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Demonstranten appellierten an die Politiker, endlich verbindliche Klima-Regeln zu beschliessen.
Demonstranten appellierten an die Politiker, endlich verbindliche Klima-Regeln zu beschliessen.
Bild: AP

Klima-Konferenz in Madrid endet in einem Fiasko – die Reaktionen sind heftig

15.12.2019, 12:2816.12.2019, 13:03

Die Weltklimakonferenz in Madrid hat sich am Sonntag nach einer 40-stündigen Verlängerung zwar auf eine gemeinsame Abschlusserklärung geeinigt. Die ist aber zahnlos:

  • Nach zweiwöchigen Verhandlungen erinnerte das Plenum darin alle rund 200 Staaten an ihre Zusage, im nächsten Jahr ihre Klimaschutzziele für 2030 möglichst zu verschärfen.
  • Relevante Punkte wurden auf den Klimagipfel in Glasgow 2020 verschoben.
  • Uneinigkeit gab es in den letzten Stunden vor allem über die Frage, wie nachdrücklich die Staaten in der Schlusserklärung aufgefordert werden sollen, nächstes Jahr ehrgeizigere nationale Pläne zum Einsparen von Treibhausgasen vorzulegen.
  • In Madrid bremsten laut Costa Ricas Umweltminister Carlos Manuel Rodríguez vor allem drei Länder einen ambitionierteren Klimaschutz aus: Brasilien, Australien und die USA. Die Vereinigten Staaten verlassen 2020 den Pariser Klimavertrag.
Enttäuschte Gesichter nach dem Weltklimagipfel.
Enttäuschte Gesichter nach dem Weltklimagipfel.
Bild: EPA

Die Reaktionen

Der Unmut nach dem Gipfel ist gross: «Eine Klimakonferenz für nichts. Trotz noch nie dagewesener Proteste und glasklarer wissenschaftlicher Erkenntnisse kommt die Staatengemeinschaft und mit ihr die Schweiz an der rekordlangen COP25 in Madrid nicht vom Fleck», schreibt Greenpeace in einer Mitteilung.

«Eine Klimakonferenz für nichts.»
Greenpeace

Bundesrätin Simonetta Sommaruga äussert sich auf Twitter: «Ich bin enttäuscht von den Ergebnissen»:

Luisa Neubauer, führende Aktivistin der Klimabewegung Fridays For Future, erklärte, die Regierungen seien damit gescheitert, ihre Ambitionen der Krisenrealität anzupassen. «Die COP25 lässt uns nach einem Jahr mit beispiellosen Klimaprotesten ohne signifikanten Fortschritt zurück.»

«Verantwortungslos, egoistisch, kurzsichtig.»
Brot für die Welt

Die Hilfsorganisation Brot für die Welt machte insbesondere den Industriestaaten schwere Vorwürfe. «Es ist extrem verantwortungslos, egoistisch und kurzsichtig, dass sie Finanzzusagen gegenüber den ärmsten Staaten für die Bewältigung von Klimaschäden verwehren», bilanzierte die Organisation.

Sven Harmeling von der Organisation Care fragte: «Wie laut muss noch demonstriert werden, wie viele Warnungen muss die Wissenschaft noch aussprechen, wie viele junge Leute müssen ihre ganze Energie dafür aufwenden.»

Um was ging es überhaupt?

Um Regeln für den internationalen Handel mit Klimaschutz-Gutschriften - er soll Industriestaaten ermöglichen, ihre Ziele fürs Einsparen von Treibhausgasen teilweise im Ausland zu erreichen, sprich: Sich Klimaschutz anderswo zu kaufen. Dazu gelang keine Einigung. Nicht nur die deutsche Bundesregierung hatte die Haltung vertreten: Hier lieber gar nichts machen, als es schlecht zu machen. «Der Angriff auf die Integrität des Pariser Abkommens ist abgewehrt worden», lobt auch Klimapolitik-Experte Christoph Bals von Germanwatch. Schlimmes verhindern kann manchmal fast wie Fortschritt wirken.

Wie immer ging es auch ums Geld. Hurrikans, Starkregen und Dürren haben auch in diesem Jahr vielen ärmeren Ländern wieder schwer zugesetzt. Viele von ihnen zeigten sich zum Abschluss schwer enttäuscht - Optimisten glauben aber, dass Schäden durch Extremwetter, die der Klimawandel verstärkt, in Folge der diesjährigen Beschlüsse in Zukunft eine deutlich grössere Rolle spielen können.

(amü/sda)

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