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bild: watson / material: shutterstock
Emma Amour

Ich, weiblich, ledig, jung, suche … eine neue Wohnung

Ich habe es mir auf die Fahne geschrieben, umzuziehen. In Zürich gleicht das einer Mission Impossible. So kommt es, dass ich statt Zügelkisten schleppen, einen Neo-Single abschleppe und merke: Wohnungsbesichtigungen sind viel geiler als Tinder.
17.10.2019, 10:2117.10.2019, 11:13

Es gibt wenig, das in Zürich so schwer zu finden ist wie die Liebe. Wohnungen gehören aber dazu. Wer sich hier mit dem Wohnungsmarkt auseinander setzt, merkt schnell: Entweder du musst ein Bonz sein, über sehr viel Vitamin B verfügen oder einfach nur verdammt viel Glück haben, um eine bezahlbare Wohnung zu bekommen, die nicht gerade in Schwamendingen oder Oerlikon steht.

Ich zum Beispiel habe eine sehr wunderbare Wohnung. 2,5 Zimmer. Knapp 1700 Stutz. Rund 55 Quadratmeter im Kreis 5. Mit Balkon und Geschirrspüler. Es gibt absolut keinen Grund zum Umziehen.

Ich will trotzdem unbedingt eine neue Bleibe. Biz frischen Wind ins Leben bringen. Und neue Möbel. Ich will all das jetzt sofort. Also renne ich zurzeit von Wohnungsbesichtigung zu Wohnungsbesichtigung. Was anstrengend klingt, ist super: Wohnungsbesichtigungen sind der Shit!

Sie sind nämlich das absolute Single-Mekka. Alle frisch Getrennten und Alleinstehenden treffen sich auf engem Raum in einer absoluten Nicht-Dating-Kulisse, die aber mehr als genug Intimität bietet, um sich kennenzulernen.

Da hat Tinder, mit Verlaub, keinen Stich.

Bier und Döner und Tschüss!

Das Beste: Man trifft sich immer wieder. Kleine Wohnungen sind rar. Also lässt man möglichst keine Besichtigung von Wohnungen aus, die passen könnten. Es ist deswegen sehr easy, ins Gespräch zu kommen.

So wie Dominik und ich. Er fällt mir schon bei der ersten Begegnung auf. Ich ihm nicht. Dominik hat zurzeit nicht so viel Musse für Flirtereien. Der Arme ist frisch getrennt, wohnt aber noch mit der Ex unter einem Dach und will da einfach verdammt schnell raus.

Bei der dritten Besichtigung haue ich Dominik an. Er steht lange vor einem Bild des aktuellen Bewohners. Ich stelle mich daneben und starre ein bisschen mit, bevor ich irgendeinen Kunst-Bluff von mir gebe – und auffliege. Was Dominik lustig findet.

Zäck, Eis gebrochen. Die Wohnung, die zum Bild gehört, finden wir beide nicht sehr super, also verlassen wir das Haus gemeinsam. Ich verwickle Dominik so tief in ein Gespräch, dass wir entscheiden, noch ein Bier zu trinken.

Es werden dann fünf Biere. Und ein Besuch beim Döner, bevor ich mich verabschiede. Wohlwissend, dass wir uns an der nächsten Wohnungsbesichtigung wieder sehen.

Ich werde gefriendzoned!

Bis zu seiner Whatsapp dauert es dann aber gerade mal einen Tag. Bis der Chatverlauf etwa einen Kilometer lang ist, noch einen. Ich würde mir wünschen, ich könnte hier erfolgreiches Sexting vermerken, das ist es aber nicht.

Dominik friendzoned mich vorerst mal. Und kotzt sich bei mir über seine Trennung, die Ex und das noch gemeinsame Wohnen aus. Zur nächsten Besichtigung gehen wir als gute Freunde zusammen.

