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Kommentar

Gute Sache? Warum solche Solidaritäts-Aktionen in Köln eine Katastrophe sind



Asylbewerber in Köln solidarisieren sich mit den Opfern der Übergriffe der Silvesternacht und entschuldigen sich für ihre Landsleute/Glaubensgenossen. Gute Sache, oder?

epa05098415 Refugees from Egypt and Morocco hold up a banner in which they apologise for the New Year's Eve assaults, in front of the central railway station in Cologne, Germany, 12 January 2016. Groups of men that had engaged out of a crowd including some 1000 men had surrounded, sexually assaulted and mugged mainly women in the area surrounding Cologne's central railway station on New Year's Eve. A total of 553 police complaints - 45 per cent of them related to sexual violence - have been filed in Cologne, prompting politicians to call for increased security, the expulsion of criminal asylum seekers and the reduction of migrant flows going forward.  EPA/OLIVER BERG

Ägyptische und marokkanische Asylbewerber vor dem Kölner Dom entschuldigen sich für die Übergriffe in der Silvesternacht (12.01.2016).
Bild: EPA/DPA

Mohamad of Lebanon, left, and Nabil of Morocco are holding a banner in front of the Cologne cathedral to apologize for other migrants' crime Tuesday, Jan. 12, 2016, in Cologne, Germany. The sign reads

Ein libanesischer und ein marokkansicher Asylbewerber vor dem Kölner Dom entschuldigen sich für die Übergriffe in der Silvesternacht (12.01.2016).
Bild: AP/KEYSTONE

Wie kommen Menschen dazu, sich für ein Verbrechen zu entschuldigen, das sie nicht begangen haben und mit dem sie nichts zu tun haben? Eine mögliche Antwort gaben tags zuvor syrische Asylbewerber, die an der Universität Köln Flugblätter verteilten. Darin heisst es unter anderem:

«Wir bedauern, dass die Aktionen der Silvesternacht unsere Gruppe, die Gruppe der Syrer, die Gruppe der Flüchtlinge, wie auch viele andere arabische und nordafrikanische Menschen und Kulturen in Verruf gebracht haben.»

Gruppe «Syrische Männer für Fairness»
quelle: kölner stadt-anzeiger

Aber wie kommen diese Männer darauf, dass der Mob vor dem Kölner Hauptbahnhof durch sein Verhalten alle möglichen Syrer, Asylbewerber, Araber sowie Nordafrikaner in Verruf gebracht hat?

Vielleicht aufgrund solcher Reaktionen:

epa05097580 Demonstrators hold up a sign that reads 'Rapefugees not welcome' during a Legida rally in Leipzig, Germany, 11 January 2016. The organisers of the Patriotic Europeans Against the Islamisation of the Occident movement (Pegida) have moved their Monday rally from Dresden to Leipzig due to the anniversary of its m ore radical local offshoot, Legida.  EPA/JAN WOITAS  EPA/JAN WOITAS

Legida-Demonstration in Leipzig (11.01.2016).
Bild: EPA/DPA

Vielleicht. Noch gesellschaftsfähiger als Pegida ist die oft gehörte Forderung, irgendwer solle sich von irgendwas distanzieren: Warum distanzieren sich nicht mehr Muslime vom «IS»? Oder von den Terroranschlägen in Paris? Oder eben aktuell: Von diesem Kölner Mob?

Jemanden dazu zu nötigen, sich von etwas zu distanzieren, ist unglaublich perfid. Denn der Betroffene kann dabei nur verlieren:

Die Forderung nach Distanzierung ist dabei auch ziemlich willkürlich:

Das Wort suggeriert Nähe, denn wo keine Nähe besteht, gibt es auch keinen Anlass zur Distanzierung. Im Fall Köln besteht diese Nähe, die Verbrecher und unbescholtene Asylbewerber miteinander assoziiert, offenbar aus der Religion. Es kann davon ausgegangen werden, dass alle Täter muslimischen Glaubens sind. Hierzu einige Fragen aus Sicht eines syrischen Ayslbewerbers:

Meine Empfehlung: Lassen wir das mit dem Fordern und dem Distanzieren. Es ist für alle Beteiligten einfacher.

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