Israel
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epa04341983 Palestinians stroll along at the beach of Gaza City, 05 August 2014. Israel pulled its last soldiers out of the Gaza Strip on 05 August after four weeks of fighting, as a  72-hour truce took effect at 8 am (0500 GMT) aimed at giving the sides three days to negotiate a longer-term deal. The Israeli army said its ground troops had withdrawn to the Israeli side of the border, where they would remain on alert and respond to any attacks.  EPA/MOHAMMED SABER

Endlich wieder ein bisschen Normalität, Kinder spielen am Strand von Gaza. Bild: MOHAMMED SABER/EPA/KEYSTONE

«Zu früh für Resultate»

Israel und Palästinenser verhandeln über dauerhafte Feuerpause



In Kairo haben die indirekten Verhandlungen zwischen Israel und den radikalislamischen Gruppen Hamas und Islamischer Dschihad über eine dauerhafte Waffenruhe im Gazastreifen begonnen. Die rund 1,8 Millionen Einwohner des Gazastreifens erlebten die erste ruhige Nacht seit Beginn der israelischen Offensive am 8. Juli.

Mit Anbruch des Tages öffneten wieder Geschäfte und Märkte, Dutzende Fischer fuhren das erste Mal seit Wochen wieder aufs Meer hinaus. Am Dienstag hatte eine auf drei Tage befristete Feuerpause begonnen, während der in Kairo eine längerfristige Lösung gefunden werden soll.

Noch am Dienstagabend hatten sich hochrangige Mitarbeiter des ägyptischen Geheimdienstes mit der israelischen Delegation getroffen, wie ein Mitarbeiter der ägyptischen Regierung mitteilte. Einen Tag zuvor seien Gespräche mit den Abgesandten aus dem Gazastreifen geführt worden.

A truck loaded with humanitarian aid arrives in the Palestinian city of Rafah through the Kerem Shalom crossing between Israel and the southern Gaza Strip on August 6, 2014, while Israeli and Palestinian delegations prepare for crunch talks in Cairo to try to extend the 72-hour truce. The ceasefire, which came into effect on August 5, has brought relief to both sides after one month of fighting killed 1,875 Palestinians and 67 people on the Israeli side. AFP PHOTO / SAID KHATIB

Ein Lastwagen mit humanitärer Hilfe erreicht die Stadt Rafah.  Bild: AFP

Ägyptische Vermittler

«Es ist zu früh, um über Resultate zu sprechen, aber wir sind zuversichtlich», sagte der ägyptische Regierungsmitarbeiter. Beide Seiten verhandeln nicht direkt miteinander in einem Raum, sondern lassen ihre Positionen von ägyptischen Vermittlern überbringen.

«Die entscheidende Frage ist für uns die Entmilitarisierung», sagte der Sprecher von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Mark Regev, Reuters-TV. «Man muss die Hamas davon abhalten, sich wiederzubewaffnen.» Dies lehnt die Hamas entschieden ab. Umgekehrt sind die von den Islamisten bislang erhobenen Forderungen nach einem Ende der Blockade des Gazastreifens sowie die Freilassung inhaftierter Gefolgsleute für Israel inakzeptabel.

Israel möchte rasch humanitäre Hilfe für den Gazastreifen zulassen. Allerdings solle die Einfuhr des für den Wiederaufbau notwendigen Zements von Garantien der Palästinenser-Führung abhängig gemacht werden, dass dieser nicht für den Bau neuer Tunnel nach Israel genutzt wird.

epa04342934 Palestinian girls stand outside their makeshift tent at Al-Shifa hospital in Gaza City, 06 August 2014. More than a hundred families who fled from Al-Shejaiya and Al-Tufah neighbourhoods east of Gaza after their houses were destroyed found shelter at the parks of Al-Shifa hospital in Gaza City.  Israel pulled its last soldiers out of the Gaza Strip on 05 August after four weeks of fighting, as a temporary truce went into effect aimed at giving the sides three days to negotiate a longer-term deal. The Israeli army said its ground troops had withdrawn to the Israeli side of the border, where they would remain on alert and respond to any attacks.  EPA/MOHAMMED SABER

Sogar erste Marktstände stehen wieder in Gaza. Bild: MOHAMMED SABER/EPA/KEYSTONE

Das wichtigste Kriegsziel Israels war die Zerstörung des Systems von Angriffstunneln, von denen viele bis auf israelisches Territorium reichten. Ein palästinensischer Regierungsvertreter sagte, für September sei in Oslo eine Geber-Konferenz geplant, um Mittel für den Wiederaufbau des Gazastreifens einzuwerben.

Noch viele Tote unter den Trümmern

Im Gazastreifen verliessen viele Einwohner die UNO-Unterkünfte, um zu ihren stark zerstörten Wohnungen zurückzukehren und dort Habseligkeiten zu bergen. Durch die Strassen wehte Verwesungsgeruch, denn unter den Trümmern werden noch zahlreiche Tote vermutet. Im Süden Israels normalisierte sich die Lage. Nach dem Ende des fast ununterbrochenen Luftalarms strömten die Menschen erstmals seit langem wieder auf Strassen und Plätze, und Kinder spielten im Freien.

65'000 Menschen haben nach UNO-Angaben keine Bleibe mehr. 187'000 Menschen halten sich nach Angaben des Sprechers des UNO-Palästinenserhilfswerks UNRWA, Chris Gunnes, weiterhin in 90 UNO-Schutzräumen auf.

A Palestinian man salvages a child's bicycle from a destroyed home following an earlier Israeli air strike in Rafah in the southern Gaza Strip, on August 6, 2014, while Israeli and Palestinian delegations prepared for crunch talks in Cairo to try to extend the 72-hour truce. The ceasefire, which came into effect on August 5, has brought relief to both sides after one month of fighting killed 1,875 Palestinians and 67 people on the Israeli side. AFP PHOTO / SAID KHATIB

Trotz der Feuerpause: Die Zerstörung bleibt. Bild: AFP

Seit Beginn der israelischen Offensive vor einem Monat wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums 1875 Palästinenser getötet und 9567 weitere verletzt. Unter den Toten seien 430 Kinder, 243 Frauen und 79 ältere Menschen, teilte der Sprecher der Behörde, Aschraf al-Kidra, mit.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen könnte noch in dieser Woche über eine Resolution zum Gaza-Konflikt entscheiden. «Wir diskutieren gerade auf Fachebene über das Papier», sagte Grossbritanniens UNO-Botschafter Mark Lyall Grant, der den Rat in diesem Monat führt. (jas/sda/reu/dpa/afp)

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