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Activists protest outside of the COP25 climate talks congress in Madrid, Spain, Saturday, Dec. 14, 2019. The United Nations Secretary-General has warned that failure to tackle global warming could result in economic disaster. (AP Photo/Manu Fernandez)

Demonstranten appellierten an die Politiker, endlich verbindliche Klima-Regeln zu beschliessen. Bild: AP

Klima-Konferenz in Madrid endet in einem Fiasko – die Reaktionen sind heftig



Die Weltklimakonferenz in Madrid hat sich am Sonntag nach einer 40-stündigen Verlängerung zwar auf eine gemeinsame Abschlusserklärung geeinigt. Die ist aber zahnlos:

epa08072787 Chilean Environment Minister and President of COP25 Carolina Schmidt (L) speaks with a member of the Japanese delegation prior a new plenary session of the COP25 UN Climate Change Conference at IFEMA Convention and Exhibition Center in Madrid, Spain, 15 December 2019. COP25 negotiations were set to be closed two days ago but they are continuing towards down on Sunday since no clear resolutions are reached to implement the Paris agreement.  EPA/zipi

Enttäuschte Gesichter nach dem Weltklimagipfel. Bild: EPA

Die Reaktionen

Der Unmut nach dem Gipfel ist gross: «Eine Klimakonferenz für nichts. Trotz noch nie dagewesener Proteste und glasklarer wissenschaftlicher Erkenntnisse kommt die Staatengemeinschaft und mit ihr die Schweiz an der rekordlangen COP25 in Madrid nicht vom Fleck», schreibt Greenpeace in einer Mitteilung.

«Eine Klimakonferenz für nichts.»

Greenpeace

Bundesrätin Simonetta Sommaruga äussert sich auf Twitter: «Ich bin enttäuscht von den Ergebnissen»:

Luisa Neubauer, führende Aktivistin der Klimabewegung Fridays For Future, erklärte, die Regierungen seien damit gescheitert, ihre Ambitionen der Krisenrealität anzupassen. «Die COP25 lässt uns nach einem Jahr mit beispiellosen Klimaprotesten ohne signifikanten Fortschritt zurück.»

«Verantwortungslos, egoistisch, kurzsichtig.»

Brot für die Welt

Die Hilfsorganisation Brot für die Welt machte insbesondere den Industriestaaten schwere Vorwürfe. «Es ist extrem verantwortungslos, egoistisch und kurzsichtig, dass sie Finanzzusagen gegenüber den ärmsten Staaten für die Bewältigung von Klimaschäden verwehren», bilanzierte die Organisation.

Sven Harmeling von der Organisation Care fragte: «Wie laut muss noch demonstriert werden, wie viele Warnungen muss die Wissenschaft noch aussprechen, wie viele junge Leute müssen ihre ganze Energie dafür aufwenden.»

Um was ging es überhaupt?

Um Regeln für den internationalen Handel mit Klimaschutz-Gutschriften - er soll Industriestaaten ermöglichen, ihre Ziele fürs Einsparen von Treibhausgasen teilweise im Ausland zu erreichen, sprich: Sich Klimaschutz anderswo zu kaufen. Dazu gelang keine Einigung. Nicht nur die deutsche Bundesregierung hatte die Haltung vertreten: Hier lieber gar nichts machen, als es schlecht zu machen. «Der Angriff auf die Integrität des Pariser Abkommens ist abgewehrt worden», lobt auch Klimapolitik-Experte Christoph Bals von Germanwatch. Schlimmes verhindern kann manchmal fast wie Fortschritt wirken.

Wie immer ging es auch ums Geld. Hurrikans, Starkregen und Dürren haben auch in diesem Jahr vielen ärmeren Ländern wieder schwer zugesetzt. Viele von ihnen zeigten sich zum Abschluss schwer enttäuscht - Optimisten glauben aber, dass Schäden durch Extremwetter, die der Klimawandel verstärkt, in Folge der diesjährigen Beschlüsse in Zukunft eine deutlich grössere Rolle spielen können.

(amü/sda)

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273 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Walter Sahli
15.12.2019 12:34registriert March 2014
Wer verstanden hat und nicht handelt, hat nicht verstanden.
Die Australier brauchen wohl noch ein paar Dürren und Waldbrände mehr, bis sie verstehen.
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Nosferal
15.12.2019 12:40registriert October 2018
Ich weiss ja nicht aber ich habe sowieso nichts anderes erwartet 🤷🏻‍♂️
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Aerohead
15.12.2019 18:17registriert May 2018
Was ich nicht verstehe: Warum kann eine Mehrheit von Staaten nicht einfach Massnahmen beschliessen ohne USA, Australien & Brasilien? Wozu braucht man den absolut 100%igen Konsens nach dem Motto "wenn nicht absolut alle mitmachen, dann machen wir lieber gar nichts?"
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