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Mossad: Die spektakulärsten Aktionen des israelischen Geheimdienstes

Entführung, Mord und Cyberwar – die spektakulärsten Aktionen des Mossad

18.09.2024, 20:2819.09.2024, 13:40

Es muss eine sorgfältig geplante Sabotageoperation gewesen sein: Tausende von der Hisbollah angeschaffte, offenbar mit Sprengstoff präparierte Pager explodierten im Libanon und in Syrien nahezu gleichzeitig und töteten mindestens elf Hisbollah-Angehörige. Fast 3000 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Die Hisbollah beschuldigte umgehend ihren Erzfeind Israel als Urheber der grossflächigen Attacke. Dessen legendärer Auslandgeheimdienst Mossad dürfte auch nach Ansicht von neutralen Beobachtern hinter dieser beispiellosen Aktion stecken. In aller Regel bestätigen oder dementieren die israelischen Behörden solche Einsätze nicht, doch die Raffinesse der Pager-Operation trägt die Handschrift des Mossad.

Der Mossad
Der Zentrale Nachrichten- und Sicherheitsdienst des Staates Israel, oft kurz «die Institution» genannt, wurde 1949 gegründet und hat sein Hauptquartier in Tel Aviv. Der Auslandgeheimdienst ist neben dem Inlandnachrichtendienst Schin Bet und dem Militärgeheimdienst Aman einer der drei Geheimdienste in Israel. Seit Juni 2021 wird er von David Barnea geleitet. Die genaue Zahl der Mitarbeiter ist nicht bekannt; sie wird auf zwischen 1200 und 7000 geschätzt. Das Motto des Mossad lautet: «Wo nicht weiser Rat ist, da geht das Volk unter; wo aber viele Ratgeber sind, findet sich Hilfe.»

Es wäre nicht das erste Mal, dass israelische Agenten spektakuläre Aktionen ausgeführt hätten. Neben der klassischen Spionage gehören auch Mordanschläge und Cyberattacken zum Repertoire des Auslandgeheimdienstes. Hier folgt eine Auswahl von Operationen, die offiziell auf das Konto des Mossad gehen oder ihm mit hoher Plausibilität zugeschrieben werden:

«Operation Garibaldi»

FILE - The 1961 file photo shows Adolf Eichmann standing in his glass cage, flanked by guards, in the Jerusalem courtroom during his trial in 1961 for war crimes committed during World War II. The ori ...
Eichmann 1961 vor Gericht in Jerusalem.Bild: AP

Es ist diese erfolgreiche Operation, die den Mossad legendär machte: 1960 spürte der Geheimdienst den ehemaligen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann, einen der Hauptorganisatoren des Holocausts, in Argentinien auf. Die Agenten beschatteten Eichmann, der unter falschem Namen an der Garibaldi-Strasse in Buenos Aires lebte, monatelang.

Am 11. Mai erfolgte der Zugriff; das Mossad-Kommando zerrte Eichmann in einen Wagen und brachte ihn dann mit falschen Papieren und betäubt und geschminkt, weil es kein Auslieferungsabkommen mit Argentinien gab, an Bord einer Regierungsmaschine nach Israel. Dort wurde Eichmann zum Tode verurteilt und 1962 gehängt. Er ist der einzige Mensch, der nach einem Gerichtsverfahren der israelischen Justiz hingerichtet wurde.

Eichmann an Bord der El Al-Maschine Brittanis 4X, die den Direktflug von Argentinien nach Israel ermöglichte, 1960.
https://www.yadvashem.org/yv/de/exhibitions/eichmann/operation-eichmann.asp
Eichmann an Bord der El-Al-Maschine Brittanis 4X, die ihn nach Israel brachte.Bild: yadvashem.org

«Operation Diamond»

Die ehemalige irakische MiG-21 steht jetzt im Museum der israelischen Luftwaffe.
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11051235
Die ehemalige irakische MiG-21 steht jetzt im Museum der israelischen Luftwaffe.Bild: Wikimedia/Oren Rozen

1966 gelang es dem Mossad, den irakischen Piloten Munir Redfa anzuwerben, der frustriert war, dass seine militärische Karriere aufgrund seiner christlichen Wurzeln stagnierte. Während seine gesamte Familie ausser Landes gebracht wurde, flog Redfa seine MiG-21 – der damals höchstentwickelte sowjetische Kampfjet – nach Israel.

