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Emma Amour

«Langsam gerate ich, Single, in Panik und vermisse den Sex…»

27.05.2019, 09:5728.05.2019, 06:18
Liebe Emma

Ich, weiblich, bin 32 Jahre alt und lebe in Zürich. Abgesehen von zwei kurzen Beziehungen bin ich seit immer Single. Ob mir das was ausmacht? Ich kann es nicht sagen. Denn ich habe auch keine Dates. Nicht, dass ich das nicht möchte, aber ich lerne keine Männer kennen.

In meinem Freundeskreis sind alle vergeben und haben teilweise bereits Kinder, ergo sie gehen nicht mehr aus. Ich selber studiere und arbeite nebenher, bin also sehr busy und bewege mich stets in den gleichen Kreisen, wo es auch nichts zu holen gibt.

Im Alltag guckt mich zürich-mässig niemand an. Teilweise bin ich auch ein wenig schüchtern. Dazu kommt, dass ich zwar nicht schlecht aussehe, aber sehr gross bin, was einschüchternd wirken kann (sagt man so).

Tinder ist abgegrast, entweder hatte ich die schon, oder halt eben, naja du kennst es ja... ich hatte jedoch auch ein paar super Begegnungen, bei denen alles gepasst hatte, sie sich jedoch lieber alle Türen offen halten wollten.

Das Ding ist, ich weiss nicht mal, ob ich eine Beziehung möchte, aber wenn von Anfang an klar ist, dass eh nicht mehr läuft, dann reizt es mich auch nicht mehr.

Langsam gerate ich ein wenig in Panik: es geht dabei nicht um Kinder. Aber die Zeit vergeht unheimlich schnell und ich denke, dass in ein paar Jahren das casual-dating gar nicht mehr möglich ist.

Und manchmal vermisse ich auch einfach den Sex.

Was mache ich falsch?

Liebe Grüsse,
Deby

Hallo Deby,

oder hoi Schwester, Leidensgenossin, Gleichgesinnte. Schliesslich weiss ich, nein, wir Singles wissen alle sehr genau, wovon du sprichst, wenn du sagst, dass du einfach niemanden kennenlernst. Und auch nicht weisst, wo und wie das gehen soll.

Wir Tinderer waren wohl auch alle schon da, wo uns die App keine neuen Kandidaten/Kandidatinnen aufzeigen konnte und wir uns entmutigt fragten, ob das jetzt wirklich schon alles war, das sich da tummelt.

Dann das mit dem Freundeskreis, dem Radius, in dem man sich bewegt und das fiese Zürich, wo nicht geflirtet wird. Alles schon x-fach gehört, meine Liebe. Und: Auch ich selber habe mich schon x-fach über genau diese Punkte ausgelassen.

Dennoch bin ich aber dafür, dass wir ausbrechen. Um Veränderungen zu erwirken, müssen wir aktiv werden. Ich habe mir vorgenommen, jede Woche mindestens in ein Restaurant, in ein Café oder in eine Bar zu gehen, die ich noch nicht kenne. Das kann etwas um die Ecke sein oder ein Ort, der in einem anderen Quartier liegt.

Und siehe da: Das Erkunden neuer Plätze in der eigenen Stadt macht mir riesig Spass. Es geht mir dabei gar nicht primär darum, Männer kennenzulernen. Und doch bin ich noch nie so oft ins Gespräch mit coolen Jungs gekommen wie aktuell.

Ich vermute, dass es daran liegt, dass ich mich ein bisschen wie eine Touristin in der eigenen Heimat fühle. Dieses Ferien-Feeling verleiht mir eine Leichtigkeit, die es ganz offensichtlich sowohl mir als auch Männern einfach macht, in Kontakt zu kommen.

Ob und was dann wirklich daraus wird, ist hier gar nicht so wichtig, finde ich. Ich weiss natürlich sehr wohl, wovon du sprichst, wenn du sagst, dass sich die Männer alle Türen offen halten wollen. Diese Spezies ist wirklich sehr breit vertreten hier.

Trotzdem: Selbst der allergrösste Tausendsassa ist machtlos, wenn er sich wirklich ganz ernsthaft verliebt. Ich bin sehr überzeugt davon, dass es in diesem Fall kein Chrampf ist, andere Optionen loszulassen, um sich auf nur jemanden einzulassen. Das aber ist Schicksal. Zum Glück.

Was ich sagen will: Lass los, lebe, geh aus, schau dich um, schau hin, hab Spass, versuche Augenkontakt zu halten und experimentiere ein bisschen mit der Männerwelt.

Und wenn dann irgendwoher der eine kommt, das kann wirklich schon morgen in der Warteschlange deines Lieblingssupermarktes sein, und du dich verliebst, wirst du dich gar nicht mehr fragen müssen, ob du eine Beziehung willst. Es wird einfach passieren. Und es wird super sein.

Freu dich drauf. Bis dahin aber mach aus diesem Single-Zirkus da draussen deine ganz eigene Manege, in der du die prima Ballerina bist (und möglichst viel guten Sex hast).

Viel Glück,

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Emma Amour ist ...
... Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deinen Fragen annimmt. Und keine Sorge, so wie auch Emma, wirst auch du mit deiner Frage anonym bleiben. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.bild: watson
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159 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Toothless
27.05.2019 10:57registriert Februar 2017
Wow, ich musste mich gerade fragen, ob ich irgendwann im Halbschlaf aka Vollsuff mal diese Frage verfasst habe und es nicht mehr weiss, denn sie könnte wirklich 1 zu 1 von mir sein! Ich fühle soso fest mit dir!!
Emmas Tipps finde ich gut aber für uns Schüchterne leider auch eine Herkules Aufgabe.. ich weiss schon, über den Schatten springen, Schweinehund, yadda, yadda, yadda!
Jänu, all the best und fühl dich im Geiste gehigh-fived!
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Blaumeisli
27.05.2019 10:33registriert Januar 2019
Ach Deby, ich verstehe dich. Bin gleich alt wie du, nie wirklich ernsthafte Beziehungen gehabt, und wenn ich mich nicht frage, was mit mir falsch ist, tun es die anderen. Während andere in gefühlten Sekunden neue Partner finden, kommt es mir vor, als würden die Jungs in mir höchstens die gute Kollegin sehen. Und dann sehe ich oben Erwähnte, die nach 100 Partnern immer noch nicht den Richtigen gefunden haben, oder andere, dessen Traum der Familie bei der Scheidung geplatzt ist. Irgendwie sind die auch nicht weiter als wir. Mein Rat: Dein Glück muss nicht von anderen abhängen. Mir hilfts...
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front2back
27.05.2019 12:46registriert März 2017
Bitzli ironisch, dass du leicht herablassend über die weit verbreitete Spezies der "sich-optionen-offenhalter" sprichst, selber aber auch irgendwie dazugehörst.
Noch ein Tipp an die Single Frau(en): oft hat es mit der Einstellung zu tun. Auch wenn man uns Männer nachsagt, dass wir nicht die enpfindsamsten Geschöpfe sind, wir spüren diese Unsicherheit bzw. die Verzweiflung... das kann abtörnend wirken.
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