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bild: shutterstock
Emma Amour

Me, myself & I in der Fieber-Hölle

Es beginnt mit ein bisschen Pfnüsel, einem Hüsteln und leichten Schluckschmerzen. Es endet mit Fieber und Bronchitis im Bett. Alleine. Beziehungsweise alleine mit vielen Bösewichten.
25.11.2021, 10:19

Zwei gute Dinge vornweg:

1. Ich habe kein Corona. Obwohl selbst das weniger schlimm wäre, zumal ich doppelt geimpft bin.

2. Fieber-Träume sind kein Gerücht. Es gibt sie wirklich. Und sie sind, zumindest in meinem Fall, eine Mischung aus wahnsinnig absurd, beängstigend und geil.

Spulen wir etwas zurück. Neulich wache ich nachts auf. Hab leichte Schluckschmerzen. Null schlimm. Am nächsten Tag hüstle ich und die Nase läuft. Easy, denke ich. Ist ja Virenzeit. Mal locker bleiben. Gelingt mir gut. Bis ich keine 24 Stunden nach den ersten Symptomen dem Tod quasi direkt in die Augen schaue.

Ich röchle. Und habe Hustenanfälle, bei denen ich sehr happy bin, dass ich alleine wohne. Der Hals fühlt sich an, als würden hier 50 Messerspitzen einen wilden Rave feiern. Und der Kopf süttig heiss. Schmerzend. Pochend. Der Fiebermesser zeigt 39,3 Grad.

Scheisse.

Doch Corona? Ein PCR-Test gibt Entwarnung: kein Corona! Also zurück nach Hause ins Bett. Ganz alleine. Keiner, der Hühnersuppe kocht, keiner, der mein Kissen aufschüttet, niemand, der mir über den Kopf streichelt.

Ausser Mama natürlich. Die steht mit einem Topf Hühnersuppe, einem Blumenstrauss und einem Säckli voller Medis aus der Apotheke auf der Matte. Sie kocht mir Tee, küsst mich auf den Kopf und will Essigsocken machen.

Es wäre schön, wenn es meine Mama als Mann geben würde. Hier und heute würde ich ihn heiraten.

Traum oder Albtraum?

Papa Bruno ist auch Zucker. Er lässt mich per Whatsapp wissen, dass er mir 100 Stutz überwiesen hat. Ich soll mir geiles Essen nach Hause liefern lassen.

Ein Mann, der wie Bruno ist, wäre auch gutes Heiratsmaterial. Das sehe ich mit Fieber noch sehr viel mehr so als ohne. Wobei, auch ohne Fieber und ohne Papa-Komplex: Bruno ist der Beste. Ich hätte sehr gerne einen Bruno für meine Kartoffeln und mich.

Kurze Zeit später bin ich wieder alleine mit meinem Elend. Muss husch an Suff-SMS-Sandro denken. Der würde mir jetzt hier wahrscheinlich das Universum der Viren erklären und wie die auf unsere Organismen wirken. Mich macht der Gedanke schon sehr müde.

Anderseits könnte ich meine kalten Füsse an seinem warmen Bauch wärmen. Und er könnte mir ein Bad einlassen, bevor er irgendeine Serie mit mir bingen würde. Von der ich aber nichts mitkriegen würde, weil er beim TV-Schauen nonstop schwatzt.

Doch, doch, es ist wirklich voll okay und gut und richtig und alles, dass er nun mit Schontall zusammen ist.

Mo-mol. Würkli.

Au, mein Kopf.

Au, mein Hals.

AU, MEIN HERZ!

Irgendwann schlafe ich zu irgendeiner Netflix-Schnulze ein. Und erlebe zum ersten Mal Fieberträume. Glaube ich zumindest. Anders kann ich mir folgende drei Träume in zwei Stunden Mittagsschlaf nicht erklären:

1. Ich bin mit einer uralten Freundin an einer krassen Party. Illegal natürlich. Mega Beats, mega Babes, mega Bass. Überall so Eisengeländer, sehr hohe Hallen. Viel nackte Haut. Alles voll geil. Dann kippt die Stimmung: Sehr viele Männer, alle in silbrigen Overalls (WTF) stürmen die Hallen. Wir müssen abhauen. Meine Freundin und ich verstecken uns in der Garderobe – und werden von den bösen Männern gefunden. Es ist nicht gut. Sie sind offenbar wirklich sehr böse. Den einen aber finde ich dennoch sehr hot. Also mache ich ihn an. Er bleibt eisern. Was mich noch mehr anturnt (WTF2). Ich will unbedingt mit ihm rummachen – und wache Gott sei Dank auf.

2. Wie es dazu kommt, weiss ich nicht, aber es gibt mich nur noch zur Hälfte. Meine linke Körperhälfte, inklusive Kopf, ist weg. Ich kann nur noch hüpfend durchs Leben gehen. Ich empfinde es als easy, werde aber überall von allen Menschen angestarrt. Mehr noch: Die Zeitungen und TV-Stationen berichten von mir. Ich bin plötzlich im In- und Ausland eine Sensation. Ein japanischer Tüftler baut dann für mich meine zweite Hälfte als Prothese. Weirdo as Fuck. Echt jetzt. Ich wach auf. Und bin froh, dass ich all meine Glieder habe.

3. Ich habe einen Freund. Er sieht aus wie Suff-SMS-Sandro. Er redet wie Suff-SMS-Sandro. Er riecht wie Suff-SMS-Sandro. Es ist aber nicht Suff-SMS-Sandro.

Meine grippaler Infekt dauert noch weitere fünf Tage. Ich habe «Catching Killers» geguckt, «Bridget Jones»* und «Sex Education**.

* Ich komme einmal mehr nicht darüber hinweg, dass der dritte Teil so scheisse ist.

** Überlege mir nun eine Zweitkarriere als Sexualtherapeutin.

Nach einer Woche im Bett bin ich nun wieder das blühende Leben. Und bereit für die ganz grossen Abenteuer. Ich probier nun wieder Online-Dating aus.

Bevor ich aber alle Dating-Apps downloade, überlege ich mir husch, ob der Suff-SMS-Sandro-Traum ein Albtraum oder Wunschtraum war.

Das braucht noch husch ein Momentli. Oder zwei, drei, achtundvierzig.

...

Auf die Gesundheit. Und die Liebe. Haha.

Adieu,

PS: Emma Amour gibt es jetzt auch als Buch!
«EMMA AMOUR UND KID CLEO – Liebe, Sex und andere Eskapaden»
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Sexpannen, Liebeskummer und verrückte Dates: Niemand erzählt in der Schweiz so authentisch und unverblümt wie Emma Amour. Seit Januar 2018 lässt die Zürcherin die watson-User an ihrem Leben teilhaben. Wenn sie eine Auszeit nimmt, springt ihre beste Freundin Cleo ein.

Emma und Cleo könnten unterschiedlicher nicht sein, was sie jedoch verbindet: ein zeitweise fantastisches, zeitweise frustrierendes, aber nie langweiliges Liebes- und Sexleben.

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Informationen zum Buch
Herausgeberin: watson
Erscheinungstermin: 12.02.2021
ISBN: 978-3-03902-124-6
Einband: Broschur mit Klappe
Umfang: 160 Seiten, 8 Illustrationen
Format: 13,5 x 21

Buchpreis
CHF 18.00 (CH)
EUR 18.00 (D)
EUR 19,00 (A)
Emma Amour ist ...
… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.bild: watson
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