Miss Donut, Miss Würstli ... und andere bizarre Beauty Queens von anno dazumal
Das Konzept klassischer Schönheitswettbewerbe darf heute getrost als obsolet betrachtet werden – zumindest in seiner ursprünglichen Form, bei der ausschliesslich die körperlichen Vorzüge der Teilnehmerinnen beurteilt und bewertet wurden.
Doch unter den Miss-Wahlen von einst finden sich etliche weniger bekannte Beauty-Wettbewerbe mit seltsam spezifischem Produktbezug. Hier wurde weibliche Schönheit Hand in Hand mit allerlei Agrar- und Konsumgütern zelebriert. Da gab es Donut-Missen, Kartoffelköniginnen – hey, sogar eine «Miss Atomic Bomb».
Scroll dich also durch diese bizarren Bilder der Beauty Queens der Konsumgesellschaft und sei, wie wir, ebenso erstaunt wie begeistert über ihre herrlich schräge Pracht! Los geht's ... mit:
«Miss Idaho Potato», 1935
«Queen of Oranges», Pomona, Kalifornien, 1930
«Queen of the Lemons», Orange County, Kalifornien, 1920
«Königin der Strassenverkehrsordnung», Frankfurt, 1965
«Miss Atomic Bomb», Las Vegas, 1957
«Miss Sausage Queen», New York, 1955
Würstli-Königin? Ja, halt! Welche Art von Wurst bitte sehr?
Nun, alleine in New York gab es über die Jahre verschiedene. Etwa:
«Frankfurter Queen», 1952
Oder:
«Queen of the Salami», 1951
Hier eine weitere Frankfurterli-Miss:
«Frankfurter Queen», 1956
In New York gab es aber nicht nur Würstli-Missen. Ausserdem im Angebot:
«Miss Magic Marker 1954»
«Queen of Candy», 1964
«Queen of Cuisine», 1964
Diesseits des Atlantiks:
«Miss Radio Queen», London, 1939
«Miss Correct Posture», Chicago, 1956
Falls ihr euch fragt: Die «Miss Korrekte Körperhaltung» wurde im Rahmen eines Chiropraktiker-Kongresses gekürt. Die Gewinnerinnen wurden aufgrund der Schönheit ihrer Röntgenbilder und ihrer Körperhaltung im Stehen ausgewählt.
Und NUN:
«Donut Queen», New York, 1948
«1951 Donut Queen»
«1957 Donut Queen»
Oh ja. Die Wahl der Donut-Königin war jahrelang ein Riesending im Rahmen von etwas, das sich «Annual National Donut Week» nannte (und letztendlich eine Fachmesse für die Backwarenbranche war).
Themenwechsel – mit der Antwort auf die Frage, «Was tun, wenn dir ständig gesagt wird, dass Schönheitswettbewerbe das allerbeste Werbemittel sind, … du aber Windeln verkaufst?» Tadaaaa:
«Miss Diaper Queen», Chicago, 1947
«National Pork Queen», Princeton, Illinois,1961
«Miss Nebraska Stockgrower 1968», Bassett, Nebraska
Schweinefleisch, Rindfleisch … wieso nicht gleich so:
«Miss Food Industry», New York, 1951
Erkannt? Jap, das ist Bettie Page, das wohl berühmteste Pinup-Model ihrer Zeit, die mit ihren ikonischen BDSM-inspirierten Fotoserien weltberühmt wurde. Anno 1951 war sie Werbeträgerin für den Dachverband der US-Lebensmittelindustrie.
Diverse spätere Showbiz-Stars wurden als Promo-Missen verpflichtet. Sophia Loren, zum Beispiel, war mal «Miss Stahlschweisserin»:
«Miss Weldor» [sic!], Rom, 1954
Der Titel wurde von 1951 bis 1954 vom amerikanischen National Eutectic Welders Club verliehen, wobei die Gewinnerin als «die junge Dame, mit der wir am liebsten schweissen würden» gekürt wurde. Nebst Marketing war das Ziel auch, dass sich mehr Frauen für eine Tätigkeit im Handwerk und in der Industrie interessierten.
Und hier ist Sportschwimmerin und Hollywoodstar Esther Williams im Musical «Easy to Love» als ...
... «Queen of Florida Citrus», Winter Haven, Florida, 1953.
«Miss Blueberry 1957», Hammonton, New Jersey
«Miss National Catfish Queen», New York, 1954
Derweil, in Frankreich …
… na, was wohl?
«Miss Vin 1957», Paris
Ebenfalls in Frankreich gab es ab und an Schönheitswettbewerbe, die sich ausschliesslich auf ein einzelnes, spezifisches Körpermerkmal bezogen:
«Miss Beautiful Eyes», Paris, 1930
Oder:
«Miss Beautiful Legs», Paris, 1950
Artverwandt, ... aber etwas anders: In Grossbritannien gab es in Ferienresorts die Tradition, Schönheitswettbewerbe zu veranstalten, bei denen «die knubbeligsten Knie des Sommers» gekürt wurden. Hier durften für einmal die Herren der Schöpfung glänzen.
«Knobbliest Knees of 1947 Pageant», Skegness, England
