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Fake-Tweet lässt US-Börse explodieren: So kam es dazu

Electronic displays shows financial information on the floor at the New York Stock Exchange in New York, Monday, April 7, 2025. (AP Photo/Seth Wenig)
Financial Markets Wall Street
Die Wall Street ist sehr anfällig für Falschinformationen, wie dieses Beispiel zeigt.Bild: keystone

Wie ein Fake-News-Tweet die Börse mitten im Zoll-Chaos explodieren liess

08.04.2025, 11:0708.04.2025, 13:48

Donald Trump und seine Zoll-Politik stürzen die Börsenkurse weltweit ins Chaos. Verschiedene Indizes wie der Dow Jones, NASDAQ oder der SMI machen seit der Ankündigung des US-Präsidenten vom letzten Donnerstag gewaltige Sprünge. Im Schnitt geht es dabei stark abwärts.

Am Montag schickte ein Fake-Tweet die Kurse aber wieder kurzzeitig massiv nach oben. Im Tweet beruft sich Urheber Walter Bloomberg auf den Wirtschaftsberater des Weissen Hauses, Kevin Hassett. Dieser soll eine 90-tägige Pause im Handelskrieg verkündet haben. Hier ein Screenshot des Originals:

Fake Tweet von Walter Bloomberg liess die Aktien weltweit hüpfen.
Bild: screenshot x
«Hassett: Trump erwägt eine 90-tägige Aussetzung der Zölle für alle Länder ausser China.»

In der Folge brach der S&P 500, also der Aktienindex, der die Kurse der führenden 500 US-Unternehmen widerspiegelt, um 3,4 Prozent aus. Das entspricht einem kumulierten Anstieg von 2,4 Billionen (2'400'000'000'000) US-Dollar. Als das Weisse Haus die Meldung schliesslich 15 Minuten später dementierte, sank der Index wieder um 2,5 Billionen US-Dollar, wie die «Economic Times» berichtet. Insgesamt lösten die 15 Wörter in Bloombergs Tweet innert 15 Minuten Sprünge im Wert von fast 5 Billionen US-Dollar aus.

Fake-Tweet lässt US-Börse mitten im Zoll-Chaos explodieren.
In kürzester Zeit schnellt der Börsen-Kurs des S&P-500-Index in die Höhe.Bild: google finance

Wie sich die Fake-Meldung verbreitete

Ob die Meldung, dass Trump die Zölle für 90 Tage aussetzen will, tatsächlich über den Tweet seine Verbreitung fand, ist schwierig nachzuvollziehen. Das Tech-Portal TechCrunch hat den Weg der Meldung aber ungefähr nachgezeichnet.

Demnach geht der Ursprung auf ein Interview mit Kevin Hassett auf Fox News zurück. Der Wirtschaftsberater wurde dort gefragt, ob er eine solche Pause befürworten würde. Hassett antwortete:

«Der Präsident wird entscheiden, was der Präsident entscheiden wird.»

Dieses Zitat wurde von CNBC aufgenommen und als Banner während einer Nachrichtensendung ausgespielt. Das Banner lautete:

«Trump erwägt eine 90-tägige Aussetzung der Zölle für alle Länder ausser China»

Also exakt dieselbe Wortwahl, wie sie später in Bloombergs Tweet auftaucht. CNBC entschuldigte sich für den Fehler. Die Reporter hätten die Nachricht noch in der gleichen Sendung korrigiert. In der Zwischenzeit hatte diese ihren Weg aber bereits zur internationalen Nachrichtenagentur Reuters und von dort zu Walter Bloomberg gefunden. (leo)

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