DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Fast 200 Festnahmen: Protest auf Malediven niedergeschlagen



Bei Massenprotesten auf den Malediven gegen die Verurteilung des früheren Präsidenten Mohamed Nasheed sind fast 200 Demonstranten festgenommen worden. Die Einsatzkräfte gingen mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die Menge vor, wie Augenzeugen am Samstag berichteten.

Die Polizei sprach von 193 Festnahmen. Nasheeds Partei MDP warf den Einsatzkräften vor, die friedlichen Proteste am Freitagabend brutal niedergeschlagen zu haben. «Alle Anführer der Opposition wurden in Gewahrsam genommen», sagte Parteisprecherin Shauna Aminath.

Policemen face opposition supporters during a protest demanding Maldives President Yameen Abdul Gayoom resign and jailed ex-president Mohamed Nasheed be freed, in Male', Maldives, Friday, May 1, 2015. The thousands of protesters marching in one of the biggest marches in Male accused Gayoom of jailing Nasheed and others who he sees as political threats. (AP Photo/Sinan Hussain)

Der Polizei wird ein zu brutales Vorgehen vorgeworfen. Bild: Sinan Hussain/AP/KEYSTONE

Friedlicher Protest oder Putschversuch?

Die Behörden verteidigten das Vorgehen der Sicherheitskräfte. In einer Erklärung der Regierung hiess es, die Organisatoren der Demonstration hätten dazu aufgerufen, «die Regierung zu stürzen und die Polizei zu attackieren».

An den grössten Protesten seit der Verurteilung Nasheeds zu 13 Jahren Gefängnis im März beteiligten sich nach Angaben der MDP 25'000 Menschen.

Die UNO hält die Verurteilung für «willkürlich und unangemessen»

Ein Gericht hatte den früheren Staatschef für schuldig befunden, in seiner Amtszeit im Januar 2012 die Verhaftung des Vorsitzenden des Strafgerichtshofs der Malediven wegen Korruption veranlasst zu haben. Das UNO-Menschenrechtskommissariat kritisierte das Verfahren gegen Nasheed am Freitag als «unfair». Die Verurteilung sei «willkürlich und unangemessen» gewesen.

Maldives former President and current opposition leader Mohamed Nasheed, in white, tussles with policemen who stopped him from speaking to journalists as he is brought to be produced before a court in Male, Maldives, Monday, Feb. 23, 2015. Authorities arrested Nasheed on Sunday, ordering him to stand trial for his 2012 decision to arrest a senior judge. (AP Photo/Sinan Hussain)

Der ehemalige Präsident (goldene Krawatte, weisses Hemd) Mohamed Nasheed wird von Polizeikräften daran gehindert, mit Journalisten zu sprechen. Bild: Sinan Hussain/AP/KEYSTONE

Der ehemalige politische Häftling Nasheed war im Jahr 2008 als erster demokratisch gewählter Präsident an die Spitze des bei wohlhabenden Touristen aus aller Welt beliebten Inselstaats gelangt. Vier Jahre später trat er nach einer Meuterei der Polizei und Protesten gegen die Festnahme des Vorsitzenden des Strafgerichtshofs zurück.

Bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 2013 galt Nasheed als aussichtsreichster Bewerber, wurde aber im zweiten Durchgang von Abdulla Yameen geschlagen. Dieser ist der Halbbruder von Maumoon Abdul Gayoom, der drei Jahrzehnte lang über den Archipel im Indischen Ozean mit seinen 400'000 Einwohnern herrschte. (lhr/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Kanton Zürich und das Demo-Verbot: Druck auf Mario Fehr und Co. steigt

In Zürich ist wieder ein Streit über Demo-Verbote aufgekommen. Linke werfen dem Kanton Verfassungsbruch vor. Sogar die SVP ärgert sich über Einschränkungen.

Man könnte meinen, es gehe nur um Linkslinke gegen den Rest. Beim Streit zwischen der Stadt Zürich mit seinem Kanton geht es aber mehr: um Grundrechte und die Frage, wer sie wie weit einschränken darf. Und vor allem warum.

Alles nahm seinen Lauf am vergangenen Wochenende.

Wir erinnern uns: In der Stadt Zürich riefen Frauen, intergeschlechtliche, trans, non-binäre und queere Menschen (kurz Flint) zu Kundgebungen auf. Anlass war der bevorstehende 8. März, der als feministischer Kampftag Jahr …

Artikel lesen
Link zum Artikel