Justiz
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Das gibt es nur in der Schweiz

Berner Gericht weist einen Italiener der dritten Generation aus

Der Mann ist in der Schweiz geboren, spricht perfekt schweizerdeutsch und ist mit einer Schweizerin verheiratet. Doch nachdem er über 20 Delikte begangen hat, muss er nun nach Italien zurückkehren.

Ein Italiener der dritten Generation muss nach Verbüssung einer mehrjährigen Freiheitsstrafe die Schweiz verlassen. Dieses ungewöhnliche Urteil hat das bernische Verwaltungsgericht gefällt. Der Mann sei «nicht willens oder fähig, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten», befanden die Richter mit Verweis auf die weit über 20 Delikte, darunter Raub, Diebstahl, Hausfriedensbruch, Waffen- und Drogenvergehen. 

In seiner Beschwerde hatte der Italiener der dritten Generation geltend gemacht, er sei hier geboren, spreche perfekt Mundart und sei mit einer Schweizerin verheiratet. In Italien habe er nur entfernte Verwandte, zu denen er keinen Kontakt mehr habe. Eine Wegweisung wäre unverhältnismässig, zumal er nie Menschenleben gefährdet habe.

In keinem anderen europäischen Land denkbar

Die Wegweisung eines Ausländers der dritten Generation komme sehr selten vor, sagte Alberto Achermann, Professor für Migrationsrecht an der Uni Bern, auf Anfrage. Der Fall ist nach seinen Worten für kaum ein anderes europäisches Land denkbar. 

Denn erstens gebe es anderswo kaum Ausländer der dritten Generation; diese «Terzeros» seien in anderen Ländern längst eingebürgert. Zweitens kenne die Schweiz ein besonders strenges Ausweisungsrecht. «Es gibt kaum ein Land in Europa, das Secondos ausweist», stellte Achermann fest. 

Das Verwaltungsgericht gibt dem inzwischen auf freien Fuss gesetzten Mann Zeit bis 15. Januar 2015, um die Schweiz zu verlassen. Einem Neustart in Italien stünden «keine unüberwindbaren Hindernisse» entgegen. Schliesslich sei der Mann gesund und der italienischen Sprache mächtig. Seiner Schweizer Ehefrau dürfe zugemutet werden, dass sie dem Mann folge, obwohl sie kaum Italienisch spreche. Zum Zeitpunkt der Heirat sei ihr ja bekannt gewesen, was ihr Mann alles auf dem Kerbholz habe. Allenfalls könne das Paar die Ehe «über die Landesgrenzen hinweg leben». (whr/sda)



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    Alle Leser-Kommentare
  • bitzeli 16.12.2014 10:10
    Highlight Highlight Bravo Schweiz! Jetzt noch die unzähligen überaggressiven "He man wotsch Problem mans" ausschaffen und wir haben endlich unsere Ruhe. Ich (50% Schweizer/50% Türke) und viele meiner Kollegen (teilweise auch ausländischer Abstammung) haben die Nase voll. Mit solchen Ausschaffungen gibt es wieder Platz für Ausländer die sich in der Schweiz zu benehmen wissen.
    17 3 Melden
  • Caprice 16.12.2014 08:21
    Highlight Highlight Tatsache ist, dass unser Ausländergesetz nicht erst seit gestern besteht. Der gute Mann hat seine Wegweisung ganz klar in Kauf genommen und obwohl dies aus diesem (oberflächlich recherchierten) Artikel nicht hervorgeht, ich nehme an, er wurde mehrfach seitens der Behörden verwarnt, das kam für ihn garantiert nicht aus heiterem Himmel. Die Rechtsprechung bezüglich Widerruf der NL und Wegweisung aus der Schweiz hat sich in den letzten Jahren massiv verschärft und dennoch sieht es das Gericht noch immer als verhältnismässig an. Das waren wohl kaum Töfflibuebe-Streichli...
    8 2 Melden
  • runner 16.12.2014 07:03
    Highlight Highlight Mein Respekt vor dieser Entscheidung.
    24 20 Melden
  • sevenmills 16.12.2014 00:29
    Highlight Highlight Einmal mehr schäme ich mich, Schweizer zu sein.
    32 41 Melden
    • jdd 16.12.2014 08:16
      Highlight Highlight Oh wunderbar. Geben Sie doch den Pass ab ;-)
      12 3 Melden
  • Stephan Locher 15.12.2014 22:46
    Highlight Highlight "nie Menschenleben gefährdet" und dann steht da etwas von Raub und Waffenvergehen...

    Das scheint mir ein Widerspruch zu sein.