Die in der «Operation Diamond» akquirierte MiG-21 diente der israelischen Luftwaffe, die damals mit französischen Mirages ausgerüstet war, als Feindflugzeug zur Ausbildung der eigenen Piloten. Die MiG-21 beschleunigte schneller als die Mirage, war aber weniger wendig. Es dürfte auch auf diese Erfahrungen zurückzuführen sein, dass die israelische Luftwaffe 1967 bei einem Luftkampf sechs syrische MiG-21 ohne eigene Verluste abschiessen konnte. Israel lieh die MiG-21 danach an die USA aus, die wegen des Vietnamkriegs besonders an diesem Typ interessiert waren.

«Operation Plumbat»

A file photograph from 2000 shows the Israeli nuclear area outside the desert town of Dimona in the south of the country. Following Israeli Prime Minister Ehud Olmert's remark yesterday, Sunday,  ...
Der Atomreaktor von Dimona in der israelischen Negev-Wüste.Bild: EPA

1962 hatte Frankreich, das bessere Beziehungen zur arabischen Welt suchte, die Lieferung von Uran für den israelischen Atomreaktor Dimona eingestellt. Der jüdische Staat suchte nach anderen Quellen, um sein Atomprogramm zu alimentieren. 1968 kaufte eine belgische Firma rund 200 Tonnen Uranoxid («Yellowcake», Ausgangsstoff für Brennelemente), die im November von Antwerpen nach Genua verschifft wurden. Der Frachter «Scheersberg A» kam dort aber nicht an – sondern tauchte im Dezember desselben Jahres im Hafen von Iskenderun in der Türkei wieder auf. Weder Besatzung noch Ladung waren auffindbar.

Das Uranoxid wurde mutmasslich in der Nähe von Zypern auf ein israelisches Schiff umgeladen. Der Eigner der «Scheersberg A», Dan Ert, wurde später im Zuge der Lillehammer-Affäre – einer fehlgeschlagenen Mossad-Aktion – verhaftet und gab zu, ein Mitglied des Mossad zu sein. Die «Operation Plumbat» wurde vermutlich vom Mossad und dem damaligen speziell für das israelische Atomprogramm eingerichteten Geheimdienst Lakam durchgeführt.

«Operation Zorn Gottes»

In this Sept. 5, 1972 file photo, a member of the Arab Commando group which seized members of the Israeli Olympic Team at their quarters at the Munich Olympic Village is shown. in's prime ministe ...
Einer der Geiselnehmer von München im Olympia-Quartier.Bild: AP

Nach dem Olympia-Attentat in München 1972, bei dem elf israelische Sportler und ein Polizist starben, genehmigte die israelische Premierministerin Golda Meir die gezielte Tötung von PLO-Terroristen auch in Europa. Der Mossad richtete die Sondereinheit Caesarea ein, die nun Jagd auf die Geiselnehmer und Drahtzieher von München machte. In dieser extralegalen Mordserie wurden etwa 20 sogenannte Zielpersonen umgebracht. Höhepunkt der «Operation Zorn Gottes» war eine Kommandoaktion im April 1973, als mitten in Beirut drei palästinensische Kaderleute und zwei unbeteiligte Personen von einem israelischen Spezialkommando erschossen wurden.

