wechselnd bewölkt
DE | FR
7
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Islam
Ostschweiz

Muslimische Schülerin in St.Margrethen darf mit Kopftuch zur Schule gehen

IZRS-Generalsekretärin Ferah Ulucay, rechts, und weitere Prozessbeobachterinnen freuen sich über das Urteil.
IZRS-Generalsekretärin Ferah Ulucay, rechts, und weitere Prozessbeobachterinnen freuen sich über das Urteil.Bild: KEYSTONE
Gerichtsentscheid

Muslimische Schülerin in St.Margrethen darf mit Kopftuch zur Schule gehen

Das St.Galler Verwaltungsgericht hat eine Beschwerde der Familie einer Schülerin gegen ein Kopftuch-Verbot in der Schule gutgeheissen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 
12.11.2014, 15:4512.11.2014, 15:49

Der Wunsch des 13-jährigen Mädchens, während des Unterrichts das islamische Kopftuch (Hijab) zu tragen, sei durch die Glaubens- und Gewissensfreiheit geschützt, begründete das Gericht am Mittwoch sein Urteil. Ein Verbot erweise sich «zurzeit als unverhältnismässig».

Es sei nicht ersichtlich, dass das Tragen des islamischen Kopftuchs die Integration der Schülerin in ihrer Klasse beeinträchtigt habe, heisst es. Auch der geordnete Schulbetrieb sei nicht gestört worden.

Das Mädchen hatte als Sechstklässlerin im Sommer 2013 damit begonnen, mit Kopftuch zur Schule zu gehen. Darauf erliess die Schulgemeinde, gestützt auf eine Empfehlung des Erziehungsrats des Kantons St.Gallen, ein Kopfbedeckungsverbot. Die Familie erhob dagegen Beschwerde.

Religionsfreiheit

Ihre Anwältin argumentierte in der öffentlichen Verhandlung vom vergangenen Freitag mit der Religionsfreiheit. Die Schulordnung müsse übergeordnetes Recht – in diesem Fall die Bundes – und die Kantonsverfassung sowie die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) respektieren.

Mehr zum Thema

Der Vertreter der Schulgemeinde erklärte, das Verbot richte sich nicht nur gegen Kopftücher, sondern auch gegen andere Kopfbedeckungen wie Baseballmützen, die den Lernbetrieb störten. Der muslimischen Familie warf er eine «Verweigerungshaltung» vor, weil die Kinder auch nicht zum Schwimmunterricht und ins Skilager gingen.

Der Islamische Zentralrat der Schweiz (IZRS), der die Familie im Gerichtsverfahren unterstützt, nahm das Urteil mit Genugtuung zur Kenntnis. Das Gericht anerkenne, dass das Tragen eines Kopftuchs auch in der Schule für praktizierende muslimische Mädchen von grosser Bedeutung sei, teilte der IZRS mit. (whr/sda) 

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

7 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7