    Auch die Hintergründe weshalb der Mann denn noch keinen Schweizerpass hat fände ich interessanter als die, "Black malerische"-Schlagzeile.
    22 4 Melden
  • Michel Krummenacher 15.12.2014 22:10
    Highlight Highlight "Der Fall ist nach seinen Worten für kaum ein anderes europäisches Land denkbar"..... dann wird es zeit darüber nachzudenken, einfach nur top, weiter so, einen nach dem anderen....
    20 13 Melden
  • Angelo Zehr 15.12.2014 22:07
    Highlight Highlight Das "zurück"kehren im Lead ist irgendwie irreführend.
    11 2 Melden
  • _5am_ 15.12.2014 21:05
    Highlight Highlight Dieser Herr hätte sich früher über die Konsequenzen seines Handelns überlegen sollen. Wenn das tatsächlich wahr ist, dass es so viele Straftaten begangen hat, ist diese Strafe nur gerechtfertigt. Wer Wind sät, wird Sturm ernten!
    45 26 Melden
  • jdd 15.12.2014 20:05
    Highlight Highlight Es gab auch schon Zeiten, in denen Urschweizer das Land wegen Brandstiftung verlassen mussten... Wer soviel auf dem Kerbholz hat, der will sich offenbar nicht in die hiesige Gesellschaft einpassen und soll woanders glücklich werden.
    41 29 Melden
    • René Kernen 15.12.2014 21:24
      Highlight Highlight vielleicht trägt die hiesige Gesellschaft ja eine Mitschuld!
      30 43 Melden
    • jdd 15.12.2014 22:36
      Highlight Highlight @ René Kernen
      Inwiefern eine Mitschuld? Ich bin der Meinung, jede Person ist für sein Handeln alleine Verantwortlich. Auch eine schwierige Kindheit oder ein Schicksalsschlag entschuldigt keine Straftat. Inwiefern soll also die Gesellschaft eine Mitschuld tragen?
      17 4 Melden
    • Martin Wespe 15.12.2014 22:46
      Highlight Highlight @kernen: ja is klar ne?!
      12 5 Melden
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  • jamaika 15.12.2014 18:31
    Highlight Highlight Richtig.....weiter so ! Wer nicht will hat gehabt !!!
    62 65 Melden
    • Toto 15.12.2014 23:28
      Highlight Highlight In den USA wäre dieser "herr" schon nach der 2. oder 3. Straftat ausgewiesen worden, ohne wenn und aber !!!
      15 6 Melden
    • TJ Müller 16.12.2014 10:50
      Highlight Highlight In den USA werden auch Schwarze auf offener Strasse erschossen. Sind dies anzustrebende Zustände?
      7 3 Melden
  • Roberto Binswanger 15.12.2014 18:02
    Highlight Highlight Zurück nach Bella Italien, das ist nun wirklich keine Strafe, dort lebt es sich mindestens so gut wie in der Schweiz.
    36 47 Melden
  • quintessenz 15.12.2014 17:27
    Highlight Highlight Die Überschrift das passiert nur in der Schweiz ist nicht nur "Blick-Like", nein, sie ist auch falsch. Die Ausschaffung ist rechtens und richtig. Oder ihr habt nicht ernsthaft das Gefühl, dass es möglich ist, dass in der Schweiz akutell kriminelle Ausländer überhart bestraft werden?
    61 46 Melden
    • LFDS 15.12.2014 17:55
      Highlight Highlight Bestrafen ja, dafür gibts Gesetzte. Aber ausweisen? Der Mann ist kein Italiener, der ist ein Schweizer. Pass hin oder her.
      63 50 Melden
    • Bowell 15.12.2014 20:34
      Highlight Highlight Der Herr ist Italiener. Wer es nach drei Generationen nicht geschafft hat sich einzubürgern zu lassen, will den Schweizer Pass nicht.
      35 28 Melden
  • SCBDude 15.12.2014 17:13
    Highlight Highlight Bei so vielen Delikten scheint kein Wille zur Integration da zu sein. Richtige Entscheidung finde ich.
    62 51 Melden
    • Big_Berny 15.12.2014 18:27
      Highlight Highlight Die Frage ist, ob es sich hier um ein Integrationsproblem handelt. Er ist einfach kriminell, das hat ja nichts mit Italiener oder Schweizer zu tun. Seine Vergehen wären wohl auch in Italien bestraft worden.
      69 7 Melden
    • TJ Müller 15.12.2014 18:48
      Highlight Highlight Kein Wille zur Integration? Es ist ein Schweizer. Er wurde hier sozialisiert und er wurde hier kriminell. Also ist das ein Problem der Schweiz, nicht Italiens. Das hat doch nichts mit Integration zu tun. Oder ist seit neuem auch jeder kriminelle Schweizer nicht integriert? Sorry, dass ist ein rein Schweizerisches Problem, da hat die Nationalität überhaupt keinen Einfluss. Aber man kann als Staat natürlich auch einfach die selbst erzeugten Kriminellen einfach in andere Länder abschieben, die gar nix für die betreffende Person können. Bravo...
      98 25 Melden
    • _5am_ 15.12.2014 21:08
      Highlight Highlight @TJ Müller da gibt es nichts über Recht oder Unrecht zu diskutieren. Es ist nun mal die Regel und wer sich nicht an die Regeln hält, der muss mit den Konsequenzen rechnen. Dieser Herr hätte sich demnach früher überlegen sollen was er da tut.
      Wenn das Gesetz es so will, dann ist es so. Basta!
      20 28 Melden
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