Ebenfalls 1973 kam es zu einem Fehlschlag, als in Lillehammer in Norwegen der unschuldige marokkanische Kellner Ahmed Bouchiki aufgrund einer Verwechslung von Kugeln durchsiebt wurde. Nach dieser Lillehammer-Affäre wurde die Operation zunächst ausgesetzt, aber fünf Jahre später wieder aufgenommen. Der Rachefeldzug endete erst in den Neunzigerjahren.

Attentat des Mossad: Auf den Wagen des PLO-Sicherheitschefs Ali Hassan Salameh wurde am 22. Januar 1979 in Beirut vom israelischen Geheimdienst Mossad ein Sprengstoffanschlag verübt. Salameh und zwölf ...
1979 wurde einer der Drahtzieher der Geiselnahme von München in Beirut von einer Autobombe getötet. Zwölf weitere Personen kamen dabei ums Leben.Bild: AP

«Operation Yonatan»

ZERSTOERTE MIGS IN ENTEBBE - Um ihren Rueckzug vom Flughafen Entebbe bei Kampala (Uganda) zu decken, zerstoerte das israelische Kommando auf dem Flughafen abgestellte Duesenjaeger vom Typ Mig. Die Isr ...
Zerstörte MiG-Kampfjets der ugandischen Luftwaffe auf dem Flughafen von Entebbe.Bild: AP

Im Juni 1976 entführte ein Kommando von palästinensichen und deutschen Terroristen einen Airbus A300 der Air France, der schliesslich auf dem Flughafen Entebbe bei der ugandischen Hauptstadt Kampala landete. Die deutschen Terroristen «selektierten» die jüdischen Passagiere von den anderen, die darauf freigelassen wurden. Nach sechs Tagen befreite ein israelisches Kommando die rund 100 Geiseln und flog sie nach Israel zurück.

Auf israelischer Seite gab es bei der «Operation Yonatan» (auch «Operation Thunderbolt» oder «Operation Entebbe» genannt) nur ein Todesopfer – Jonathan Netanjahu, der Bruder des heutigen israelischen Ministerpräsidenten. Die Geiselnehmer und mehrere ugandische Soldaten kamen bei Feuergefechten ums Leben. Der Mossad spielte bei der Planung eine wichtige Rolle, doch durchgeführt wurde die Befreiungsaktion von Armee-Einheiten; direkt daran beteiligt war der militärische Geheimdienst unter der Leitung des späteren Premierministers Ehud Barak.

In this image made available by the Israeli Government Press Office archive on Tuesday July 4, 2006 shows former Israeli deputy Prime Minister Yigael Allon, seen from the back, welcomes hijacked Air F ...
Ankunft der befreiten Geiseln auf dem Flughafen Ben Gurion in Israel.Bild: AP GPO

«Operation Moses»

Tarnresort des Mossad am Roten Meer
Das Tauchresort im sudanesischen Arous wurde nur zur Tarnung betrieben.

Die Minderheit der Juden in Äthiopien, die sogenannten Falascha (Beta Israel), geriet während der Hungersnot Mitte der 1980er-Jahre in Bedrängnis; Tausende von ihnen flohen in den Sudan, wo sie in Lagern untergebracht wurden. Die israelische Führung beauftragte den Mossad mit der Planung von geheimen Evakuierungsmassnahmen, die zunächst über ein eigens zur Tarnung eingerichtetes touristisches Tauchresort am Roten Meer abliefen. In der «Operation Moses» wurden die äthiopischen Juden nachts mit Lastwagen dorthin gebracht und dann auf Schiffe verladen.

Als sich die Hungersnot verschärfte, bestach der Mossad den sudanesischen Präsidenten, um ihn dazu zu bringen, der Evakuierung der Falascha über den Flughafen von Khartum zuzustimmen. Dies gelang dank der Zusicherung der völligen Geheimhaltung. Zwischen November 1984 und Januar 1985 wurden fast 7000 Falascha nachts im Geheimen nach Israel geflogen.