Um die Story abzukürzen: Wir landen danach bei mir. Nach einer Flasche Wein knutschen wir zwei Stunden durch. Mehr passiert nicht. Dominik ist noch nicht soweit. Was absolut easy und verständlich und vor allem wunderbar ist. Weil: Nur knutschen. Grossartig!

Das Beste ist, wir knutschen immer noch. Wir führen nun nämlich eine reine und sehr lockere Knutsch-Affäre. Und fühlen uns dabei wieder wie 16.

Dominik hat in der Zwischenzeit übrigens eine Wohnung gefunden.

Ich suche noch. Wer also von einer mindestens 2,5-Zimmer-Wohnung in den Kreisen 3, 4, 5 oder 10 hört, die folgendes zu bieten hat, möge sich melden: Mindestens 60 Quadratmeter, Balkon, Geschirrspüler, kein EG, Parkett, Badewanne, mega gerne eigene Waschmaschine und Täfer. Altbau. Erker wäre auch wunderbar. Oder so ein Rapunzel-Türmchen.

Und nachdem es mit meinem Nachbar, dem Wixer, nicht geklappt hat, würde ich mich über einen neuen, sehr scharfen Nachbarn freuen. Speaking of: Die Wohnung soll nicht hellhörig sein.

Das Wichtigste ist aber das Rapunzel-Türmchen.

All das gerne für maximal 1200 Stutz.

Haha. Kommt, ein bisschen Spass muss sein.

Adieu,

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Die Geschichten aus dem Leben von Emma Amour:

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Emma Amour ist ...
… Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.
Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe.bild: watson
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170 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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smiesischtwosjehetsgits
17.10.2019 10:35registriert September 2019
Ouff da bin ich gerade wieder froh am See zu leben in einem wunderbaren Altbau mit der Morgensonne über den Glarner Alpen ins Bett und Tagsüber die Sonne bis zur Dämmerung über hinter dem Üetliberg am Abend und dass zu nem Budget, wo hier gerade mal ne Einstellhalle im Kreis 3 kriegst - PS: die Nachbarin wixxt zwar nicht vor dem Fenster, dafür pflanzt Sie regelmässig frisches Gemüse und Obst im Garten und legt es vor meine Tür ;) Da lohnen sich die 20 Min an den HB gleich wieder
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Frida Kahlo
17.10.2019 10:34registriert September 2019
"Weil: Nur knutschen. Grossartig!"

Absolut deiner Meinung, nur knutschen IST großartig.😍

Wenn ich Freitag Abends nach einer über 6 stündiger Anreise bei meiner Freundin ankomme habe ich null bock auf Sex, aber im Bett liegen und knutschen bis wir kuschelnd einschlafen ist einfach Weltklasse.👩‍❤️‍💋‍👩💕
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bcZcity
17.10.2019 11:26registriert November 2016
„die nicht gerade in Schwamendingen oder Oerlikon steht„

Und da liegt auch scho die Krux des hippen Zürchers. Er ist nicht flexibel was Ort, aber was Wohnung angeht. Wie wenn jemand keine Lehrstelle findet, weil er unbedingt das KV machen möchte, wie alle anderen eben. Wer nur rund um den HB, Wiedikon oder im Seefeld wohnen möchte, ist doch irgendwie „Bünzli“, oder?
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Meine Wechseljahre sind im Anmarsch – und ich hasse es!
Mein Körper hat immer funktioniert wie eine Uhr. Und jetzt, ein paar Monate vor meinem 47. Geburtstag, läuft plötzlich alles aus dem Ruder. Und ich find's total unlustig.

Irgendwie muss mein Körper – beziehungsweise mein Hormonhaushalt – dieses Timing voll witzig gefunden haben. Klar, mit 46 wirst du nicht mehr so einfach schwanger, auch wenn dummerweise am Tag des Eisprungs ein Kondom platzt. Trotzdem war das Gefühl irgendwie blöd – schliesslich hab ich es sogar mal geschafft, trotz Verhütung schwanger zu werden (das einzige Mal, an das ich mich erinnern kann, dass mein Hormonhaushalt nicht nach Plan lief).

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