas Präsident Xi Jinping.Bild: keystone

Chinas Wirtschaft wächst langsamer – aber deutlich mehr als in USA und EU

Chinas Wirtschaft ist zum Ende des vergangenen Jahres langsamer gewachsen. Wie das Statistikamt in Peking mitteilte, legte das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2025 im Jahresvergleich aber dennoch um 4,5 Prozent zu.
19.01.2026, 05:4319.01.2026, 06:06

Damit verzeichnete die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt das schwächste Quartalswachstum seit dem Ende des Corona-Lockdowns vor drei Jahren. In den drei vorangegangenen Quartalen hatte die Wirtschaft noch um 5,4 Prozent, 5,2 Prozent und 4,8 Prozent zugelegt.

Für das Gesamtjahr meldeten die Statistiker ein Wachstum von 5,0 Prozent. Damit wurde das von der Regierung ausgegebene Ziel von «rund fünf Prozent» erreicht. Gestützt wurde die Konjunktur durch den Aussenhandel. Trotz anhaltender Spannungen mit den USA und neuer handelspolitischer Unsicherheiten profitierten chinesische Unternehmen von starken Ausfuhren in andere Regionen.

Zum Vergleich: Die Wirtschaft in den USA dürfte 2025 um die 2,5 Prozent gewachsen sein, die EU kommt laut Schätzungen auf etwa 1 bis 1,5 Prozent. Definitive Zahlen gibt es noch nicht. Die Zahlen, die von China veröffentlicht werden, sind jeweils mit Vorsicht zu betrachten. Es gibt Hinweise, dass das Land gerade beim BIP-Wachstum die eigenen Zahlen beschönigt.

Wachstum dürfte sich weiter abschwächen

Ökonomen sehen in Chinas jüngsten Zahlen Anzeichen für eine unausgewogene Entwicklung. Während der Exportboom die Wirtschaft stützt, belasten eine schwache Nachfrage im Inland, ein angespannter Arbeitsmarkt und fallende Immobilienpreise die Kauflaune der Verbraucher. Hinzu kommen hohe Schulden vieler Lokalregierungen, die den Spielraum für grosse Konjunkturprogramme begrenzen.

Für das laufende Jahr wird weitgehend mit einer Fortsetzung dieses Musters gerechnet. Internationale Organisationen bleiben zurückhaltend. Die Weltbank rechnet für 2026 mit einem Wachstum von rund 4,4 Prozent, der Internationale Währungsfonds geht von etwa 4,5 Prozent aus. Die US-Investmentbank Goldman Sachs zeigt sich etwas optimistischer und erwartet ein Plus von 4,8 Prozent. (sda/dpa/con)

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