Ethiopian Jewish clergymen use umbrellas to protect themselves from the sun as they pray during the 'Sigd' holy day on a hill overlooking Jerusalem, Thursday, Nov. 27, 2008. The prayer is pe ...
Nach weiteren Evakuierungsaktionen lebten Ende 2021 knapp 165'000 äthiopische Juden in Israel.Bild: AP

Honigfalle für Vanunu

Former nuclear technician Mordechai Vanunu, accused of revealing Israel's atomic secrets, presses his hand to the window of a police van on his way to a Jerusalem court Sunday, Decemver 22, 1987. ...
Mit einer auf seine Handfläche gekritzelten Botschaft machte Vanunu Journalisten auf seine Entführung aufmerksam. Bild: AP

Für die einen ist er ein Friedensheld, für die anderen ein Landesverräter: Mordechai Vanunu, zum Christentum konvertierter Sohn jüdisch-marrokanischer Einwanderer, machte 1986 das israelische militärische Atomprogramm publik. Vanunu, der als Techniker eine Weile im geheimen israelischen Atomkomplex Dimona gearbeitet hatte, gab Informationen und Fotos an die «Sunday Times» in London. Noch bevor die Zeitung die Bombe platzen liess, tappte Vanunu in eine Honigfalle, die ihm der Mossad gestellt hatte. Die Agentin Cheryl Ben Tov alias «Cindy» bandelte mit ihm an und lockte ihn auf einen Kurztrip nach Rom. Dort wurde er entführt, betäubt und im Diplomatengepäck per Schiff nach Israel gebracht – ohne Einverständnis der italienischen Behörden.

Die israelische Regierung bestritt wochenlang, etwas mit seinem Verschwinden zu tun zu haben, doch dann gelang es Vanunu, mit einer auf seine Hand gekritzelten Botschaft aus dem Polizeibus heraus auf seine Entführung hinzuweisen. 1988 kassierte er wegen Landesverrats und Spionage 18 Jahre Haft, von denen er elf in Isolationshaft verbrachte. Auch nach seiner Freilassung 2004 wurde Vanunu noch mehrere Male verhaftet, weil er gegen seine extrem strengen Bedingungen verstossen hatte.

Nuclear whistleblower Mordechai Vanunu holds a copy of the original newspaper in which he revealed Israel's nuclear secrets, in front of reporters at the offices of the Association for Civil Righ ...
Vanunu 2004 mit der Ausgabe der «Sunday Times», in der Israel 1986 als Atommacht geoutet wurde.Bild: AP

Nervengift für Maschal

Chalid Maschal nach dem Giftanschlag des Mossad.
https://x.com/Zarkawaa/status/1185999393134170115/photo/1
Chalid Maschal im Krankenhaus.Bild: X

Diese Mossad-Aktion ging gründlich schief: Im September 1997 versuchten zwei als kanadische Touristen getarnte Mossad-Agenten, Chalid Maschal am hellichten Tag in der jordanischen Hauptstadt Amman zu ermorden. Der politische Kopf der Hamas wollte gerade sein Büro betreten, als ihm einer der Agenten ein langsam wirkendes Nervengift ins Ohr spritzte. Doch Maschal war nicht allein – die Attentäter hatten die entsprechende Weisung ihrer Vorgesetzten in den Wind geschlagen. So wurden sie von Maschals Bodyguard verfolgt und nach kurzer Flucht gefasst. Der Hamas-Chef wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er in ein künstliches Koma versetzt wurde.

Der jordanische König verlangte vom israelischen Regierungschef – auch damals Benjamin Netanjahu – die Herausgabe eines Gegengifts. Netanjahu lieferte es schliesslich zähneknirschend nach starkem amerikanischem Druck. Maschal erholte sich. Die israelischen Agenten kamen frei, doch im Gegenzug musste Israel den Hamas-Gründer Scheich Jassin und weitere Häftlinge aus dem Gefängnis entlassen. Der missglückte Mordanschlag belastete die israelisch-jordanischen Beziehungen schwer.

