Kinder
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Bolivianische Kinder in der Minenstadt Potosi (Bild). Rund 250 Millionen Kinder im Alter von fuenf bis vierzehn Jahren werden weltweit als Arbeitskraefte ausgebeutet. Die Zahl ist damit fast doppelt so hoch wie bisher geschaetzt. So lautet das Ergebnis der juengsten Studie des Internationalen Arbeitsamtes (ILO), die am Montag in Genf veroeffentlich wurde. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Bolivianische Kinder in der Minenstadt Potosi. Bild: KEYSTONE

Kampf gegen die Armut

Boliviens Parlament erlaubt Kinderarbeit ab zehn Jahren



Das bolivianische Parlament hat Kinderarbeit ab einem Alter von zehn Jahren offiziell genehmigt. Nach dem neuen Gesetz müssen Unternehmen lediglich die körperliche und geistige Gesundheit ihrer jungen Arbeitskräfte garantieren und deren Ausbeutung verhindern. 

«Die Regelung soll dabei helfen, das Land bis zum Jahr 2025 von extremer Armut zu befreien.»

Javier Zavaleta, Abgeordneter

Zwar liegt das offizielle Mindestalter bei 14 Jahren, allerdings ist im Ausnahmefall auch die Beschäftigung von Zwölfjährigen erlaubt. Verdingen sich Minderjährige ohne Dienstherrn, dürfen sie dies gemäss dem Parlamentsbeschluss vom Mittwoch (Ortszeit) künftig schon ab zehn Jahren tun. 

Unter der bisherigen Regelung waren keine Ausnahmen vom Mindestalter ab 14 Jahren erlaubt. Kritiker nannten dies realitätsfern, da viele Kinder in Bolivien aus finanzieller Not heraus schon früh arbeiten müssten

Die Neuregelung solle nun dabei helfen, das Land bis zum Jahr 2025 von extremer Armut zu befreien, sagte der Abgeordnete Javier Zavaleta der Nachrichtenagentur AFP. Bestenfalls werde Kinderarbeit schon ab 2020 nicht mehr nötig sein. 

Feliberto Aguilar Cisco, 9 walks past hundreds of bricks drying in the sun in the brickmaker neighborhood of Cerro Blanco in the city of Cochabamba, Bolivia on Wednesday, September 3, 2003. Earning 32 Bolivianos (nearly US$4) for 1000 bricks, or a full day's work, parents of some 1000 families often require their children to help with the task. Due to a 10 hour average work shift, the children often end up leaving school. (KEYSTONE/AP Photo/Dado Galdieri)

Ein 9-Jähriger hilft in Cochabamba seinen Eltern, Ziegelsteine zu produzieren (Bild von 2003). Bild: AP

Jetzt fehlt noch das Okay von Präsident Morales

Bolivia's President Evo Morales is seen before his participation in a conference in El Salvador University at a university auditorium, in San Salvador, June 1, 2014. Morales arrived on May 31 to attend the presidential inauguration of Salvador Sanchez Ceren on June 1. REUTERS/Jessica Orellana (EL SALVADOR - Tags: POLITICS)

Auch er fing früh an: Boliviens Präsident Evo Morales. Bild: STRINGER/EL SALVADOR/REUTERS

Das neue Gesetz muss nur noch von Präsidenten Evo Morales in Kraft gesetzt werden, der sich in der Vergangenheit als Fürsprecher von Kinderarbeit unter 14 Jahren positioniert hatte. Der Staatschef war in seiner Kindheit selbst als Hilfskraft in einer Bäckerei beschäftigt und verdingte sich bei der Herstellung von Bauziegeln. 

Mit fünf Jahren begleitete er seinen Vater zur Zuckerernte nach Argentinien, als Teenager spielte Morales Trompete auf der Strasse und verdiente sich so etwas dazu. 

Bolivien ist das ärmste Land Südamerikas. In dem Andenstaat gehen offiziellen Angaben zufolge 850'000 Kinder zum Arbeiten anstatt zur Schule. Weltweit trifft das laut Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) auf 168 Millionen Minderjährige zu. (sda/afp) 

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