Hardline Hamas political bureau chief Khaled Meshaal addresses some 150 Syrian writers and intellectuals in Damascus 13 August 2001. Meshaal said suicide attacks were the only weapon that can dissuade ...
Maschal, hier auf einer Aufnahme von 2001, überlebte den Anschlag. Bild: EPA, AFPI

Anschlag unter Videoüberwachung

Palestinians carry a picture of Mahmoud al-Mabhouh, one of the founders of Hamas' military wing, as others carry his coffin, left, during his funeral procession at the Palestinian refugee camp of ...
Beerdigung von Mahmud al-Mabhuh in Jarmuk bei Damaskus. Bild: AP

Mahmud al-Mabhuh war ein Top-Shot der Hamas und Mitbegründer des militärischen Arms der Terrororganisation. Der «Fuchs», wie er sich selber aufgrund von drei überlebten Anschlägen nannte, logierte im Januar 2010 in einem Hotel in Dubai, als ihn das Schicksal ereilte: Ein Mordkommando des Mossad, dessen Mitglieder aus verschiedenen Ländern angereist waren, checkte im Hotel ein und beschattete ihn. Als al-Mabhuh sein Zimmer verliess, drangen vier Agenten dort ein und betäubten ihn bei seiner Rückkehr. Er wurde vermutlich mit einem Kissen erstickt.

Die Aktion lief professionell ab, und alle Agenten verliessen Dubai rechtzeitig. Doch zum ersten Mal hatten Überwachungskameras eine solche Geheimdienst-Aktion festgehalten; die Mossad-Leute wurden nachträglich identifiziert. Dies führte zu einem diplomatischen Nachspiel, weil die Agenten mit gefälschten Pässen westlicher Länder in Dubai eingereist waren.

This document released by the Dubai Ruler's Media Office on Wednesday, Feb. 24, 2010, is claimed by Dubai's Police to show the travel routes in and out of Dubai in 2009 of suspects wanted in ...
Das von den Behörden in Dubai veröffentlichte Diagramm zeigt die Reisewege der Mossad-Agenten. Bild: AP Dubai Ruler's Media Office

«Operation Olympische Spiele»

FILE - This photo released Nov. 5, 2019, by the Atomic Energy Organization of Iran shows centrifuge machines in Natanz uranium enrichment facility near Natanz, Iran. A new underground facility at the  ...
Zentrifugen in der Urananreicherungsanlage in Natanz. Bild: AP Atomic Energy Organization of

2010 tauchte der leistungsfähige und bösartige Computerwurm Stuxnet erstmals auf. Die Schadsoftware befiel vorwiegend Systeme des Herstellers Siemens, die dazu dienen, die Geschwindigkeit von Motoren zu steuern – beispielsweise von Zentrifugen, die zur Anreicherung von Uran eingesetzt werden. In der Tat infizierte Stuxnet zahlreiche iranische Zentrifugen in Natanz, wo das iranische Atomprogramm vorangetrieben wurde – wohl mit dem Ziel, genug waffenfähiges Uran für eine Atombombe zu produzieren. Der Wurm führte dazu, dass sich die Zentrifugen selbst zerstörten.

Dass es der israelische Geheimdienst war, der Stuxnet – vermutlich über USB-Sticks – in die iranischen Atomanlagen einschleuste, gilt als gesichert. Entwickelt wurde Stuxnet höchstwahrscheinlich gemeinsam von der CIA und dem Mossad im Zuge der «Operation Olympische Spiele». Die Sabotage des iranischen Atomprogramms erfolgte allerdings auch auf blutige Weise: Bei mehreren Attentaten und ungeklärten Todesfällen iranischer Atomwissenschaftler, die bereits 2007 begannen, gilt der Mossad als Urheber.

This photo released by the semi-official Fars News Agency shows the scene where Mohsen Fakhrizadeh was killed in Absard, a small city just east of the capital, Tehran, Iran, Friday, Nov. 27, 2020. Fak ...
Im November 2020 tötete eine Autobombe unweit von Teheran den Wissenschaftler Mohsen Fakhrizadeh, der das militärische Atomprogramm des Irans geleitet haben soll.Bild: AP Fars News Agency

Tod in Teheran

Hamas chief Ismail Haniyeh claps as newly-elected Iranian President Masoud Pezeshkian speaks while deputy leader of the Lebanese militant group Hezbollah, Sheikh Naim Kassem, left, sits during the swe ...
Eine der letzten Aufnahmen von Ismail Hanija. In der folgenden Nacht fiel er einem Anschlag zum Opfer.Bild: keystone

Ende Juli weilte der Hamas-Führer Ismail Hanija in der iranischen Hauptstadt Teheran. Er nächtigte in einer Residenz für verdiente Kriegsveteranen, einem Gästehaus der iranischen Revolutionsgarden. Dort fühlte er sich vermutlich sicher – zu Unrecht, wie sich erwies, als eine Explosion das Stockwerk zerstörte und ihn tötete. Damit starb der mit Abstand ranghöchste Hamas-Funktionär während des seit Oktober 2023 andauernden Gaza-Kriegs. Und dies erst noch im Herzen der Regionalmacht Iran, die als Sponsor und Schutzmacht der Terrororganisation gilt.

Wie üblich bestätigte der Mossad die Urheberschaft an dem Anschlag nicht. Allerdings hatte sein Chef, David Barnea, im Januar mit Blick auf den Gaza-Krieg erklärt, sein Dienst sei «verpflichtet», die Führer der Hamas zu jagen. Das erfolgreiche Attentat schockte die iranische Führung, zumal Israel kurz vorher einen hochrangigen Kommandanten der Hisbollah im Libanon getötet hatte. Der geistliche Führer Ali Chamenei schwor umgehend Rache.

FILE - Iranians follow a truck, center, carrying the coffins of Hamas leader Ismail Haniyeh and his bodyguard during their funeral ceremony at Enqelab-e-Eslami (Islamic Revolution) Sq. in Tehran, Iran ...
Beerdigung von Hanija in Teheran.Bild: keystone
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Angriff auf Israel
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Angriff auf Israel
Am Morgen des 7. Oktobers 2023 startete die Terrormiliz Hamas einen grossflächigen Angriff auf zahlreiche Ziele in Israel. Es handelt sich um den grössten Massenmord an Jüdinnen und Juden seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.
quelle: keystone / abir sultan
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28 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Speedy Gonzalez
18.09.2024 20:52registriert Oktober 2023
Man muss überhaupt nicht alles gut finden oder Israel wegen diesen Aktionen zujubeln.

Dennoch muss man erkennen, dass praktisch in der ganzen Region die Meinung herrscht, dass Israel weg vom Fenster gehört.

Wer solche Nachbarn hat und doch überleben will, muss sich etwas einfallen lassen und vor allem proaktiv reagieren.

Man hat gesehen was passiert, wenn man die Terroristen in der Region an der kurzen Leine ist.

Sogar Leute die mit der Hamas sympathisieren erkennen meist, dass es nunmal eine Terrororganisation ist die früher oder später zerschlagen werden muss.
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Rivka
18.09.2024 20:00registriert April 2021
Das was wir hier über Mossad und Israel lesen, werden wir in naher Zukunft über Ukraine und ihre speziell für moskowitische Kriegsverbrecher gegründete Geheimorganisation lesen. Ich werde es mit Freude verfolgen wie Solovyew, Simonjan und Co. entweder Huckepack in die Ukraine verschleppt werden um sie vor Gericht zu stellen oder vor Ort kurzer Prozess mit ihnen gemacht wird.
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